Solidarität
Coerder helfen Jungen nach Unfall

Münster-Coerde -

Als ein neunjähriger Junge in Coerde bei einem Unfall verletzt wurde, gab es im münsterischen Stadtteil spontan eine Spendensammlung. Viele machten mit und zeigten sich solidarisch mit der syrischen Familie.

Montag, 30.12.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 30.12.2019, 20:13 Uhr
Kevin Zilic (am Tisch mit Schreibblock) und ein Teil der Spender aus Coerde
Kevin Zilic (am Tisch mit Schreibblock) und ein Teil der Spender aus Coerde Foto: Reinhold Kringel

Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht vom schweren Unfall eines neunjährigen Jungen auf der Königsberger Straße in Höhe der Elbinger Straße verbreitet. Der Junge war nach Angaben der Polizei zwischen zwei parkenden Autos auf die Straße gelaufen, dann von einem Pkw erfasst und durch die Luft geschleudert worden. Der Schüler war bewusstlos und wurde von den Rettungsdiensten in die Uniklinik gebracht, die herbeigeeilte Mutter des Jungen erlitt einen Schock, heißt es im Polizeibericht.

Als Kevin Zilic davon hörte, war für ihn sofort klar: Man muss der Familie helfen und ihr beistehen in ihrem Unglück. Auf seiner Arbeitsstelle hatten fast alle schon von dem Ereignis gehört, und als der Coerder herumfragte, wer etwas spenden wolle für die syrische Familie, waren alle einverstanden und gaben einen Beitrag. Kevin machte eine Liste, in die er und sein Kumpel Sammy die Namen und den Spendenbetrag eintrugen. So kam einiges zusammen.

Spendensammlung über Facebook

Dann kam Kevin Zilic auf die Idee, die Spendensammlung auf seiner Facebook-Seite zu veröffentlichen und zu schreiben, dass er auf dem Hamannplatz im Coerde-Markt am nächsten Nachmittag vor dem Sport-Café sitzen würde. Wer spenden wolle für die Familie, der solle dort hinkommen. Am nächsten Tag standen die Leute Schlange, um sich in die Liste einzutragen, erzählte Kevin Zilic, obwohl niemand die Familie aus Syrien kannte.

„Egal, ob arabisches, afrikanisches oder deutsches Kind“, sagten die beiden Sammler, „wir hätten in jedem Fall gesammelt!“

Dann besuchte Kevin mit einer Abordnung der Spender den verunglückten Jungen im Krankenhaus. Der Sohn syrischer Kurden hatte eine schwere Gehirnerschütterung und zwei Brüche erlitten. Er konnte sich an nichts erinnern, auch seine Eltern erkannte er nicht. Erst nach und nach besserte sich sein Befinden. Die Ärzte konnten nicht sagen, wie sich der Zustand des Jungen entwickeln würde. Sie befürchteten bleibende Schäden.

Dankbar für große Anteilnahme

Die ganze Familie stand unter Schock. Der Vater wollte das Geld erst nicht annehmen und meinte: „Ich brauche kein Geld, ich habe eine Arbeit.“

Aber angesichts der befürchteten Ausgaben für weitere Reha-Maßnahmen nahm die Familie das Geschenk dann doch an und war dankbar für die gezeigte Solidarität der Menschen aus ihrem Stadtteil Coerde.

Am Montag vor Weihnachten wurde der kleine Patient von der Uniklinik in eine andere Klinik verlegt, die eine spezielle Reha-Therapie für den verunglückten Jungen durchführen wird. Die Eltern sind so oft wie möglich bei ihrem Kind und hoffen auf eine vollständige Genesung.

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