Gievenbeck
Perfekter Rasen macht Arbeit

Dienstag, 02.08.2011, 21:08 Uhr

Münster-Gievenbeck - Training unter Spitzenbedingungen - das bietet der Sportplatz gegenüber der Mosaik-Grundschule. Selbst die Preußen nutzten bereits diese Möglichkeit (die WN berichteten) und freuten sich über die gepflegte Anlage im „Grünen Finger“.

Um einen gleichmäßig 3,5 Zentimeter langen Rasen zu erhalten, investieren die Mitarbeiter des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz eine Menge Arbeit. „Gedüngt wird drei Mal im Jahr. Mähen müssen wir zwei bis drei Mal pro Woche“, erläuterte Reinhard Zumdick , der für Gievenbeck, Nienberge und Roxel zuständige städtische Gärtner.

Aber damit nicht genug der Pflege: Für einen Sportplatz reicht es nicht aus, sich auf die natürlichen Niederschläge zu verlassen. Eine ausgeklügelte Beregnungsanlage sorgt dafür, dass das kräftige Grün immer gut versorgt wird.

Aus einem 30 Meter tiefen Brunnen wird Grundwasser empor gepumpt, informieren Ulrich Kleine-Bösing und Günter Tewes vom Grünflächenamt. An den Rändern des Platzes sind zehn Regnerdüsen angeordnet, hinzu kommen zwei in der Mitte. „Die Regner sind im Boden versenkt und kommen durch den Wasserdruck heraus“, erklärt Kleine-Bösing. Mit rund zehn Bar Wasserdruck schießen dann die schrägen Fontänen aus den kleinen, sich drehenden Düsen hervor. Die äußeren Regner sprühen in Halbkreisen, die mittleren bilden volle Kreise.

Die Beregnung beginnt an jedem dritten und fünften Wochentag um 4 Uhr morgens und läuft bis 7.30 Uhr. „Bei Dienstbeginn sehen wir den letzten Regner und wissen dann, dass das Programm durchgelaufen ist“, berichtet Zumdick. Die Düsen sind nacheinander umlaufend in Betrieb, weil sonst der Druck nicht ausreichen würde. Die äußeren Regner sind je zehn bis 15 Minuten im Einsatz, die mittleren je 30 Minuten.

Wenn es durchgängig richtig sommerlich warm ist, werden 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter aufgebracht. Natürlich ist dies nicht nötig, wenn es ohnehin regnet, stellt Kleine-Bösing klar: „Je nach Wetterlage werden von Hand längere oder kürzere Laufzeiten eingegeben.“ Ein Regensensor sorgt dafür, dass sich die Anlage nicht einschaltet, wenn es zur fraglichen Zeit regnet oder vorher genügend Niederschlag fiel.

In fußballfreien Zeiten wird der Sportplatz zudem regelmäßig vertikutiert. „Der Bodenfilz wird rausgenommen. Falls nötig, bestreuen wir den Platz mit 55 Tonnen Sand“, erklärt Zumdick.

Bei der Tiefenlüftung sorgen viele hohle Stangen für einen Bodenauswurf. „Das sieht so aus, als ob Millionen von Bratwürstchen herumliegen“, meint der Gärtner. Danach wird die Fläche abgeschleppt, um einen ebenen Boden zu erzielen.

Zu den Nutzern des Platzes gehören das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die Mosaik-Grundschule, die Faustballer von Preußen Münster und die Organisatoren von Schiedsrichter-Lehrgängen.

Die Mitarbeiter des Grünflächenamtes bitten alle Nutzer, die Jugendtore nicht auf die Regnerdüsen zu stellen, weil diese sonst nicht aus dem Boden kommen können. Allerdings sind sie nicht leicht zu entdecken: Sie wurden liebevoll mit Kunstrasen beklebt.

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