Gievenbeck
„Eine willkürliche Aktion“

Dienstag, 12.02.2008, 22:02 Uhr

Münster-Gievenbeck. „In einem halben Jahr“, meint Ulrich Kleine-Bösing , „spricht kein Mensch mehr darüber.“ „Dann“, sagt der Fachstellenleiter im Grünflächen- und Umweltamt, „sind die Bäume und Sträucher bereits wieder 1,50 bis zwei Meter hoch.“ Momentan erhitzt die radikale Abholzaktion der Fläche zwischen dem Rüschhausweg und der Straße Am Gievenbach durchaus die Gemüter: „Das kleine Wäldchen wurde einfach platt gemacht“, ist Thomas Lüttecke mächtig sauer. „Es wurden nicht einzelne kranke oder altersschwache Bäume abgesägt, sondern es wurde ein dicht bewachsenes Gelände auf etwa 250 Metern Länge und 20 Meter Breite entfernt.“

Was die Abholzungsaktion mit „Baumpflege zu tun jat“, meint Lüttecke weiter, „verstehe ich als Anwohner nun gar nicht.“ Seiner Ansicht nach hätte es ausgereicht, wenn die Fläche „ausgedünnt“ worden wäre. Das sieht Ulrich Kleine-Bösing ganz anders. Im dem betroffenen Abschnitt sei „jahrelang nichts gemacht“ worden. Nach dem Sturm Kyrill seien auch Am Gievenbach viele Bäume entwurzelt, die bislang nicht entfernt wurden. Nun habe man die ganze Fläche „vernünftig zurückgeschnitten“. Die Weiden werden nach Ansicht des städtischen Fachstellenleiters „rasch wieder austreiben“.

Für Thomas Lüttecke „ist das mal wieder eine willkürliche Aktion der Stadt Münster “. „Die Anwohner wurden nicht im Vorfeld informiert.“ Zudem kritisiert er den nun eingetretenen fehlenden Schallschutz. „Es ist jetzt doppelt so laut wie vorher“, ärgert sich Lüttecke. Der Lärm komme sowohl von der Autobahn als auch vom Rüschhausweg. „Dieser Problematik“, entgegnet Kleine-Bösing, „sind wir uns durchaus bewusst.“ Deshalb seien einige Bäume an der Böschung auch stehengeblieben. Zudem seien viele Pflanzen im Bodenbereich zerstört gewesen – dafür sei Haus- und Gartenmüll verantwortlich, der in diesem Wäldchen regelmäßig und verbotswidrig abgeladen werde.

Großflächige Abholzaktionen sieht Diana Gevers „auch nicht gerne“. Aber: „Man muss abwägen“, sagt die Vorsitzende der Gruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund) des Stadtverbandes Münster. Natürlich gingen auch Nistplätze verloren. Falls die Bäume allerdings krank seien, müssten diese gefällt werden. Dass Pappeln „eigentlich nicht ins Münsterland gehören“, zeige sich immer wieder. Gerade durch ihre flachen Wurzelteller seien sie bei großen Stürmen besonders anfällig, erläuterte Gevers. Zudem liege die Schlagreife von Pappeln bei weniger als 50 Jahren.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/346552?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F597783%2F597853%2F
Billerbecks Klage abgewiesen: Bahn muss Brücke nicht sanieren
Die Brücke in der Billerbecker Bauerschaft Bockelsdorf will keiner haben. Sie ist dringend sanierungsbedürftig.
Nachrichten-Ticker