„Love Food“
Große Tafel zum „Love Food“

Münster-Coerde -

Mit dem „Love Food“ im evangelischen Andreas-Kirchenzentrum begann die „Woche der Freundlichkeit“, die Aktionskünstler Thomas Nufer konzipiert hat und umsetzt.

Montag, 18.11.2019, 18:02 Uhr
Das „Love Food“ im Andreas-Kirchenzentrum galt den Ehrenamtlichen, die sich sonst um andere kümmern. Sie waren für diesen Abend vorgeschlagen worden.
Das „Love Food“ im Andreas-Kirchenzentrum galt den Ehrenamtlichen, die sich sonst um andere kümmern. Sie waren für diesen Abend vorgeschlagen worden. Foto: sn

Es geht um die, die anderen helfen, aber selbst nicht im Mittelpunkt stehen. Beim „Love Food“ im evangelischen Andreas-Kirchenzentrum drehte sich einmal alles nur um sie. Es war der Auftakt zur „Woche der Freundlichkeit“, die Aktionskünstler Thomas Nufer konzipiert hat und umsetzt.

Eine Ehrung der Ehrenamtlichen folgte mit derselben Speisefolge – Grünkohl und Stippmilch – wie beim Kramermahl.

„Wir haben vergessen, den anderen wertschätzend zu begegnen“, erklärte Nufer die Idee zu seinem Projekt „Münster – Hauptstadt der Freundlichkeit“. Manche Menschen seien unhöflich, ich-bezogen und rückten sich selbst in den Mittelpunkt. Ein gesellschaftliches Manko, dem die „Woche der Freundlichkeit“ entgegentritt.

Es geht um Ehrenamtliche, die viel für andere tun und darüber keine große Worte machen. „Sie setzen sich für andere ein, bedingungslos, ohne etwas dafür zu verlangen“, sagte Henriette Wesbuer, die Leiterin des „Hauses der offenen Tür“ (HoT) in der Andreas-Gemeinde, die eine besondere Aufgabe bei dem Projekt hatte: Sie lud die Ehrenamtlichen persönlich ein, die andere vorgeschlagen hatten. Wer das jeweils getan hatte, wusste außer ihr niemand.

Wolfgang Wittler war einer der Ehrenamtlichen, für die die Ehrung ganz überraschend kam. Wittler engagiert sich schon lange für die Münster-Tafel, derzeit kümmert er sich um deren aktuelle Weihnachts-Lebensmittelpaket-Aktion. Seine Motivation? „Als es mir im Leben schlecht ging, wurde mir auch geholfen. Da möchte ich etwas zurückgeben.“ Viele kennen Wolfgang Wittler auch vom Lambertusfest in Coerde: Da spielt er den Kiepenkerl. Darts-Benefizturniere hat er ebenso schon organisiert, und auch bei den „Münster Blackhawks“ mischt er im Hintergrund kräftig mit.

Marianne Hopmann kennen viele als Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksvertretung Nord: Weitere Tätigkeitsfelder hat sie von der Awo bis zur Organisation des „Freitagsfrühstücks“. Und die Einladung zum „Love Food“? „Ich habe erst nicht gewusst, was ich mit dieser Ehrung anfangen sollte“, sagte Hopmann. Dann habe sie diese weitergegeben, an eine Schülerin aus einer syrischen Familie. Malak ist seit vier Jahren hier und spricht fließend Deutsch. Sie trage viel Verantwortung für ihre Familie, erklärt Hopmann,. So helfe sie etwa bei Übersetzungen, und mit ihrer Mutter lerne sie gemeinsam die deutsche Sprache. Malak gefällt es in Coerde: „Es ist toll hier.“

Viele Lebensgeschichten gab es an diesem Abend zu hören, und die Helfer kamen untereinander ins Gespräch. Auch ein Bühnenprogramm gab es. Zunächst sorgten die Organistin Lydia Fischer und der Cellist Heinz Baumgarten für freundliche Musik. Die „Blosewinds“ traten auf mit der Premiere ihrer „Hymne der Freundlichkeit“.

Wilhelm Breitenbach (Die Grünen) sprach über die „Freundlichkeit in der Politik“. Er meinte: „Es gibt viele, die sich ehrenamtlich engagieren, und die oft Unfreundlichkeit aushalten müssen.“

Und schließlich gab es noch Texte von Initiator Thomas Nufer, der über die „Freundlichkeit in Deutschland“ sprach. Der gebürtige Schwabe bekannte: „Münsteraner sind nicht stur“.

Zum Thema

Die „Woche der Freundlichkeit“ geht weiter: www.hauptstadt-der-freundlichkeit.org, #freundlichesmuenster

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