Rieselfelder: Suche nach einer Lösung des Verkehrsproblems
Rieselfelder – erster runder Tisch

Münster-Coerde -

Ein runder Tisch zur Verkehrsproblematik in den Rieselfeldern hat das erste Mal stattgefunden. Weitere werden folgen, so die Einschätzung von Teilnehmern. Eingeladen hatte die Verwaltung neben der BI Rieselfelder politische Vertreter aus Münsters Norden und Osten, die Biologische Station sowie den Landwirtschaftlichen Kreisverband.

Mittwoch, 02.10.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 12:55 Uhr
Beim morgendlichen Treffen im einsetzenden Berufsverkehr war schon im Juli ein runder Tisch angekündigt worden.
Beim morgendlichen Treffen im einsetzenden Berufsverkehr war schon im Juli ein runder Tisch angekündigt worden. Foto: Katrin Jünemann

Ein runder Tisch sei geplant, um eine Lösung für die Rieselfelder zu suchen, war Mitte Juli frühmorgens an der Kreuzung Coermühle / Hessenweg angekündigt worden. Die Bürgerinitiative „Zum Schutz der Rieselfelder“ hatte seinerzeit, vor gut zweieinhalb Monaten, Oberbürgermeister Markus Lewe und Dezernent Rainer Uetz morgens um 7 Uhr eingeladen, die Verkehrssituation in den Rieselfeldern direkt mit dem einsetzenden Berufsverkehr zu erleben.

Ein runder Tisch hat nun am Dienstagabend das erste Mal stattgefunden. Weitere werden folgen, so die Einschätzung von Teilnehmern. Eingeladen hatte die Verwaltung neben der Bürgerinitiative (BI) Rieselfelder politische Vertreter aus Münsters Norden und Osten, die Biologische Station sowie den Landwirtschaftlichen Kreisverband.

Mehrere Vorschläge, die allesamt per Beschilderung umgesetzt werden können, wurden beim ersten Arbeitstreffen angesprochen. Das reichte beispielsweise von einer Teilsperrung der Coermühle für „Fremde“ mit der Option für Anwohner frei bis zur Frage, ob eine Temporeduzierung auf dem Hessenweg möglich ist. Angesprochen wurde auch eine Unterbindung der Durchfahrt vom Heidekrug über die Coermühle nach Norden, verbunden mit einer Einbahnstraßen-Schleife via Wöstebach und Schlüppe zum Messingweg und von dort zurück zum Heidekrug oder gen Sprakel. Gleichzeitig bliebe die Möglichkeit der Durchfahrt von Norden nach Süden.

Auch die Auswirkungen der verschiedenen Optionen sollen bis zum nächsten runden Tisch geprüft werden, heißt es – also die Frage, wie sich die Verkehrsströme verlagern würden.

Er halte die Idee eines runden Tisches grundsätzlich für positiv, um unterschiedliche Ideen zur Verkehrssituation in den Rieselfeldern sachlich zu diskutieren, sagte der Kinderhauser SPD-Ratsherr Michael Kleyboldt. Die Verwaltung habe den Termin „sehr gut vorbereitet“ und im Vorfeld die Beschilderung in den Rieselfeldern dezidiert unter die Lupe genommen.

Es ging um die Vorstellung von Vorschlägen und um Nachfragen in einer sachlichen Atmosphäre, bilanzierte der stellvertretende Bezirksbürgermeister in Münsters Norden Werner Abbing . Sein Fazit: Die Runde sei ergebnisoffen mit der Tendenz, etwas zu verändern. Werner Abbing ist es wichtig, dass die Auswirkungen der unterschiedlichen Vorschläge analysiert werden: insbesondere auch die Auswirkungen einer Verkehrsverlagerung für Coerde.

Für die Landwirte sei es wichtig, dass die Coermühle komplett frei bleibe, erklärt Georg Schulze Dieckhoff, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands. Es gebe uralte gewachsene Verbindungen mit Gelmer, auch was die Bewirtschaftung anbelange. Eine Verlagerung des landwirtschaftlichen Verkehrs, etwa durch Coerde, halte er für eine zu große Belastung der Bürger. Zu bedenken sei auch, dass die landwirtschaftlichen Geräte im Laufe der Zeit größer geworden seien: „Wichtig wäre ein Radweg entlang der Coer­mühle bis zur Gittrupper Straße.“

CDU-Ratsherr Walter von Göwels findet es gut, dass der politische Osten in den runden Tisch einbezogen worden ist: „Es ist realisiert worden: Es geht nur mitein­ander“, sagt er auch mit Blick auf Gelmer. Wichtig sei, die Folgewirkungen zu analysieren: „Das geht jeden etwas an.“

Stephan Bauhus von der Bürgerinitiative „Zum Schutz der Rieselfelder“ verweist auf die Empfehlung des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen im aktuellen Maßnahmenplan Rieselfelder 2019, „den Verkehr auf der Coermühle durch verkehrsregelnde und / oder technische Maßnahmen deutlich zu reduzieren beziehungsweise zu beruhigen“. Über die Vorschläge des runden Tisches sei in Ruhe zu sprechen. Auf diese Empfehlungen verweisen auch die Grünen: „Eins muss klar sein: Wir brauchen substanzielle Fortschritte bei der Verkehrsreduzierung in den Rieselfeldern. Das muss das Ziel der weiteren Planungen sein. Dass alles so bleibt wie es ist, kann keine Lösung sein“ stellte Carsten Peters, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion fest. „Die erste Sitzung des runden Tisches Rieselfelder brachte wie erwartet noch keine Lösung in dieser seit Jahrzehnten strittigen Frage“, stellt Ralf Kiewit, Vertreter der Grünen in der Bezirksvertretung Nord, fest. Die von der Verwaltung vorgestellten Lösungsideen waren ein erster Schritt in die richtige Richtung, werden aber wohl nicht mehr als Anreize für die weitere Diskussion sein können. Die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen seien bereit, eine gute Kompromisslösung mitzutragen. „Es macht aber keinen Sinn, eine Verkehrspolitik aus dem letzten Jahrhunderts weiter zu betreiben, die dem PKW unbedingten Vorrang einräumt“, so Kiewit.

Die Vorschläge der Verwaltung zielten darauf, die Rieselfelder für Pendler aus den Kreisen Steinfurt und Warendorf unattraktiv zu machen. Zugleich gehe es darum, die Belange der Rieselfelder, der direkten Anlieger und der Menschen in den umliegenden Stadtteilen in eine Kompromiss zu bringen, erläuterte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer. „Wir brauchen die Bereitschaft, sich aufeinander zuzubewegen.“ Heuer machte auch klar: „Wir wollen in diesem Jahr, möglichst im Herbst, ein gutes Stück vorankommen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6974768?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F135%2F
Billerbecks Klage abgewiesen: Bahn muss Brücke nicht sanieren
Die Brücke in der Billerbecker Bauerschaft Bockelsdorf will keiner haben. Sie ist dringend sanierungsbedürftig.
Nachrichten-Ticker