Künstlergruppe 110 stellt im Begegnungszentrum Meerwiese aus
Botschaften aus der Märchenwelt

Münster-Coerde -

Was so alles dabei herauskommen kann, wenn Künstler sich intensiv mit einem spezifischen Thema befassen, das kann man in Coerde sehen: In der Meerwiese werden märchenhafte Bilder präsentiert.

Sonntag, 25.10.2020, 23:27 Uhr
Inspiration der besonderen Art: Die Gruppe 110 hatte sich bei ihrer aktuellen Ausstellung in der Meerwiese mit Märchen auseinandergesetzt und nach eigenen Interpretationen und Bedeutungen gesucht. Die dabei entstandenen Bilder beeindruckten so manchen Besucher.
Inspiration der besonderen Art: Die Gruppe 110 hatte sich bei ihrer aktuellen Ausstellung in der Meerwiese mit Märchen auseinandergesetzt und nach eigenen Interpretationen und Bedeutungen gesucht. Die dabei entstandenen Bilder beeindruckten so manchen Besucher. Foto: cro

Es war einmal eine Gruppe von Künstler, die nannte sich „110“. Diese Gruppe bestand aus Senioren, die alle einen künstlerischen Hintergrund hatten und sich lose zusammenfanden, um gemeinsam Werke zu schaffen und sich zu inspirieren. Jetzt sind sie wieder aktiv: Diesmal haben sich die Künstlerinnen und Künstler Märchen vorgenommen, um diese thematisch in einer Ausstellung im Begegnungszentrum Meerwiese zu verarbeiten.

„Märchen sind immer etwas ganz Besonderes, wir haben durch unsere Enkel auch viele Berührungspunkte mit den Geschichten“, so Annegret Evers-Wulff , die zusammen mit Marie-Antoinette Werninghaus die Begrüßung übernahm. Doch die Gruppe wollte noch weiter gehen und nicht nur Szenen aus Märchen abbilden: „Welche Botschaften stecken wirklich hinter den Märchen? Was bedeuten die Geschichten für uns heute, und was finden wir besonders bedeutend“, fragten sich die Künstler bei der Vorbereitung.

Das konnten ganz unterschiedliche Ansätze sein, die jeder aus der Gruppe für sich selber beantworten durfte. So sah Evers-Wulff in dem Märchen der sechs Schwäne eben nicht nur den bösen Zauber der Stiefmutter, die ihre Söhne in Schwäne verwandelt hatte. „Durch die Liebe der Schwester, die unerschütterlich war und beinah auf dem Scheiterhaufen endete, wurden die Brüder jedoch gerettet. Das bedeutet, sich zu verteidigen, sprechen zu dürfen, aber auch die Erlösung im Angesicht des Grauens durch die Treue zum Versprechen“, so die Interpretation der Künstlerin.

Jeder der acht Teilnehmer hatte sich dabei nicht nur das Märchen ausgesucht, das ihm besonders nahe stand, sondern auch unterschiedliche künstlerische Technikern gewählt, um die Ideen umzusetzen. Unter der Leitung von Dr. Annette Georgi konnten die Zuschauer die verschiedenen Ansätze bestaunen.

„Natürlich haben Märchen auch für mich eine besondere Bedeutung: Man kann gerade als Kind ganz in die Geschichte eintauchen und sich mit verschiedenen Protagonisten identifizieren“, so die Kunsthistorikerin. Bei der Wahl der Kunstform der Bilder könne man verschiedene Ansätze entdecken: „Man findet fast naive Zeichnungen im Stil eines Cartoons ebenso wie anspruchsvolle Aquarelle oder Ölgemälde.“ Dabei sei bei manchen Exponaten nicht auf den ersten Blick erkennbar, um welches Märchen es sich handele. „Auch das ist ein Wesen von Kunst: Man muss sie auf sich wirken lassen, sich ein eigenes Bild machen“, sagt Georgi.

So ließen sich die Künstler treiben und verarbeiten unter anderem Motive von Rotkäppchen, bei dem es eben auch um menschliche Wölfe ging, Schneewittchen mit der Liebe der Zwerge oder Frau Holle, die tugendhafte Mädchen belohnte.

Die Ausstellung ist am 13. Dezember von 10 bis 12 Uhr sowie am 10. Januar von 14 bis 16 Uhr und am 31. Januar von 10 Uhr im Begegnungszentrum Meerwiese (An der Meerwiese 25) geöffnet.

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