Ein Kalender für Rieselfeld-Fans
Impressionen aus den Rieselfeldern

Münster-Coerde -

Unentgeltlich stellen Naturfotografen der Biologischen Station Bilder aus dem Gebiet für den Rieselfeld-Kalender zu Verfügung. Er enthält Momentaufnahmen aus dem Europareservat.

Donnerstag, 24.10.2019, 11:00 Uhr
Der Rieselfeld-Kalender für das Jahr 2020 zeigt zum Beispiel ein Blässhuhnküken.
Der Rieselfeld-Kalender für das Jahr 2020 zeigt zum Beispiel ein Blässhuhnküken. Foto: Lutz Werner Groß

RieselfeldFans kennen ihn und sind jedes Jahr gespannt, welche Momentaufnahmen der neue Kalender enthalten wird. Er erscheint im elften Jahr. Dr. Michael Harengerd , Leiter der Biologischen Station, kümmert sich höchstpersönlich um das Bilderwerk.

Wie die Kalender-Idee entstand, weiß er nicht mehr. Aber sie hilft. Ein Honorar gibt es nicht: „Kein Fotograf bekommt Geld dafür. Das was übrigen bleibt, fließt in die Betreuung des Gebiets“, erklärt Harengerd. Es gebe Daueraufgaben: Etwa die Unterhaltung der Beobachtungshütten. Die älteste stamme aus dem Jahr 1979 und sei in diesem Jahr mit Hilfe der Sparkasse renoviert worden, berichtet er.

Es gibt noch viele weitere Beobachtungshütten, von denen aus die Besucher des Europareservats die Vogelwelt in aller Ruhe trocken aus dem Verborgenen, ohne zu stören, beobachten können. „Versichern kann man die Hütten nicht“, sagt Harengerd. Es gebe auch Vandalismus-Schäden, die repariert werden müssen. Und so ist die Unterstützung aus dem Kalender sehr willkommen.

Teichrohrsänger

Teichrohrsänger Foto: Lutz Werner Groß

Anfangs, erinnert sich Harengerd, habe die Bilogische Station die Bilder noch selbst gemacht. Doch mittlerweile sind es Naturfotografen und Besucher, die der Station ihre Bilder zur Verfügung stellen. Zunächst standen die Vogelarten im Mittelpunkt des Kalenders. Inzwischen sind die Rieselfelder auch für Amphibien attraktiv geworden. Und so prangt 2020 ein prächtiger Wasserfrosch auf dem April-Kalenderblatt. Harengerd schätzt, dass die Anzahl der Frösche im Laufe der Jahre langsam auf über 10 000 Exemplare angewachsen ist und damit „die größte in Nordrhein-Westfalen“ sein dürfte. Das hänge auch mit der Umstellung von ungeklärtem Rohwasser auf Wasser aus der Kläranlage (seit 1975) zusammen. Harengerd: „Bis in die 90er-Jahre ist das Wasser immer besser geworden.“

Das kam nicht nur den Fröschen zugute, sondern auch den Ringelnattern, die sich überwiegend von Fröschen ernähren. Sie sind im Kalender von 2019 zu finden. „Ich bin überzeugt, dass wir in Münster auf über 500 Tiere kommen“, sagt der Leiter der Biologischen Station. Seine Mitarbeiter fangen die Schlangen systematisch, fotografieren deren oberen Bauch und können sie so gut identifizieren.

Die Fotos für den Kalender 2020 stammen von Lutz Werner Groß, Norbert Wünnemann, Günter Reinartz, Michaela Stenz, Thomas Kepp, Edgar Hengstmann, Thomas Sauter und Hans Uwe Schütz. Der Kalender (12,80 Euro) ist in Buchhandlungen in Hiltrup, Greven Münster und in der Biologischen Station, Coermühle 181. erhältlich.

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