Chancen für alle Coerder Kinder
„Die Krise ist die Chance“

Münster-Coerde -

Jochen Schweitzer sieht großen Handlungsbedarf gegen Kinderarmut in Coerde. Und setzt auf Bewegung: „Die Krise ist eine Chance“, lautet sein optimistischer Ansatz.

Mittwoch, 13.03.2019, 19:16 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 11:50 Uhr
Jochen Schweitzer (l.) und Dietrich Scholle, 1. und 2. Sprecher des Vereins Chancen für alle Coerder Kinder – „Initiative-ChaCK.de“, setzen auf ziviles Engagement und die Vernetzung und Koordination von Kompetenz.
Jochen Schweitzer (l.) und Dietrich Scholle, 1. und 2. Sprecher des Vereins Chancen für alle Coerder Kinder – „Initiative-ChaCK.de“, setzen auf ziviles Engagement und die Vernetzung und Koordination von Kompetenz. Foto: kaj

Am 8. Februar ist der Verein „Chancen für alle Coerder Kinder“ ins leben gerufen worden. Die Sprecher des Vereins, Jochen Schweitzer und Dietrich Scholle, gehen ihr Projekt gegen Kinderarmut in Coerde mit großer Energie an.

Ausgehend von Zahlen des städtischen „Sozialmonitoring“ des letzten Jahres hatte der Coerder Jochen Schweitzer wie berichtet zunächst in einem Grundlagenpapier die Ausgangslage in Coerde erarbeitet und ein 42-seitiges Papier erstellt. Die Analyse hat er auch der Bezirksvertretung Nord zur Verfügung gestellt.

Der ehemalige Oberschulrat sieht großen Handlungsbedarf. Und setzt auf Bewegung: „Die Krise ist eine Chance“, lautet sein optimistischer Ansatz.

Und angesetzt werden sollte, seiner Ansicht nach, so früh wie möglich. Von der Schwangerschaft an sei eine gute Unterstützung notwendig, die sich idealiter über die Kita bis in die Schule erstrecke. „Wir brauchen mehr Hebammen“, sagt er zum Beispiel folgerichtig und setzt sofort hinzu, die Unterstützung müsse weitergehen in den Kitas.

Insofern begrüßt er auch den Ratsantrag von CDU und Grünen, zeitnah ein Konzept für ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum am Kiesekampweg zu entwickeln. Der Antrag der beiden Fraktionen wurde an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. CDU und Grüne schlagen unter anderem vor, am Kiesekampweg Fachkompetenz zu bündeln: Kinderarzt, Hebamme, Kulturmittler, Ernährung, eine Sprechstunde des Kommunalen Sozialdienstes, Erziehungsberatung und Schwangerschafts(konflikt)beratung sollen interdisziplinär zusammenarbeiten. „Ziel ist die ganzheitliche Versorgung der Familien durch eine vernetzte Jugend- und Gesundheitshilfe“, so die Politik.

Vernetzung und Koordination von Kompetenzen, zugleich Kompetenzvermittlung und Unterstützung von Anfang an sind für Schweitzer und Scholle grundlegend. Sonst entständen Rückstände, die sich in der Schule sonst nicht mehr aufholen ließen, befürchtet Schweitzer.

Er hofft, dass durch die Initiative „Chancen für alle Coerder Kinder“ einiges angestoßen worden ist. Es gebe nicht nur gute Beispiele, wie Schulen Krisen meistern könnten, sondern es gebe etwa auch den Deutschen Kita-Preis für Kitas mit besonderen Programmen. Das ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (www.deutscher-kita-preis.de).

Coerder Kinder will die Initiative auch ganz konkret unterstützen. Zum Beispiel Patenschaften ins Leben rufen: etwa für direkte Hilfen, Ausflüge, Nachhilfe, Sport- und Musikkurse, Naturerfahrung und Selbstbehauptung. Neben zivilem Engagement ist dabei auch Sponsoring gefragt. An Ideen mangelt es der Initiative nicht: Spendensammlungen, Charity-Veranstaltungen, Kulturfeste listet sie ebenso wie wissenschaftliche Foren. Schweitzers vorläufiges Fazit: „Es scheint etwas in Bewegung gekommen zu sein.“www.Initiative-ChaCK

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