Schuldenfrei in neun Jahren
Sparkurs des 1. FC Gievenbeck zeigt Wirkung / Plädoyer für mehr Werbung, Sponsoring und Eigenleistung

Münster-Gievenbeck -

„Wir sind zwar nicht auf Rosen gebettet, aber der Sparkurs zeigt erste Wirkungen!“ So beschrieb Alois Lutz, Vorsitzender des 1. FC Gievenbeck, bei dessen Jahreshauptversammlung die nach seinen Worten leicht verbesserte finanzielle Situation des Sportvereins. Noch vor einem Jahr hatte die sechsstellige Schuldenlast (zum Bau des Vereinsdomizils) erhebliches Kopfzerbrechen bereitet, nun hofft der Vorstand, dass man in neun Jahren schuldenfrei ist.

Mittwoch, 14.03.2012, 17:03 Uhr

Schuldenfrei in neun Jahren : Sparkurs des 1. FC Gievenbeck zeigt Wirkung / Plädoyer für mehr Werbung, Sponsoring und Eigenleistung
Die Finanzlage des 1. FC Gievenbeck ist weiter angespannt, aber nicht mehr dramatisch (v.l.): Kaufmännischer Leiter Uwe Peppenhorst, Vorsitzender Alois Lutz, Vize Björn Thewes und Heinz Mecklenborg, Sprecher des Beirats. Foto: tu

Monatlich, so Lutz weiter, werden 5223 Euro abgezahlt. Maßnahmen zur Liquiditätssteigerung seien getroffen worden: Etatkürzungen in der Fußball- und Tischtennisabteilung, eine Steigerung des Beitragsvolumens auf 95 000 Euro, Einnahmen durch Hallenvermietungen. „Die Situation ist weiter angespannt, wenn auch nicht mehr dramatisch“, so der Tenor. Weitere Einnahmenverbesserungen, etwa durch Bandenwerbung, Sponsoring und auch Mithilfe der Vereinsmitglieder seien dringend erforderlich. „Tief schwarz sah es vor einem Jahr aus“, unterstrich Uwe Peppenhorst , kaufmännischer Geschäftsführer. Man sei mit einem „blauen Auge davongekommen“. In seinem dezidierten Geschäftsbericht nannte Peppenhorst einen Gewinn von 18 000 Euro sowie ein bilanztechnisches Minus von 40 000 Euro. Dem 1. FC sei es nicht gelungen, die Räume des früheren Mütterzentrums (MuM) zu vermieten. Auch führe ein erst im Sommer ausgezahlter städtischer Zuschuss regelmäßig zu Liquiditätsproblemen. Es gelte, trotz verbesserter finanzieller Ausgangslage jede Ausgabe kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls auch abzulehnen. Von den Mitgliedern forderte Peppenhorst mehr Engagement, aber auch Respekt für den Einsatz des Vorstands: „Hätte sich nicht eine Handvoll Aktiver vor einem Jahr so engagiert, würde es den 1. FC Gievenbeck heute vielleicht gar nicht mehr geben!“ Um den Sportverein dauerhaft auf eine solide Basis zu stellen, bedürfe es erheblicher Anstrengungen, forderte auch Heinz Mecklenborg, Sprecher des Beirats. Kritik an der Konsolidierung übte ein Versammlungsteilnehmer. So seien „in den vergangenen sechs Jahren statt 240 000 Euro nur 130 000 Euro Schulden abgebaut“ worden. Der um 30 000 Euro gegenüber dem Vorjahr reduzierte Etat fürs Spieljahr 2012/2013 wurde einstimmig genehmigt. Die Einbruchserie (WN, 3. 3.), den offenbar häufig verwaisten FCG-Treff und die geplante Erneuerung des Kunstrasens sprach Lutz ebenfalls an. Sportlich läuft alles rund beim 1. FC Gievenbeck – „so erfolgreich wie im letzten Jahr, war der 1. FCG noch nie“, zitierte Lutz seine eigene Aussage, die er Jahr für Jahr wiederhole. Eine vorbildliche Bilanz der Fußballer legte Abteilungsleiter Christian Wielers vor. Dank 57 Trainern, unter ihnen acht Jugendtrainern aus der ersten Mannschaft, sei die Nachwuchsarbeit sehr erfolgreich. Dem Jugendbereich winke demnächst die Westfalen-Liga, und man agiere „auf Augenhöhe mit Preußen“. Von 95 auf 120 Mitglieder wuchs die Tischtennisabteilung, berichtete Vize-Leiter Henry Michels. Alle Altersklassen seien vertreten, auch die jüngste D-Spielklasse. Michels und Abteilungsleiter Christian Krafft wollen bei der kommenden Jahresversammlung ihre Ämter abgeben – für Nachfolger sei gesorgt. Als „Glücksgriffe“ für den 915 Mitglieder starken Verein bezeichnete der Vorstand Jonas Dirksen und Janis Hohenhövel, die dort zurzeit ihr freiwilliges soziales Jahr ableisten. Das Duo habe etliche Projekte auf den Weg gebracht.

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