Gisela Haak verlässt die Meerwiese
Kultur schon für die Kleinsten

Münster-Coerde -

Vor 18 Jahren hat Gisela Haak begonnen, die Meerwiese kontinuierlich als Spielstätte für das Kinder- und Jugendtheater in dieser Stadt aufzubauen. Ende dieses Monats verlässt sie das Coerder Begegnungszen­trum: Das Haus hat sich als Ort anspruchsvollen Kinder-und Jugendtheaters überregional und international etabliert.

Dienstag, 03.03.2020, 19:11 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 19:20 Uhr
Platz nehmen und eintauchen in die Welt des Theaters: Kulturelle Bildung von Anfang – dafür steht die Meerwiese als Spielstätte des Kinder- und Jugendtheaters in Münster. Gisela Haak verlässt das Begegnungszentrum Ende des Monats.
Platz nehmen und eintauchen in die Welt des Theaters: Kulturelle Bildung von Anfang – dafür steht die Meerwiese als Spielstätte des Kinder- und Jugendtheaters in Münster. Gisela Haak verlässt das Begegnungszentrum Ende des Monats. Foto: kaj

Schon für die Allerkleinsten gibt es in Münster eine Theaterspielstätte: die Meerwiese. Vor 18 Jahren hat Gisela Haak begonnen, die Meerwiese kontinuierlich als Spielstätte für das Kinder- und Jugendtheater in dieser Stadt aufzubauen. Ende dieses Monats verlässt sie das Coerder Begegnungszen­trum: Das Haus hat sich als Ort anspruchsvollen Kinder-und Jugendtheaters überregional und international etabliert.

Mit dem Renteneintritt beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Abschied von dem Coerder Kultur- und Begegnungszentrum nimmt sie schon seit einem halben Jahr. „Immer wieder denke ich, dass ist das letzte Mal“, sagt sie. Vieles ist, viele sind ihr ans Herz gewachsen, seit sie im September 2002 als Nachfolgerin von Andreas Viehoff-Heithorn die Leitung des Hauses übernahm. Schon zwei Jahre zuvor war die Dramaturgin und Theaterpädagogin vom Stadttheater an die Meerwiese gekommen.

Schon Kleinkindern die Welt des Theaters zu öffnen „mit Stücken, die man mit allen Sinnen erleben kann“, kulturelle Bildung von Anfang an, ist ihr nicht nur ein professionelles, sondern ein persönliches Anliegen. Das Kindertheaterfestival „Steppke“, die Winterpunsch-Kindertheatertage oder das Festival „Halbstark“ für Neun- bis 13-Jährige, das in Kooperation mit dem Stadttheater durchgeführt wurde, haben wichtige Impulse für das Kindertheater gesetzt und die Meerwiese und damit auch Coerde durch internationales Flair belebt.

Heute ist die Meerwiese Spielstätte renommierter Ensembles aus Münster, aus Deutschland und dem Ausland. In der Meerwiese gibt es Theater für Kinder mit unterschiedlichen ästhetischen Formaten wie Tanz, Schauspiel, Musik, Objekttheater – oft auch interdisziplinär.

Als persönliche Bereicherung hat Gisela Haak im Begegnungszentrum die Alltagskultur mit unterschiedlichen Menschen und Generationen, die Zusammenarbeit im Stadtteil und die multikulturellen Begegnungen empfunden: zum Beispiel deutsch-russische, türkische, afrikanische oder indonesische Feste. „Ich habe die beeindruckende Bandbreite erleben dürfen – das war ein Geschenk“, betont sie.

Eine besondere Geschichte war 2007 für sie das gemeinsame Stadtteil-Event „Bunte Republik Coerde“ mit Aktionskünstler Thomas Nufer in Anlehnung an das indische Holi-Fest: Die Hauptschule Coerde hatte Kostüme mit Elefantenrüsseln gefertigt, aus denen rund 4000 Liter Lebensmittel-Farbe versprüht wurde. „Alle kamen mit weißen T-Shirts, hinterher waren alle bunt“, erinnert sich Gisela Haak.

Eine traurige Geschichte gab es auch. Nicht vergessen wird sie den Freitag, als der Kinderzirkus Coer­dini Premiere feiern wollte, aber die gesamte Technik gestohlen worden war: „Die Kinder haben geweint. Sie haben nicht verstehen können, dass sie nicht auftreten konnten, obwohl sie seit Monaten dafür geprobt hatten.“

Für die Zukunft der Meerwiese wünscht sie sich, dass „das Miteinander der Kulturen und Generationen weiterhin gestärkt und gefördert wird“. Ihr Nachfolger, der auch im Kinder- und Jugendtheaterbereich des Stadttheaters gearbeitet habe, stehe fest, sagte Gisela Haak. Am 1. April werde der Theaterpädagoge und Dramaturg Peter Haegele die Leitung des Begegnungszentrums Meerwiese übernehmen.

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