„Älterwerden in Coerde“
„Es sind Freundschaften entstanden“

Münster-Coerde -

Zum „Freitagsfrühstück“ im Andreas-Gemeindezentrum sind alle älteren Coerderaner willkommen. Es findet allwöchentlich in lockerer Runde statt.

Sonntag, 23.06.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 26.06.2019, 17:33 Uhr
Immer wieder freitags: In gemütlicher Runde beginnt der Start ins Wochenende mit der Gruppe „Älterwerden in Coerde“ im Andreas-Gemeindezentrum
Immer wieder freitags: In gemütlicher Runde beginnt der Start ins Wochenende mit der Gruppe „Älterwerden in Coerde“ im Andreas-Gemeindezentrum Foto: Siegmund Natschke

Einen Geburtstag gibt es in Coerde zu feiern: Das „Freitagsfrühstück“ wird fünf Jahre alt. Im evangelischen Andreas-Gemeindezentrum an der Breslauer Straße ist dieser wöchentliche Treff zu einer Institution geworden. Gemeinsam zu frühstücken, macht Spaß. Man kommt ins Gespräch, tauscht sich aus und nimmt neue Anregungen mit nach Hause. Der Arbeitskreis „Älter werden in Coerde“ organisiert das Freitagsfrühstück.

Entstanden sei die Idee bei der „Zukunftswerkstatt“ im Jahr 2013, die der Arbeitskreis initiierte. Es ging um das Leben von älteren Bürgern im Stadtteil, mögliche Angebote für diese Zielgruppe wurden rege diskutiert. Bei einem Workshop der Zukunftswerkstatt gab es dann den Vorschlag zu solch einer regelmäßig stattfindenden Frühstücksrunde. Gesagt, getan: Das Ganze ist längst Wirklichkeit.

Carla von der Dunk ist eine von vielen, die helfen, Woche für Woche das Treffen auf die Beine zu stellen. Sie erinnert sich an die Premiere der Veranstaltung im Mai 2014: Die erste Frau, die damals in den Raum hereinkam, habe sich sehr über dieses neue Angebot gefreut und das auch sofort mitgeteilt.

In der Runde kommt man miteinander ins Gespräch. „Es sind Freundschaften entstanden“, sagt Marianne Hopmann vom Arbeitskreis „Älter werden in Coerde“. Und es gibt Kurioses: Zwei Frauen hätten etwa erst dort beim Frühstück entdeckt, dass sie seit 40 Jahren auf einer Straße wohnen.

Die Organisatorinnen mussten am Anfang noch den Gesprächsfluss ein klein wenig fördern, indem sie Fragen in die Runde stellten, wie etwa: „Wo war eure Hochzeit?“ Oder: „Womit habt ihr als Kind gespielt?“

Sofort kamen Erinnerungen hoch. Jeder hatte eine Geschichte zu erzählen, manche waren lustig, manche waren traurig. Und deswegen sagt Carla von der Dunk auch: „Wir haben schon Tränen gelacht und Tränen geweint.“ Inzwischen ergeben sich die Gespräche von ganz alleine.

Manche Teilnehmer hören mitunter auch einfach nur zu: „Sie genießen das hier“, so von der Dunk. Jeder ist willkommen. Im Moment kämen etwa zehn Frauen und Männer zum Freitagsfrühstück, sagt Marianne Hopmann. Es habe auch „Durststrecken“ gegeben, in denen nur wenige zu sehen waren, das ist jetzt wieder anders. „Wir haben es durchgezogen“, sagt von der Dunk, die zusammen mit einigen anderen auch das leckere Frühstück zubereitet. „Das ist hier ein Buffet. Besser als im Hotel“, meint eine Besucherin zufrieden. „Wir haben nie zu wenig“, verspricht von der Dunk.

Und wenn einer Geburtstag hat, gibt es auch schon mal ein Gläschen Sekt. Das Gute: Je mehr Gäste, desto mehr wird gefeiert.

Auch die neuen Gäste haben sich schon gut integriert. Sie kommen vom „Haus An­dreas“ gleich gegenüber. Die Andreas-Gemeinde stellte das rund 1000 Quadratmeter große Grundstück zur Verfügung – die Wiese neben dem ehemaligen Pfarrhaus – und die Diakonie errichtete das dreigeschossige Gebäude. 14 barrierefreien Seniorenwohnungen sind am Kirchplatz entstanden.

Das Haus hat keine Sozialräume erhalten, vielmehr stellt die Kirchengemeinde ihre Räume für geistliche, kulturelle und gesellige Anlässe zur Verfügung.

Mit dieser Konzeption wird auch das evangelische Kirchenzen­trum gestärkt: Das Gemeindeleben für alle Altersgruppen – Kinder, Jugendliche und Senioren – ist nun rund um den An­dreas-Kirchplatz angesiedelt.

Apropos „Freitagsfrühstück“: Neue Gäste – und auch neue Ehrenamtliche – sind dort stets willkommen. „Einfach vorbeikommen“, empfehlen die Organisatorinnen.

Zum Thema

Das „Freitagsfrühstück“ findet jede Woche in der Zeit von 9 bis 11 Uhr im Gemeinderaum des An­dreas-Kirchenzentrums an der Breslauer Straße 158 statt, eine Anmeldung ist für die Teilnahme nicht erforderlich.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6717848?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F135%2F
WWU wird nicht Exzellenzuniversität
Die Universität Münster ist nicht im Club der Exzellenzuniversitäten.
Nachrichten-Ticker