Biologische Station bittet um Rücksichtnahme
Die ersten Vögel brüten

Münster-Coerde -

Die Brutsaison beginnt in den Rieselfeldern. Geklappert wird jetzt zur Begrüßung auf dem Horst. Auf den Wiesen suchen Brutvögel nach ungestörten Nistplätzen. Die Biologische Station bittet, Hunde im Europäischen Vogelschutzgebiet anzuleinen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Montag, 06.04.2020, 19:42 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 20:00 Uhr
Eine brütende Graugans
Eine brütende Graugans Foto: Biologische Station

Es ist bestes Brutwetter. „Viele Vögel sind auf der Suche nach einem ungestörten Nistplatz“, berichtet Dr. Hans-Uwe Schütz von der Biologischen Station Rieselfelder.

Aus diesem Grund bittet die Biologische Station um die Rücksicht der Rieselfeld-Besucher. Das gelte insbesondere für die Hundebesitzer: Sie werden gebeten, ihre Hunde anzuleinen und nicht frei laufen zu lassen. Stöbernde Hunde gebe es immer wieder, berichtet Schütz. Eine Vogelzählerin der Biologischen Station, die vor einigen Tagen auf die Anleinpflicht hingewiesen habe, sei auf sehr unfreundliche Resonanz gestoßen.

Die Rieselfelder sind gesetzlich geschützt. „Beide Gebietsteile, das Naturerlebnisgebiet und das Reservat, bilden zusammen das Europäische Vogelschutzgebiet“, erläutert er. Das bedeutet: „Vom 1. März bis zum 31. Juli gilt generell nach Paragraf 52 des Landesnaturschutzgesetzes eine Anleinpflicht für Hunde in allen Europäischen Vogelschutzgebieten.“

Für Wiesenvögel seien stöbernde Hunde lebensgefährlich, „da sie dadurch Stress und somit Energieverlust erleiden. Energie, die fehlt, um erfolgreich auf Nahrungssuche zu gehen. Nester werden verlassen, Eier kühlen aus oder Jungvögel müssen verhungern.“ Oft würden solche Flächen gerade auch wegen dieser Störung als Brut- und Rastflächen gar nicht mehr angenommen.

Mancher unterschätze auch den Jagdtrieb seines Hundes. Gerade die großen Wiesen und deren Ränder im Umkreis des Heidekrugs am südlichen Rand der Rieselfelder eigneten sich eigentlich hervorragend als Nistplatz und Äsung für Gänse, aber auch als Nistplatz für das seltene Schwarzkelchen oder den Wachtelkönig. Auch Rebhühner könnten sich dort zu Hause fühlen. Es ist ein Terrain für die Niederwildarten.

Auch einige Rehe der Rieselfeldern streifen jeden Tag über diese Wiesen und die angrenzenden Felder. Ebenso begeben sich die Störche auf den Flächen auf Nahrungssuche. „Wenn Hunde an der Leine geführt werden, ist das kein Problem“, betont Uwe Schütz .

„Wir haben Verständnis dafür, dass für eine artgerechte Haltung von Hunden Freilauf wichtig ist. Daher auch unser Hinweis auf die von der Stadt ausgewiesenen Freilaufgebiete am Dortmund-Ems-Kanal und im Wienburgpark“, fügt er hinzu.

Die Biologische Station würde sich freuen, wenn auch die Zweibeiner auf den Wegen blieben und sich nicht an die Wasserflächen setzen würden. „Ich weiß, dass die Wiesen zum Lagern einladen“, zeigt der Mitarbeiter der Biologischen Station Verständnis. Aber: „Es geht leider nicht im Schutzgebiet.“

Just habe er am Wochenende gerade rund 20 Leute vom Aussichtsturm der Rieselfelder herunterbitten müssen – „obgleich der Turm abgesperrt war“. Unten hätten schon weitere Leute gestanden, die gedacht hätten, es sei wieder möglich, den Turm zu besteigen.

Doch das ist und bleibt absolute Fehlanzeige: Alle Besuchereinrichtungen der Rieselfelder – seine es der Turm oder die Beobachtungshütten – bleiben weiterhin gesperrt.

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