Abschiedsgottesdienst mit Pfarrer André Sühling
„Ich schaue dankbar zurück“

Münster-Coerde -

Der letzte Gottesdienst mit der Gemeinde in der St.-Norbert-Kirche am Sonntag war eine bewegende Messfeier mit einem Pfarrer, der die Musik und den Gesang liebt und auf berührende Weise das Wort Gottes auch musikalisch zu vermitteln vermag.

Sonntag, 24.11.2019, 22:00 Uhr
In einem festlichen Gottesdienst verabschiedete die Pfarrei St. Franziskus Pfarrer André Sühling. Nach dem Gottesdienst nahmen viele die Gelegenheit wahr, sich persönlich bei ihm für sein Wirken zu bedanken und ihm die besten Wünsche für seinen weiteren Weg mitzugeben.
In einem festlichen Gottesdienst verabschiedete die Pfarrei St. Franziskus Pfarrer André Sühling. Nach dem Gottesdienst nahmen viele die Gelegenheit wahr, sich persönlich bei ihm für sein Wirken zu bedanken und ihm die besten Wünsche für seinen weiteren Weg mitzugeben. Foto: kaj Katrin Jünemann

Dieser Abschied fiel schwer. Schon vor André Sühlings letztem Tag als leitender Pfarrer der Gemeinde St. Franziskus war von vielen Seiten zu hören, wie sehr er als Seelsorger fehlen werde.

Der letzte Gottesdienst mit der Gemeinde in der St.-Norbert-Kirche am Sonntag war eine bewegende Messfeier mit einem Pfarrer, der die Musik und den Gesang liebt und auf berührende Weise das Wort Gottes auch musikalisch zu vermitteln vermag.

Abschiedsgottesdienst

Abschiedsgottesdienst Foto: kaj

„Geborgenheit im Letzten gibt Gelassenheit im Vorletzten“: Dieser Satz des katholischen Philosophen Romano Guardini sei für den Priester und KZ-Überlebenden Hermann Scheipers aus Ochtrup lebensrettend gewesen, sagte Sühling in der voll besetzten Norbert-Kirche. „Es gibt manchmal Worte, die Orientierung schenken, die in das Sehnen des Herzens fallen“, erläuterte Sühling. Auch für ihn habe dieses Wort eine besondere Bedeutung.

Die Chorgemeinschaft St. Franziskus begleitete den festlichen Gottesdienst

Die Chorgemeinschaft St. Franziskus begleitete den festlichen Gottesdienst Foto: kaj

Und er griff es auf, um auf die vergangenen neun Jahre zurückzublicken, die er in Münsters Norden verbracht hat, und um auf seinen Neuanfang in Liebfrauen-Überwasser zu schauen. „Ich habe in dieser Zeit die Schönheit des Nordens entdeckt“, resümierte er: „Die Schönheit in der Vielfalt der Menschen, in der Buntheit der Begegnung. Ich schaue dankbar zurück; dankbar, Anteil am Leben bekommen zu haben.“ Er sei dankbar für viele kon­struktive und kritische Diskussionen und für ein Lernfeld, wie es als Priester möglich sei, Räume zu eröffnen und zu ermöglichen.

„Neuland“ war das Motto am Tag seiner Amtseinführung am 19. September 2010: An den Trecker mit Pflug auf dem Feld zwischen Telemannstraße und Meerwiese, an dem die Prozession von St. Thomas Morus nach St. Norbert vorbeiführte, erinnert er sich gut. Vieles fällt in seine Amtszeit: Zum Beispiel ist der Verein Franko gegründet und das Franziskus-Haus auf die Schienen gesetzt worden. Letzteres zeuge von seiner „Leidenschaft, auch dicke Bretter zu bohren“, meinte die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, Zita Edeler.

Sühling verlässt eine selbstbewusste Gemeinde: „Du hast uns machen lassen, wir gehen selbstbewusst in die Zukunft“, sagte Oliver Krehl, Vorsitzender des Pfarreirats. Er bat um „eine Minute“ herzlichen Applaus für Sühling – um es zeitlich zu begrenzen. Pastoralreferent Andreas Rehm gab die besten Wünsche für den Neustart in Überwasser mit auf den Weg.

Die Verbindung quer über den Kirchplatz zur Andreas-Kirche war immer gut: Und so richtete Alt-Pfarrer Jürgen Hülsmann das Wort an Sühling: Sühling werde nicht vergessen, sei immer willkommen – und Überwasser nicht aus der Welt. Drei Bände der Radio-Predigten hatte Hülsmann mitgebracht, als Anregung für die nächsten Predigten, wie er schmunzelnd meinte.

Den festlichen Rahmen des Abschiedsgottesdienstes gestalteten die Chorgemeinschaft St. Franziskus unter der Leitung von Wolfram Roth sowie Ursula Weers (Querflöte) und Mi-Jin Lee, die Jules Massenets „Meditation“ erklingen ließen.

Kurz vor Ende des Gottesdienstes erhob sich die Gemeinde, um André Sühling ihren Segen für den neuen Abschnitt seines Lebenswegs mitzugeben.

  Foto: kaj

Schon direkt nach dem Gottesdienst nutzten viele die Gelegenheit, sich persönlich von Pfarrer André Sühling zu verabschieden, ihm Geschenke zu überreichen und Dank auszusprechen. Ein Empfang im Freizeitheim schloss sich an. Dort erhielt Pfarrer André Sühling als Abschiedsgeschenk der evangelischen Andreas-Gemeinde einen Eintrittsgutschein für das Konzerthaus in Dortmund . Eine Delegation des Presbyteriums der Andreas-Kirchengemeinde – bestehend aus Presbyter Edmund Dunkel, Kirchmeister Klaus Jänsch und Pfarrer Frank Beckmann als dem Vorsitzenden und amtierenden Pfarrer – hatte dem scheidenden Pfarrer der St.-Franziskus-Gemeinde trotz erheblichen Zeitdrucks am Sonntagmorgen – wegen Ewigkeitsgottesdienst und der Gemeindeversammlung zur Presbyterwahl – die Grüße und Segenswünsche der evangelischen Andreas-Kirchengemeinde ausgesprochen. „Im Hinblick auf die musikalische Bereicherung des Stadtteils durch zahlreiche Konzerte, die Pfarrer Sühling während seiner Amtszeit in der Andreas-Kirche aufgeführt hat“, sei der Gutschein für das Konzerthaus überreicht worden, so die Andreas-Gemeinde.

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