Komplett neue Entwicklung für die Melanchthonschule
Neubau statt Ausbau

Münster-Coerde -

Die Melanchthonschule steht vor einer völlig neuen Perspektive: Sie soll neu gebaut werden. Das sieht eine Vorlage des Schulamts zur Beratungskette der Politik direkt nach den Sommerferien im August vor.

Samstag, 25.07.2020, 05:31 Uhr aktualisiert: 25.07.2020, 05:50 Uhr
Folgt die Politik dem Vorschlag der Verwaltung, dann wird die Melanchthonschule abgerissen.
Folgt die Politik dem Vorschlag der Verwaltung, dann wird die Melanchthonschule abgerissen. Foto: Katrin Jünemann

Für die Melanchthonschule in Coerde bahnt sich eine komplett neue Entwicklung an: Sie soll neu gebaut werden. Das sieht eine Vorlage des Schulamts zur Beratungskette der Politik direkt nach den Sommerferien im August vor.

Bislang war vorgesehen, das jetzige Schulgebäude zur Zweizügigkeit auszubauen: zuzüglich eines Unterrichtsraumes, eines Differenzierungsraumes und eines Büroraumes – inklusive der dazugehörigen energetischen, statischen und brandschutztechnischen Sanierung. Dazu gibt es bereits einen Errichtungsbeschluss des Rates vom 12. Dezember 2018.

Dabei wurde von einem Kostenrahmen von rund 2,5 Millionen Euro für eine energetische, statische und brandschutztechnische Sanierung ausgegangen. Doch die Überprüfung hat ergeben, „dass die energetische Sanierung erhebliche Mehrkosten verursacht und weder Sanierung noch die Erweiterung im laufenden Betrieb möglich sind“, heißt es nun in einer Vorlage des Schulamts.

Um einen Neubau planen zu können, muss der Rat den Errichtungsbeschluss von 2018 für die Melanchthonschule aufheben und stattdessen eine Erweiterung durch einen Neubau beschließen. Genau das ist der Inhalt dieser neuen Vorlage.

Vieles ist nach Angaben der Verwaltung im Vorfeld des aktuellen Vorschlags zur Zukunft der Melanchthonschule überprüft worden. Etwa ein vorübergehender Auszug, der aber „nur mit einem hohen logistischen Aufwand und erheblichen Mehrkosten zu realisieren“ gewesen wäre. Zudem gebe es auch keine freien Räume für einen Interimsstandort an anderen Schulen, sie sind selbst ausgelastet. Auch die Suche nach einem neuen Standort für die Melanchthonschule „blieb ohne Erfolg“.

Die Verwaltung hatte deshalb eine neue Machbarkeitsstudie erstellt, die nun den kompletten Neubau im Bereich der jetzigen Sporthalle vorsieht. Ablaufen könnte das wie folgt: „Nach Abriss der Sporthalle und Neubau eines Schulgebäudes könnte der Abriss der jetzigen Schule inklusive der zurzeit vermieteten Wohnung erfolgen und an dieser Stelle eine neue Sporthalle verortet werden“, so das Schulamt.

Das Schulgrundstück ist nur 9000 Quadratmeter groß. Schon für das neue Schulgebäude müsse eine flächensparende Lösung gefunden werden, heißt es. Nach oben ist immer Luft – und genau dahin geht es: Drei Geschosse werde das neue Gebäude haben, schon „um die notwendigen Schulhofflächen, Pkw- und Fahrradstellplätze herstellen zu können“, erläutert das Schulamt.

Für eine Zweifachsporthalle sei das Grundstück zu klein, heißt es zudem mit Bezug auf das Anliegen der Sportverwaltung, in Coerde weitere Hallenzeiten zu schaffen. Der Hintergrund: Das Sportamt hatte im Kontext der Machbarkeitsstudie für die Erweiterung der Melanchthonschule gebeten zu prüfen, ob auf dem Grundstück Platz für eine Zweifachsporthalle sei. Auch für einen Bildungscampus gebe es auf dem Schulgrundstück an der Königsberger Straße 91 nicht genug Platz, heißt es.

Zur kurzfristigen Verbesserung der Raumsituation hatte die Melanchthonschule im April 2018 zwei Fertigbauklassen erhalten. Zudem wurde 2019 ein Kleinspielfeld mit Kunstrasen für die Pausennutzung erstellt.

Nun soll also der Rat den Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines neuen zweizügigen Grundschulgebäudes auf der Grundlage des Musterraumprogramms fassen – erweitert um einen Unterrichtsraum (65 Quadratmeter), einen Differenzierungsraum (25 Quadratmeter), einen Büroraum (16 Quadratmeter) sowie um ein vergrößertes Mitarbeiterzimmer (100 Quadratmeter) für gemeinsames Arbeiten im Ganztag. „Nach Fertigstellung des Neubaus wird das jetzige Schulgebäude abgerissen und an dem Standort eine neue Einfachsporthalle errichtet“, heißt es weiter.

Der Beschluss umfasst den Auftrag an die Verwaltung, zur Vorbereitung der Vergabe der Planungsleistung einen kombinierten Wettbewerb für Architekten und Landschaftsarchitekten für ein Planungskonzept durchzuführen, das die Ermittlung der Kosten für den Neubau von Schule und Sporthalle umfasst. Auf dieser Grundlage kann von der Politik ein neuer Errichtungsbeschluss gefasst werden. Laut Vorlage ist „zunächst nur Planungskosten in Höhe von 560 000 Euro“ auszugehen.

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