Rieselfeld-Kalender 2021: Überschuss fließt ins Europareservat
Schönheiten und rare Typen

Münster-Nord -

Auch der Löffler taucht im Rieselfeld-Kalender 2021 auf. Er ist seit 2015 regelmäßiger Gast in den Rieselfeldern und in Deutschland selten, nahezu alle brüten in den Niederlanden.

Dienstag, 03.11.2020, 05:52 Uhr
Der Löffler ist ein rarer Typ und ein seltener Gast
Der Löffler ist ein rarer Typ und ein seltener Gast Foto: Ralf Worrmann

Wiesel und Hase finden sich auch im neuen Rieselfeld-Kalender 2021 der Biologischen Station – „nicht nur Vögel“, sagt Dr. Michael Harengerd , Leiter der Biologischen Station. Obgleich die gefiederten Bewohner natürlich den Schwerpunkt bilden.

Seit 2009 gibt es diesen Kalender bereits. „Wir möchten, dass er in einigen Häusern hängt und daran erinnert, dass es das Gebiet gibt und wie schön die Rieselfelder sind“, erläutert Harengerd die Intention.

Die Fotografien erhält die Biologische Station von Leuten, die aus „Freude an der Natur“ fotografieren – von Studenten bis zu Rentnern. Sie stellten ihre Fotos regelmäßig und umsonst zur Verfügung. Und das sei auch gut so, weil die Biologische Station jeden Cent brauchen könne und der Überschuss, der erwirtschaftet werde, in das Europareservat investiert werde, berichtet Harengerd.

Münsters Rieselfelder sind etwas ganz Besonderes. Das dokumentieren auch die vielen seltenen Bewohner und Gäste, die Brutvögel, die Rast- und Überwinterungsgäste. Dass es in den Rieselfeldern in diesem Jahr 55 Brutpaare der Zwergtaucher gegeben habe, sei eine große Ausnahme in Nordrhein-Westfalen, erklärt der Leiter der Biologischen Station.

Eine weitere „kleine Besonderheit“ sei, dass die gewöhnliche Stockente in den Rieselfeldern von der Schnatterente überholt worden sei. 1974 sei das erste Schnatterenten-Brutpaar aufgetaucht: In diesem Jahr habe es 120 Brutpaare gegeben. Hingegen sei die Zahl der brütenden Stockenten von 50 Paaren in 2019 auf 35 Paare in diesem Sommer gesunken.

Schönheiten und rare Typen gibt es auch unter den Singvögeln in den Rieselfelder: Mit 40 bis 60 Paaren sind die Blaukelchen vertretnen. „Das sind die höchsten Bestände in Nordrhein-Westfalen, das ist schon ein Sonderfall“, freut sich Harengerd.

Die Rieselfelder seien auch der einzige Brutplatz des Tüpfelsumpfhuhns und des Rohrschwirls in Nordrhein-Westfalen. Dass auch der seltene Drosselrohrsänger und die Bartmeise in den Rieselfeldern brüteten, sei einmalig in Nordrhein-Westfalen.

Zu den seltenen Typen zählt auch der Löffler. Er ist seit 2015 regelmäßiger Gast in den Rieselfeldern. Er sei in Deutschland selten, „nahezu alle brüten in den Niederlanden. Ein paar Brutplätze gibt es in Norddeutschland“, berichtet Harengerd. Die Rieselfelder seien als Brutgebiet wohl zu klein. Der Löffler ist immer im Sommer zu Gast. Meist seien es fünf Exemplare: Sie tauchten für ein paar Tage auf, verschwänden wieder, dann kämen neue. Die Löffler zögen regelmäßig auch Vogelfreunde in die Rieselfelder. Das sehe man an den auswärtigen Autokennzeichen. Die Nachricht über das Auftauchen seltener Gäste verbreiteten sich immer schnell im Internet. Die Rieselfelder seien ein „Hotspot“ der Vogelbeobachtung.

Der Rieselfeld-Kalender (12,80 Euro) ist in der Biologischen Station, Coermühle 181, in münsterischen Buchhandlungen, in Hiltrup und Greven erhältlich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7660497?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F135%2F
Nachrichten-Ticker