Sternsinger sammeln für Bhopal
„Brücke der Freundschaft“

Münster-Coerde -

Seit Jahrzehnten verbindet die „Brücke der Freundschaft“ das Bistum in Bhopal mit Münster. Die Coerder Sternsinger werden für die Projekte sammeln.

Freitag, 03.01.2020, 18:06 Uhr
Die Brücke der Freundschaft verbindet seit Jahrzehnten Münster und das Bistum in Bhopal.
Die Brücke der Freundschaft verbindet seit Jahrzehnten Münster und das Bistum in Bhopal. Foto: privat

Wenn die Sternsinger in Coerde am morgigen Sonntag um 9.30 Uhr in St. Norbert losziehen, werden sie Spenden für Projekte in Bhopal sammeln. Seit Jahrzehnten verbindet die „Brücke der Freundschaft“ viele Coerder mit den Menschen im mittelindischen Bistum. Viele Projekte sind im Laufe der Jahre angestoßen worden. Und noch immer gibt es viel zu tun.

In regelmäßigen Abständen besuchen Coerder die Geistlichen und die Patenkinder im indischen Bistum, um sich über den Stand der Dinge zu informieren und um zu erfahren, wo Hilfe benötigt wird. Vor Kurzem war eine diesmal zwölfköpfige Gruppe in dieser besonderen Mission unterwegs.

Mit dabei waren auch Mitglieder des Lions Clubs Münster-Johann-Conrad-Schlaun, der in Bhopal die Ausbildung von Kranken- und OP-Schwesternschülerinnen unterstützt.

Für fünf der Reisenden sei es ein wirklicher Aufbruch zu neuen Ufern, in ein exotisches, sehr fremdes Land gewesen. „Für die sieben anderen war es ein freudiges Wiedersehen mit vielen Schwestern, Geistlichen und Kindern“, berichtet Carola Stricker .

Der Besuch führte unter anderem in einen Steinbruch-Slum – dort könne nur wohnen, wer Steine spaltet, auf Kipper ablädt und mit einem „Taschengeld“ fürs Überleben zufrieden sei, heißt es. Eine Witwe mit zwei jungen Töchtern werde dort bei den Mietzahlungen durch die Spenden unterstützt, bis ihre Töchter die Ausbildung zur Krankenschwester beendet haben und Geld verdienen. „Dann werden sie woanders bescheiden zur Miete wohnen können“, heißt es in dem Bericht von Carola Stricker.

In den Slums besuchten die Münsteraner junge Frauen in den Nähschulen, die nachmittags als Unterrichtsräume für die Kinder der Slum-Familien dienen. Unterstützt werden auch Projekte von Schwestern, die sich für die tägliche Mahlzeit mit Schulunterricht einsetzten, die vor allem aber die berufliche Förderung junger Frauen in Nähschulen zum Schwerpunkt hätten.

In der Missionsstation, in der 55 der Patenkinder der „Brücke der Freundschaft“ leben, „wurden wir mit einem zweistündigen perfekt organisierten und moderierten Programm der Extraklasse willkommen geheißen und unterhalten. Alle dort wussten, dass wir uns für sie seit Jahren engagieren und viele erkannten uns auch von vorherigen Besuchen wieder“, berichtet Carola Stricker.

„Von Father Franklin in seiner 1200 Kinder umfassenden Missionsstation überbringen wir die herzlichsten Grüße für unsere Sternsinger“, fügt sie hinzu. Dass die Coerder Kinder zur kalten Winterzeit von Haus zu Haus gingen, um Geld zu sammeln, sei für indische Kinder unvorstellbar. Deshalb habe die Gruppe bei ihrem Besuch großformatige Bilder von den Sternsinger-Aktionen der vergangenen Jahre überreicht. Father Franklins Lepra-Station sehe nach vielen Jahren des Aufbaus und Weiterbaus schmuck wie ein südeuropäisches Dorf aus.

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