Gievenbeck
Talente optimal fördern

Montag, 19.01.2009, 18:01 Uhr

Münster-Gievenbeck - „Die Klasse wächst noch stärker zusammen“, freut sich Isabel Bernhard . Die Schülerin der Waldorfschule steht im Zuschauerraum des Theatersaals und schaut den Tänzerinnen und Tänzern genau zu. Auf der Bühne proben die Schüler der zwölften Klasse in diesen Tagen gerade für das Stück „Romeo und Julia“. Isabel Bernhard, die auch in ihrer Freizeit tanzt, hat mit den Schülern die verschiedenen Tänze einstudiert. „Chef“ im Theatersaal ist derweil Dr. Günter Moseler, Musiklehrer, der zum elften Mal mit Zwölftklässlern ein Theaterstück einübt. „Die Talente des einzelnen Schülers sollen optimal zur Geltung kommen“, wünscht sich Moseler. Deshalb hat beispielsweise Isabel Bernhard auch den Part der „Tanzlehrerin“ übernommen.

Oftmals werden Klassiker des 16., 17. und 18. Jahrhunderts ausgewählt, die die Schüler mit Günther Moseler umsetzen. Das hat einen einfachen Grund: „Schließlich sollen alle 35 Schüler an dem Stück beteiligt werden“, erläutert Moseler. Viele moderne Werke seien oft nur mit fünf bis sieben Personen besetzt. Deshalb kommen schwerpunktmäßig ältere Stücke zum Einsatz, „die natürlich auch auf heutige Verhältnisse Bezug nehmen sollen“, meint Moseler.

Bevor es jedoch auf die Bühne ging, mussten die Schüler den Shakespeare-Klassiker Romeo und Julia lesen und ihre Passagen auswendig lernen. Moseler: „Somit setzen sich die Schüler auch mal mit alten Texten ausein­ander.“ Viele kennen zwar den Titel „Romeo und Julia“, sagt Moseler, „aber wer hat das Buch denn schon wirklich gelesen?“

Corinna Fühner , Isabel Bernhard und Marie Schwarm haben den Klassiker gelesen. Mittlerweile habe sie auch keine Probleme mehr damit, die ungewöhnliche Sprache zu sprechen, sagt Corinna Fühner. Zudem verändere man sich auch im Laufe der Probenzeit, so das Trio unisono. Isabel Bernhard: „Man hat immer weniger Hemmungen, auf der Bühne zu stehen.“

Bis zur Premiere am 30. Januar stehen nun täglich Proben ab 8 Uhr auf dem Programm, die sich bis in den frühen Abend hinziehen. „Für mich gibt es jetzt nur noch das Theaterstück“, erzählt Corinna Fühner. „Und das macht auch Spaß.“

Natürlich möchte Günter Moseler, dass mit dem Stück „verschiedene Assoziationen möglich sind“. „Die Zuschauer können sich auch einmal ärgern.“ Aber: „Wir möchten keine moralische Botschaft verkünden.“

Die Premierenvorstellung von „Romeo und Julia“ findet am 30. Januar um 20 Uhr in der Waldorfschule am Rudolf-Steiner-Weg statt. Weitere Aufführungen sind am 31. Januar (20 Uhr) und am 1. Februar (17 Uhr). Der Einritt ist kostenlos.

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