Erntedankfest auf dem Heimathof
Im Zeichen des Kappes

MÜNSTER-SPRAKEL/ MÜNSTER-COERDE -

Jede Menge Kohl rollte an – und viele Infos zu diesem Gemüse gab es auch.

Mittwoch, 10.10.2018, 18:24 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 08.10.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 10.10.2018, 18:24 Uhr
Weißkohl und seine Verarbeitung waren das zentrale Thema beim Erntedankfest auf dem Heimathof des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde. Im Ackerwagen wurde der Kohl herangekarrt.
Weißkohl und seine Verarbeitung waren das zentrale Thema beim Erntedankfest auf dem Heimathof des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde. Im Ackerwagen wurde der Kohl herangekarrt. Foto: cro

Immer wieder rutscht der Weißkohlkopf über die Messer des Schabebretts und wird Zug um Zug in kleine Streifen geraspelt. Danach kommen noch verschiedene Zutaten in den Holzbottich, dann wird gestampft. So wurde in früheren Zeiten Sauerkraut hergestellt.

Auch beim Erntedankfest auf dem Heimathof des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde stand in diesem Jahr alles im Zeichen des Kappes. Denn die Mitstreiter um den Vereinsvorsitzenden Alfred Bölling wollten unter dem Motto „Vom Kappes zum Sauerkraut“ zeigen, was Brauchtumspflege auch bedeuten kann.

„Wir sind eben kein Museum, sondern wir wollen Brauchtumspflege durch aktives Tun betreiben”, so der Vorsitzende. Und das kam bei den zahlreichen Besuchern mehr als gut an.

Zu den Klängen des Akkordeonkreises und der Musikvereinigung Kinderhaus gab es viel zu entdecken. Eröffnet wurde das Erntedankfest mit dem „Einzug der Weißkohlköpfe“. Sie lagen auf einem Strohbett in einem Ackerwagen, der von einem historischen Traktor gezogen wurde. Bölling saß am Steuer. Mit dabei waren Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink und Ulla Wanke, Vorsitzende des Stadtheimatbundes.

Bölling erklärte, nachdem die Weißkohlköpfe abgeladen waren, wie das alles damals genau funktionierte: „Die Köpfe wurden gesäubert, sprich die äußeren Blätter wurden entfernt.” Die Streifen wurden in ein Fass gegeben, und mit neuen Holzschuhen ging das Stampfen los. „Dadurch wurde damals der gewollte Prozess der Milchsäuregärung in Gang gesetzt.” Lagenweise, mit Kümmel, Salz und Wacholder, wurde das Kraut dann in einem Bottich, verschlossen mit einer Holzscheibe, zum Gären aufgestellt.

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