Schulforscher sieht zwei Optionen für Coerde
„Primusschule wäre maßgeschneidert“

Münster-Coerde -

Auf Bitte der Initiative „Chancen für alle Coerder Kinder“ (Chack) hat Schulforscher Prof. i.R. Dr. Klaus Klemm die Quellen und Statistiken zur Schulsituation für den Stadtteil Coerde untersucht. Er hat daraus Vorschläge für den Stadtteil entwickelt.

Samstag, 30.11.2019, 07:00 Uhr
Dietrich Scholle (l.) und Jochen Schweitzer (r.) vom Vorstandsteam der Initiative „Chancen für alle Coerder Kinder“ mit Klaus Klemm.
Dietrich Scholle (l.) und Jochen Schweitzer (r.) vom Vorstandsteam der Initiative „Chancen für alle Coerder Kinder“ mit Klaus Klemm. Foto: kaj

Auf Bitte der Initiative „Chancen für alle Coerder Kinder“ (Chack) hat Schulforscher Prof. i.R. Dr. Klaus Klemm die Quellen und Statistiken zur Schulsituation für den Stadtteil Coerde untersucht. Er hat daraus Vorschläge für den Stadtteil entwickelt, die er gemeinsam mit der Initiative Chack vorstellte.

Münster habe einen Bildungsindex entwickelt, sagt Klemm. Man müsse ihn aber auch nutzen, um sich daran zu orientieren: „Die Stadt sollte dazu übergehen, die Ressourcen nicht mit der Gießkanne zu verteilen, sondern nach Indikatoren gesteuert.“ 43 Prozent der Coerder Kinder lebten in Familien mit Sozialtransfer, und es gebe eindeutig zu wenig Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren, unterstreicht Klemm. „Ich denke, es müsste ein Ziel sein, in Coerde überdurchschnittlich mehr Krippenplätze anzubieten“, sagt Klemm und zielt damit auf eine frühestmögliche Förderung.

Eine weitere Möglichkeit sieht Klemm darin, die Grundschulen zu gebundenen Ganztagsschulen zu machen. „Das bedeutet natürlich auch eine andere Lehrerausstattung“, ergänzt der ehemalige Schuldezernent Dietrich Scholle vom Chack-Vorstand. Momentan gebe es aufgrund des Lehrermangels viele Seiteneinsteiger in den Beruf. Sie womöglich in Eingangsklassen in Stadtteilen wie Coerde einzusetzen, halte er für kontraproduktiv.

Schulforscher Klemm sieht zwei Optionen für Coerde. Sein erster Vorschlag: Die Stadt Münster sollte sich beim NRW-Schulministerium um die Einrichtung einer Primusschule bemühen, in der Kinder von der ersten bis zur zehnten Jahrgangsstufe gemeinsam unterrichtet werden: „Die Primusschule wäre maßgeschneidert.“

Ein anderer Weg für ein zukunftsfähiges Angebot für Grundschulabsolventen in Coerde böte laut Klemm die Errichtung einer Gesamtschule in Münsters Norden. Die Voraussetzungen – nach Paragraf 82 des Schulgesetzes NRW mindestens 100 Schüler in der Eingangsstufe fünf – seien „angesichts der hohen und derzeit nicht gedeckten Nachfrage in Münster fraglos gegeben“, so Klemm.

 

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