Coerdemarkt-Planung
Coerdemarkt in einem Rutsch?

Münster-Coerde -

Während die CDU die Neugestaltung des Coerdemarkts (Stroetmann-Planung und Aldi-Erweiterung) in einem Rutsch – mit einem Bebauungsplan – für möglich hält, wollen SPD und Grüne beide Bauprojekte voneinander trennen.

Donnerstag, 04.05.2017, 20:05 Uhr

Die Planungen der Firma Stroetmann für den Coerdemarkt sind längst abgeschlossen. Nachbesserungsbedarf sieht die Politik bei den Aldi-Plänen etwa im Bereich der Wegeführung zum Andreas-Kirchenzentrum, die bislang über diesen Parkplatz (kl. Bild) führen soll. Uneinigkeit besteht über die schnellste Lösung.
Die Planungen der Firma Stroetmann für den Coerdemarkt sind längst abgeschlossen. Nachbesserungsbedarf sieht die Politik bei den Aldi-Plänen etwa im Bereich der Wegeführung zum Andreas-Kirchenzentrum, die bislang über diesen Parkplatz (kl. Bild) führen soll. Uneinigkeit besteht über die schnellste Lösung. Foto: kaj

Es bahnt sich eine Kontroverse an: Während die CDU die Neugestaltung des Coerdemarkts (Stroetmann-Planung und Aldi-Erweiterung) in einem Rutsch – mit einem Bebauungsplan – für möglich hält, wollen SPD und Grüne beide Bauprojekte voneinander trennen.

Die CDU Coerde begrüßt nicht nur die überarbeitete Planung der Firma Stroetmann, sondern auch die Erweiterungsüberlegungen von Aldi . „Wir freuen uns sehr darüber, dass die parlamentarischen Gremien aller Voraussicht nach noch vor der Sommerpause die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes beschließen werden“, so der Vorsitzende der CDU Coerde, Ralf Heupel, in einer Pressemitteilung.

Allerdings sieht die CDU noch einige Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Die CDU-Bezirksvertreter Werner Abbing und Ulli Tebbe betonen, dass die vorgelegte Aldi-Erstplanung „dringender Verbesserungen im Bereich der Verkehrswegeführung, der Zu- und Abfahrt ins Zen­trum, des Lieferverkehrs, der Wegeverbindungen und ganz besonders im Bereich der Sicherheit für Passanten bedürfen“.

Auch die Anliegen der evangelischen Andreas-Kirchengemeinde müssten beachtet werden. Die vorgesehene Zuführung des Kirchplatzes auf den geplanten Aldi-Parkplatz ist wie berichtet nach Ansicht des Presbyteriums „vollkommen inakzeptabel“. Aus Sicht des Presbyteriums ist es „unverantwortlich, die östliche Zuwegung zum Kirchenzen­trum über den Parkplatz eines Discounters zu führen.“

Die CDU hat weitere Bedenken: „Die Teilung des Spielplatzes im Norden des Coerdemarktes ist aus Sicherheitsgründen nicht hinnehmbar“, so Florian Steinforth, da sich erhebliche Gefährdungspotenziale sowohl für kleine Kinder als auch für Radfahrer ergäben. Er sei allerdings zuversichtlich, dass sich im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens gute Lösungen finden werden. Die CDU will Verzögerungen vermeiden.

Die Position von SPD und Grünen sieht anders aus: „Die zwei Bauprojekte, Neubau des Edeka-Marktes durch die Firma Stroetmann und der Neubau des Aldi-Marktes sowie die Neugestaltung des Hamannplatzes, werden in zwei getrennten Verfahren den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt.“ Das ist Inhalt eines Antrags, den SPD und Grüne zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Nord am Dienstag (9. Mai) vorlegen. Für SPD und Grüne handelt es sich um zwei unterschiedliche Bauprojekte: „Sie sollten daher auch in zwei unterschiedlichen Beschlussvorlagen den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden, zumal es bei der Erweiterung des Aldi-Grundstückes nach den aktuellen Plänen immerhin um die Veräußerung von städtischem Grundstück geht (nördlicher Hamannplatz), die die Neugestaltung des nördlichen Hamannplatzes tangieren.“

SPD und Grüne teilen die Sicherheitsbedenken der CDU zu den Auswirkungen der Aldi-Planung bezüglich der Wegeführung zum Andreas-Kirchengrundstück oder zur Durchtrennung des Spielplatzes durch einen Radweg. Auch einen Lkw-Wendeplatz am Aldi sehen sie kritisch. Sie äußern erhebliche Zweifel an der Sicherheit für Fußgänger, für Familien mit Kindern, aber auch für alte Menschen.

„Die beiden Bauprojekte sind auf einem unterschiedlichen Planungsstand“, fassen SPD und Grüne zusammen: „Für das Projekt der Firma Stroetmann hat es bereits eine Bürgerbeteiligung gegeben, und ein konsensfähiger Plan liegt vor. Der beabsichtigte Neubau der Firma Aldi hingegen steht erst am Anfang der Planungen. Eine Bürgerbeteiligung hat zum Beispiel noch nicht stattgefunden.“ Das Bauvorhaben von Aldi füge sich in diesem Umfang städtebaulich „gerade nicht in die Umgebung ein und ist so anzupassen, dass der nördliche Hamannplatz unter Beteiligung der Bürger bei der Platzgestaltung eben auch ausreichende Aufenthaltsqualität bekommt“.

SPD und Grüne schlagen vor, die Aldi-Pläne in einem getrennten Verfahren zu behandeln.

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