Gievenbeck
Wartburg-Hauptschule: Gute Aussichten für Köche

Freitag, 12.02.2010, 18:02 Uhr

Münster-Gievenbeck - Lehrer an der Wartburg-Hauptschule haben es gut: Wenn nach der Kochstunde noch einige Portionen übrig bleiben, servieren die Schüler schon mal ein paar Teller aus der Küche ins Lehrerzimmer. In dieser Woche war es beispielsweise ein gratinierter Spätzle-Auflauf, den die Schüler während des Hauswirtschafts-Unterrichts mit ihrer Lehrerin Pia Kuhn zubereitet hatten. Drei Portionen blieben übrig - und darüber freuten sich drei Lehrer.

Kochen - das wird traditionell und aus gutem Grund in der Wartburg-Hauptschule groß geschrieben. „Schließlich haben handwerkliche Berufe bei uns einen großen Stellenwert“, sagt Pia Kuhn, Klassen- und Hauswirtschaftslehrerin der 10 b. Und Kochen steht nicht nur bei Mädchen hoch im Kurs. „Das Fach wird auch bei Jungen zunehmend beliebter“, erzählt Kuhn. Und die Leistungen können sich sehen und schmecken lassen.

Bestes Beispiel dafür: Erstmals siegte das Team der Wartburg-Hauptschule beim Kochwettbewerb der münsterischen Hauptschulen (die berichteten). „Endlich“, freut sich Pia Kuhn. Denn in den vergangenen Jahren kehrten die Jugendlichen immer wieder mit guten zweiten Plätzen zurück. Doch was in diesem Jahr Susanne Schuch (9 b), Maria Maddente (9 a), Claudio Napoli (10 b) und Andreas Shevchenko (10 b) zubereiteten, überzeugte die Jury am meisten. Als Vorspeise wurde winterlicher Blattsalat mit Gouda zubereitet, als Hauptspeise folgten gebratene Wirsingspalten mit Kartoffelrösti und zum Nachtisch gab es Schokopudding mit Sahnehaube und Grapefruit-Filets.

Dass einige Portionen nach der „Kochstunde“ übrig bleiben, ist jedoch nicht immer der Fall. Schließlich berechnen die Schüler genau die Mengen und Zutaten, die sie für ihre Gerichte benötigen. Gekocht werde mit viel Gemüse und fettarmen Fleisch, so Pia Kuhn. Zudem kommen keine Fertigprodukte auf den Tisch, unterstreicht die Klassenlehrerin. „Und das ist für viele Schüler nicht selbstverständlich“, hat Kuhn festgestellt.

Der Erfolg des Quartetts kommt nicht ganz überraschend. Denn Kochen ist besonders für die 15-jährige Maria Maddente und dem 18-jährigen Claudio Napoli mehr als ein Schulfach. Letzterer möchte eine Ausbildung zum Restaurantfachmann absolvieren. Und die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen gut. Wenn er in den Osterferien im Restaurant „Caputo´s“ an der Königsstraße sein Praktikum erfolgreich hinter sich bringt, könnte dort nach der Schule die Ausbildung folgen. Damit würde er eine Familientradition fortsetzen, denn auch sein Vater ist Koch.

Genauso sieht es bei Maria Maddente aus. Auch ihr Vater und ihr Bruder sind beide Koch. Und die 15-Jährgie kann sich vorstellen, in der Restaurantbranche einmal zu arbeiten. Bereits jetzt organisiert sie bei Infoveranstaltungen oder sonstigen Festivitäten in der Schule die Cafeteria und sorgt zusammen mit anderen Schülern für das Wohl der Gäste.

Der Erfolg beim Kochwettbewerb zahlt sich auch auf dem Zeugnis aus. Denn dort wird vermerkt, dass sie daran mit großem Erfolg teilgenommen haben. Pia Kuhn: „Und das macht sich positiv bemerkbar, wenn sie in der Gastronomie Fuß fassen möchten.“

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