Kriminalhauptkommissar Thomas Klaverkamp gibt Tipps für mehr „Sicherheit im Alter“
„Unhöflichkeit ist erlaubt“

Münster-Coerde -

Tipps für mehr Sicherheit im Alter gab Kriminalhauptkommissar Thomas Klaverkamp im Begegnungszentrum Meerwiese.

Donnerstag, 12.03.2020, 18:14 Uhr
Kriminalhauptkommissar Thomas Klaverkamp gab bei einer Infoveranstaltung der Zwar-Gruppe Coerde im Begegnungszentrum Meerwiese Tipps für mehr „Sicherheit im Alter“.
Kriminalhauptkommissar Thomas Klaverkamp gab bei einer Infoveranstaltung der Zwar-Gruppe Coerde im Begegnungszentrum Meerwiese Tipps für mehr „Sicherheit im Alter“. Foto: Siegmund Natschke

Falsche Dachdecker sind unterwegs. Die Masche ist immer ähnlich. „Kriminelle geben sich als Handwerker aus und weisen auf angebliche Schäden hin“, erklärte Kriminalhauptkommissar Thomas Klaverkamp von der Abteilung „Kriminalprävention“ der Polizei Münster auf Einladung der Coerder Zwar-Gruppe im Begegnungszen­trum Meerwiese. Zugleich gäben sie vor, dass der Hausbesitzer mit hohen Strafen rechnen müsse. Wer sich davon beeindrucken lasse, sei nachher der Geschädigte.

Die falschen Dachdecker würden versprechen, die vermeintlichen Schäden preisgünstig zu beheben, beständen aber auf Barzahlung. Gingen die Hausbesitzer darauf ein, sei das Geld weg, und die Arbeiten würden gar nicht oder handwerklich schlecht ausgeführt.

So mancher der Teilnehmer nickte mit dem Kopf. Einige hatten selbst schon ihre Erfahrungen mit Trickbetrügern gemacht. „Den Enkeltrick kennt schon fast jeder“, meinte Klaverkamp.

Vielleicht reagierte deshalb eine Seniorin, die sich zu Wort meldete, richtig, als sie es selbst einmal mit Ganoven zu tun bekam. „Oma, mir geht es ja so schlecht!“, hörte sie da am Telefon eine scheinbar stark erkältete Stimme. Der vermeintliche Enkel wollte natürlich Bargeld, das ein Freund abholen wollte. Die Seniorin antwortete: „Das besprechen wir heute abend mit Mama und Papa beim Abendessen!“. Prompt legte der Anrufer auf.

Auch die Gewinn-Masche ist von ihrem Prinzip her bekannt. „Wer hat schon mal von ihnen etwas gewonnen?“, fragte Klaverkamp in den Raum. Viele Hände gingen in die Höhe. Kriminelle verkündeten am Telefon einen vermeintlichen Gewinn, verlangten jedoch die Sofort-Überweisung einer angeblich notwendigen Bearbeitungsgebühr.

Etwas abgewandelt wird der Trick, wenn der Kauf von Prepaid-Coupons gefordert wird, und die dortigen Codes am Telefon genannt werden sollen. Der Wert der Karte sei sofort auf Null, so Klaverkamp: Die Trickbetrüger nutzten nämlich die ihnen übermittelten Codes, um ihrerseits etwa bei Online-Kaufhäusern einzukaufen.

„Das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten“, so der Kriminalbeamte. Solche Anrufe sollten konsequent beendet werden: „Unhöflichkeit ist erlaubt!“

Bei Fremden vor der Haustür empfiehlt er, Vorsicht walten zu lassen. „Lassen sie keine Unbekannten in ihre Wohnung“, mahnte er. Die Tür sollte immer nur mit einer vorgelegten Türsperre geöffnet werden. „Seien Sie misstrauisch, unterschreiben Sie nichts“, empfahl er. Und: „Informieren Sie sofort ihre Polizei unter 110.“ Diese Nummer sei nicht nur eine Notrufnummer, sondern „Ihr Kontakt zur Polizei“.

Es gibt auch gute Nachrichten: 95 Prozent aller Trickbetrüger-Versuche würden scheitern. Die „Kriminalitätsfurcht“, also die Angst vor Verbrechen, sei zwar bei Senioren stark ausgeprägt, aber diese Gruppe mache in Münster nur acht Prozent der Opfer von Straftaten aus: „Das ist nicht wirklich viel“, meinte der Polizist. Was die Betrüger anbelange: „Das sind keine netten Menschen, mit denen wir es zu tun haben.“

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