Entwicklungen im Coerdemarkt angeschoben /  Bürgerschaftliches Engagement
Coerde ist in den Fokus gerückt

Münster-Coerde. -

Auf vielen Ebenen geht es voran in Coerde. Die Verbesserung der Infrastruktur ist ebenso im Blick wie Unterstützung auf sozialer Ebene.

Montag, 03.02.2020, 19:38 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 19:40 Uhr
Coerde steht vor
Coerde steht vor Foto: kaj

Coerde steht vor einem neuen Schub. Nachdem die Neugestaltung des Coerdemarkts in trockenen Tüchern ist, hatte der Rat im Dezember, wie berichtet, einstimmig den Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines neuen multifunktionalen „Stadtteilhauses“ am Hamannplatz Nr. 36 - 40 gefasst. Damit wurde das städtische Tochterunternehmen Westfälische Bauindustrie GmbH (WBI) beauftragt. In derselben Sitzung war die WBI auch mit der Planung und Entwicklung eines neuen ressortübergreifenden, integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums in Coerde beauftragt worden – als Bestandteil des Stadtteilhauses.

WBI-Geschäftsführer Peter Todeskino nannte auf Nachfrage am Montag als potenziellen, frühesten Termin für einen Baubeginn des Stadtteilhauses das dritte Quartal 2021. Voraussetzung sei allerdings die Fertigstellung der Umgestaltung des Coerdemarkts, denn zwei Baustellen gleichzeitig seien zuviel.

Ein Gesundheitszen­trum in Coerde ist auch Anliegen von CDU und Grünen. Die SPD hatte den Bereich Stadtbücherei als Ankerpunkt für zentrale Anlaufstellen (etwa Jobcenter, Jugend- und Gesundheitszentrum) im Stadtteil voriges Jahr in ihrem Antrag „Gute Perspektiven für Coerde schaffen“ bereits im Blick. Darin waren etliche Ansatzpunkte für die Antragstellung zur Sozialen Stadt gebündelt worden. Die Frist hatte 2019 nicht eingehalten werden können. Die Antragstellung solle, hieß es, 2020 erfolgen.

Nicht nur der Coerdemarkt ist im Fokus, auch die sozialen Probleme des Stadtteils. Die Gemeinde St. Franziskus hat 2014 den Verein Franko gegründet: Dazu gehören die Teilbereiche Familienpatenschaft, die Möbelbörse, das Projekt „Schule lernen“ und Sprachkurse für geflüchtete Frauen.

Der Coerder Jochen Schweitzer setzte sich mit der Kinderarmut im Stadtteil auseinander und rief die Initiative „Chancen für alle Coerder Kinder“ (Chack) ins Leben. Die Initiative hat sich vorgenommen, etwas gegen Kinderarmut und etwas für Coerde zu tun. 20 Leute fanden sich bisher zusammen, um aktiv zu werden, darunter viele ehemalige Lehrer und Hochschullehrer. So der Stand heute.

Die Sprecher der Gruppe sind Jochen Schweitzer (Oberschulrat i.R.) und der ehemalige Schuldezernent Dietrich Scholle. Schatzmeisterin ist die Gymnasiallehrerin Rebekka Vieth.

Auf der Suche nach Sponsoren sprach man auch die Provinzial-Versicherung Münster an. Deren Mitarbeiter hatten vor gut fünf Jahren den gemeinnützigen Verein „Provinzialer in Westfalen-Lippe helfen“ gegründet. Die Beschäftigten der Provinzial bilden durch ihre Mitgliedsbeiträge und Spenden den Grundstock für die Aktivitäten des Vereins, das Unternehmen beteiligt sich jeweils in gleicher Höhe. Seit der Gründung Ende 2014 hat der Verein Provinzialer, laut Presseinformation, über 200 Projekte mit über 500 000 Euro unterstützt.

1000 Euro hat die Initiative Chack jetzt von den Provinzialern bekommen: Sie kann nun konkrete Fördermaßnahmen für Kinder planen. Dr. Katrin Peitz brachte den Scheck bei Schweitzer vorbei.

„Alle, die sich für die Kinder von Coerde engagieren wollen, sind bei uns herzlich willkommen“, sagt Sprecher Jochen Schweitzer, „den Mitgliedsbeitrag kann jeder, je nach seinen Möglichkeiten, frei wählen.“ Die Ideen für die Kinderförderung reichen von Theaterprojekten mit Vorschulkindern, Musik-und Malunterricht bis zur Sprachförderung durch qualifizierte Leute aus dem Verein oder durch Externe wie die Kinderkulturwerkstatt Musifratz.

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