Frühjahrskur für die Fleiter-Orgel in der St.-Norbert-Kirche
Königin der Instrumente schweigt

Münster-Coerde -

Eine gründliche Frühjahrskur für ein altes Schätzchen: Die Fleiter-Orgel in der Coerder Pfarrkirche St. Norbert wird seit dieser Woche von zwei Mitarbeitern der Nienberger Orgelfirma auf Vordermann gebracht.

Freitag, 21.02.2020, 18:20 Uhr
Orgelbauer Lars Sonius (l.) und Utukin Rostyslav von der Firma Fleiter bringen die Orgel wieder auf Vordermann.
Orgelbauer Lars Sonius (l.) und Utukin Rostyslav von der Firma Fleiter bringen die Orgel wieder auf Vordermann. Foto: Katrin Jünemann

Es ist eine gründliche Frühjahrskur für ein altes Schätzchen: Die Fleiter-Orgel in der Coerder Pfarrkirche St. Norbert aus den späten 1960er-Jahren wird seit dieser Woche von zwei Mitarbeitern der Nienberger Orgelfirma auf Vordermann gebracht.

Lars Sonius (21), frischgebackener Orgelbauer im münsterischen Familienbetrieb, hat diese Aufgabe zusammen mit Fleiter-Mitarbeiter Utukin Rostyslav übernommen: Sie haben die Orgel auseinandergebaut und alle Pfeifen herausgenommen: Momentan sieht das Instrument gar nicht königlich aus.

Knapp 1200 Pfeifen hat die mechanische Schleifladen-Orgel, 15 Register und zwei Manuale. Das eine Manual sei etwas kräftiger, das andere etwas ruhiger, damit man einen guten Wechsel spielen könne, erklärt Sonius.

Staub war nach all den Jahren ein Problem in der Orgel. Ein anderes, dass einige Bauteile porös geworden sind. Das betrifft zum Beispiel das Leder der Bälge: Sind sie nicht dicht, gibt es Windverlust. Dann zischt es.

Etwas Positives stellte sich aber auch heraus bei der großen Inspektion: „Zum Glück gab es keinen Schimmel“, freut sich Lars Sonius. Und die Orgel sei auch nicht allzu sehr verrußt.

Er arbeitet übrigens bei diesem Auftrag quasi auf „heimischen Terrain“, denn er gehört zur St.-Franziskus-Gemeinde.

Nun ist die Orgel sauber. Die Bälge sind in dieser Woche repariert und erneuert worden, etliche Pfeifen werden in der Werkstatt repariert. Die Schleifzug-Motoren, die die Register bewegen, werden nun durch neue ersetzt. Die alten Motoren hätten Nebengeräusche gehabt und seien träge gewesen, erklärte Lars Sonius. Ist dieser Austausch vollzogen, wird alles auf Funktionalität überprüft.

Dann werden die Pfeifen schrittweise wieder eingesetzt. Sonius: „Jedes Register wird für sich intoniert und gestimmt.“

Es liegt also noch einiges an Arbeit vor den den beiden, bis die Königin der In­strumente wieder in der St.-Norbert-Kirche erklingt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7280880?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F135%2F
Nachrichten-Ticker