Entwicklungskonzept für Coerde soll im Juni beschlossen werden
Ein Stadtteil in Bewegung

Münster-Coerde -

Coerde steht vor einem umfangreichen Entwicklungsprozess: mit der baulichen Veränderung im Zentrum am Hamannplatz und mit zusätzlichen Beratungs-, Bildungs- und Begegnungsangeboten für die Menschen im Stadtteil. Grundlage des Erneuerungsprozesses ist das Stadtteilentwicklungskonzept.

Mittwoch, 20.05.2020, 19:40 Uhr
Am Hamannplatz soll ein multifunktionales Stadtteilhaus mit sozialen und kulturellen Angeboten entstehen. Oberbürgermeister Markus Lewe (l.), Stadtbaurat Robin Denstorff, Projektleiterin Frauke Popken (2.v.l.) und Stadtteilkümmerin Nora Harenbrock vom Stadtplanungsamt präsentieren das Stadtteilentwicklungskonzept für Coerde, das den Orientierungsrahmen für die weitere Entwicklung des Stadtteils bietet.
Am Hamannplatz soll ein multifunktionales Stadtteilhaus mit sozialen und kulturellen Angeboten entstehen. Oberbürgermeister Markus Lewe (l.), Stadtbaurat Robin Denstorff, Projektleiterin Frauke Popken (2.v.l.) und Stadtteilkümmerin Nora Harenbrock vom Stadtplanungsamt präsentieren das Stadtteilentwicklungskonzept für Coerde, das den Orientierungsrahmen für die weitere Entwicklung des Stadtteils bietet. Foto: Stadt Münster

Coerde wird sich verändern: zunächst deutlich sichtbar an den Bauarbeiten für das neue Stadtteilzentrum, später deutlich spürbar an der ausgebauten (sozialen) In­frastruktur mit zusätzlichen Beratungs-, Bildungs- und Begegnungsangeboten für die Menschen im Stadtteil. Grundlage des Erneuerungsprozesses ist das Stadtteilentwicklungskonzept. Es ist von Ende 2016 bis März 2020 unter Federführung des Stadtplanungsamtes und mit Beteiligung zahlreicher Akteure im Stadtteil erarbeitet worden und wird nun dem Rat am 24. Juni zur Beschlussfassung vorgelegt, informiert die Stadt Münster.

„Ziel ist es, die Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen in Coerde zu verbessern und die Bewohnerschaft in ihrem Alltag ganz konkret zu unterstützen“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe und nennt als Beispiel Maßnahmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit. „Mit der schrittweisen Umsetzung von Projekten aus dem Entwicklungskonzept kann es gelingen, Coerde in den nächsten Jahren zu einem lebenswerteren und sozialeren Stadtteil zu machen, mit dem die Bewohnerinnen und Bewohner sich identifizieren.“ Bei der städtischen Bürgerumfrage 2015 stuften viele Bewohnerinnen und Bewohner die Attraktivität des Stadtteils als gering ein.

Als „identitätsstiftendes Leuchtturmprojekt“ spielt das am Hamannplatz geplante multifunktionale Stadtteilhaus eine zentrale Rolle. Den Grundsatzbeschluss zur Errichtung durch das städtische Tochterunternehmen Westfälische Bauindustrie (WBI) hatte der Rat der Stadt Münster bereits im Dezember getroffen.

Außerdem wurde die gestalterische Aufwertung der bislang wenig attraktiven Freiflächen des Hamannplatzes an ein Büro für Landschaftsarchitektur vergeben. In einem Workshop-Verfahren soll ein gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelter Planungsentwurf entstehen.

„Damit der Erneuerungsprozess, der auf den Erkenntnissen aus dem breitgefächerten Beteiligungsverfahren zum Entwicklungskonzept aufbaut, kontinuierlich vorangetrieben werden kann, sollen eine Stadtteilkümmerin und eine Quartiersmanagerin künftig auch vor Ort präsent sein“, blickt Stadtbaurat Robin Denstorff in die Zukunft. Für die Umsetzung der Projekte beabsichtige die Verwaltung, Städtebaufördermittel aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“, die Fortsetzung des Programms „Soziale Stadt“, zu beantragen. „Mit der Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes, das alle Bereiche der Daseinsvorsorge abbildet, haben wir die Voraussetzung für die Beantragung umfangreicher Fördermittel geschaffen und damit eine wichtige Möglichkeit eröffnet, Coerde zukunftsweisend weiterzuentwickeln.“

Geplant ist, dass das Stadtteilhaus am Hamannplatz soziale und kulturelle Angebote unter einem Dach vereint. Es soll unter anderem Raum bieten für die Erweiterung der Stadtteilbücherei, für einen Serviceort der Bezirksverwaltung und für die Bezirksstreife der Polizei, für die Volkshochschule (VHS), die Arbeiterwohlfahrt (Awo), das Jobcenter sowie für künftige Stadtteilkümmerer und Quartiersmanager, so die Mitteilung der Stadt.

Ein weiterer wichtiger Baustein sei die Planung und Entwicklung eines integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums, das vor allem für Familien die Angebote der Jugend- und Gesundheitshilfe an einem zentralen Ort niedrigschwellig zugänglich machen soll.

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