Unerwünschte Wurfzettel im Briefkasten
Corona-Leugner nun auch in Coerde mit Flyern unterwegs

Münster-Coerde -

Gegner der coronabedingten Schutzmaßnahmen sind derzeit offenbar stadtteilübergreifend in Aktion.

Donnerstag, 22.10.2020, 18:41 Uhr
Corona-Leugner Bodo Schiffmann
Corona-Leugner Bodo Schiffmann Foto: Harry Haertel/imago-images

Eine stadtteilübergreifende PR-Aktion? Bereits am Dienstag sorgten Gegner der coronabedingten Schutzmaßnahmen in Mecklenbeck für Unmut und Ärger. Dort wurden im Wohnquartier Am Dill – wie berichtet – unerwünschte Flyer des umstrittenen Corona-Leugner Bodo Schiffmann in die Briefkästen gesteckt. Sie werden derzeit von der Staatsanwaltschaft im Hinblick auf eine mögliche strafrechtliche Relevanz in Augenschein genommen. Jetzt sind die Wurfzettel auch im Stadtteil Coerde aufgetaucht.

Aus dem Wohngebiet am Marderweg meldete sich am Donnerstag die Coerderin Notburga Woestmann . Auch sie hatte am Morgen Flyer von Gegnern der Corona-Einschränkungen vorgefunden, wofür sie nach eigenen Angaben keinerlei Verständnis hat. Bei den Nachbarn wurden die Wurfzettel ebenfalls in den Briefkasten gesteckt. Mit ihnen wird unter anderem die Aufhebung sämtlicher Corona-Schutzmaßnahmen einschließlich des Tragens von Mund-Nasen-Schutzmasken gefordert und gegen behördliche Anordnungen Front gemacht. Darüber hinaus wird dazu angehalten, Internetseiten von Corona-Kritikern aufzusuchen.

Verantwortlich für die Wurfsendungen zeichnen laut Notburga Woestmann gemäß Impressum einmal mehr der Anti-Corona-Aktivist Schiffmann sowie eine Initiative namens „Gemeinsam für Grundrechte“.

Wer die Flyer in die Briefkästen steckt, ist bislang nicht bekannt. Verstoße der Inhalt nicht gegen strafrechtliche Vorschriften, so könne gegen die Aktion nicht vorgegangen werden, sagt Angela Lüttmann. Die Sprecherin der Polizei Münster rät betroffenen Bürgern dazu, künftig ein Hinweisschild „Keine Werbung“ am Hauspostkasten anzubringen.

Als sich auch der WDR am Dienstag mit dem Wurfzettelvorfall in Mecklenbeck befasst hatte, wurde ihm von Ordnungsamt der Stadt Münster folgende schriftliche Nachricht zuteil: „Der Einwurf in den Briefkasten ist nicht verboten. Anders verhält es sich bei einer Verteilung von Hand zu Hand im öffentlichen Raum. Dies wäre genehmigungspflichtig.“

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