Verkehrssituation in den Rieselfeldern
Schutz in der Brutsaison

Münster-Coerde -

Befristete Sperrungen in der Brutsaison schlägt die SPD-Ratsfraktion zum Schutz des europäischen Vogelschutzgebiets vor.

Freitag, 10.05.2019, 19:00 Uhr
Die SPD-Ratsmitglieder (v.l.) Michael Kleyboldt, Hedwig Liekefedt und Ludger Steinmann stellen Vorschläge zur Verkehrsreduzierung vor, die zur nächsten Brutsaison greifen könnten.
Die SPD-Ratsmitglieder (v.l.) Michael Kleyboldt, Hedwig Liekefedt und Ludger Steinmann stellen Vorschläge zur Verkehrsreduzierung vor, die zur nächsten Brutsaison greifen könnten. Foto: kaj

Die Rieselfelder sind im Fokus. „Wir klagen keinen einzigen Autofahrer an, sie leiden unter der verkorksten Verkehrssituation in Münster“, sagt SPD-Ratsherr Ludger Steinmann . Aber: Die Verkehrsbelastung im Europareservat habe weiter zugenommen und stelle eine erhebliche Belastung für das Schutzgebiet dar.

Die juristische Prüfung, ob die Ausweisung der Coermühle als Anliegerstraße in die Kompetenz der Bezirksvertretung Nord fällt, könnte fünf bis zehn Jahre dauern, schätzt er. Weil es um eine grundsätzliche Frage gehe.

Zu lang für die SPD : „Wir wollen den Knoten durchschlagen“, betont Hedwig Liekefedt. Wenn es an einer Stelle hake, müsse man einen neuen Ansatzpunkt finden. Die Ratsfraktion bringt deshalb in die aktuelle Diskussion um Schutzmaßnahmen für das europäische Vogelschutzgebiet drei Vorschläge ein: „Wir erwarten einen Maßnahmekatalog bis Ende des Jahres“, so Steinmann. Auch zusätzliche Vorschläge der Verwaltung zur Beschränkung des Durchgangsverkehrs sind willkommen.

Für die Straßen Coermühle und Hessenweg schlägt die SPD befristete Sperrungen für den Kfz-Durchgangsverkehr in der Brutzeit und während der Amphibienwanderung vor: vom 1. März bis zum 15. Juli eines Jahres. Amphibientunnel seien mit rund 150 000 Euro unverhältnismäßig teuer und lösten auch nicht das Problem der Krötenwanderung insgesamt.

Auf eine tägliche befristete Sperrung für den Kfz-Durchgangsverkehr von 6 bis 9 Uhr und von 15 bis 18 Uhr zielt der zweite SPD-Vorschlag. Anlieger und Radverkehr wären davon nicht betroffen.

Zur wirksamen Temporeduzierung im Schutzgebiet, so Vorschlag Nummer drei, sollen an neuralgischen Punkten Bodenschwellen installiert werden, um Gefährdungen für die Tierwelt und die Rieselfeld-Besucher zu vermeiden. Der Radverkehr soll durch die Schwellen nicht betroffen werden.

Diese Aspekte sind in einem Ratsantrag zusammengefasst, der am 22. Mai eingebracht werden soll. „Das Europareservat verdient es, vom Rat betreut zu werden. Der Rat muss Farbe bekennen“, unterstreicht Steinmann.

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