Anwohner fühlen sich übergangen
Plädoyer für „Anlieger frei“

Münster-Coerde -

Ob „Anlieger frei“ auf der Coermühle im Europareservat Rieselfelder oder Sperrung:Ohne Kontrolle ist beides wirkungslos, so die Ansicht von Anwohnern. Doch es gibt für sie einen gravierenden Unterschied: Eine Sperrung ist für sie weit weg vom adäquaten Maß.

Samstag, 13.03.2021, 06:04 Uhr aktualisiert: 13.03.2021, 06:10 Uhr
Ohne Verkehrskontrollen werde es auf der Coermühle nicht gehen, so die Ansicht der Anwohner.
Ohne Verkehrskontrollen werde es auf der Coermühle nicht gehen, so die Ansicht der Anwohner. Foto: kaj

Ob „Anlieger frei“ auf der Coermühle im Europareservat Rieselfelder – wie es die Bezirksvertretung Nord favorisiert und deshalb ihre Zuständigkeit juristisch klären lässt – oder Sperrung, wie es jetzt Grüne , SPD und Volt im Rat beantragen wollen: „Ohne Kontrolle ist beides wirkungslos“, unterstreicht Sebastian Maimann . In der fünften Generation lebt seine Familie an der Coermühle. Doch es gibt einen gravierenden Unterschied für die Anwohner: Eine Sperrung ist für sie weit weg vom adäquaten Maß.

„Wir leben gern im Naturschutzgebiet“, unterstreicht seine Frau Jasmin Maimann und schaut an diesem frischen Morgen hinüber auf die sonnenbeschienenen Wiesen. Als Anwohner wüssten sie nur zu gut, dass der Durchgangsverkehr auf der Coermühle eine erhebliche Belastung für das Schutzgebiet darstelle und die Tierwelt und die Besucher gefährde. Maimanns können jeden Tag beobachten, wie viele Fahrzeuge durchs Europareservat fahren, darunter seien auch etliche Lkw.

Eine vollständige Sperrung der Ausweisung als „Anliegerstraße“ vorzuziehen, steht für die Familie in keinem Verhältnis. Obgleich sie ihr Leben lang an der Coermühle wohne, werde über ihre Köpfe hinweg entschieden. Ein Großteil des Alltags der Familie spielt sich in Gelmer ab: Die Kinder gehen dort in Kindergarten und Schule, Sebastian Maimann ist bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Bei einer Alarmierung, bei der schneller Einsatz Leben retten kann, müsste er bei einer Sperrung – statt via Coermühle in drei Kilometern am Feuerwehrhaus zu sein – einen Umweg von zehn Kilometern über den Schifffahrter Damm fahren. Führe er über die Coermühle, sei er juristisch belangbar.

Sebastian Maimann war bei der ersten Zusammenkunft der BI Rieselfelder dabei. Alle konnten Kontaktdaten hinterlassen, das tat er. Als dann verschiedene Ideen zur Lösung des Verkehrsproblems zur Coermühle publik wurden, schrieb er mit der Bitte um Erläuterung vor einem Jahr an die Verwaltung. Auf eine Antwort warte er noch immer.

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