Komponistin reist aus den USA an
Freies Musical Ensemble führt „Eine Geschichte aus zwei Städten“ in der Waldorfschule auf

Münster-Gievenbeck -

Regungslos liegt Sidney Carton auf dem Tisch – blitzschnell nutzt Basard, der heimtückische Dieb, die Situation, klaut ihm die Taschenuhr. Wütend protestieren die Gäste im Wirtshaus an der Old Kent Road im London des ausgehenden 18. Jahrhunderts: Es sind burlesk-komödiantische Massenszenen wie diese, die zweifelsohne zu den Stärken dieser ambitionierten Inszenierung zählen dürften.

Donnerstag, 18.10.2012, 21:10 Uhr

Komponistin reist aus den USA an : Freies Musical Ensemble führt „Eine Geschichte aus zwei Städten“ in der Waldorfschule auf
In dieser burlesken Szene des Musicals zeigen die Darsteller vollen Einsatz mit Stimme, Mimik und Körperhaltung. Foto: tu

Mit „Eine Geschichte aus zwei Städten“ nach der Romanvorlage von Charles Dickens’ „A Tale of Two Cities“ feiert das Freie Musical-Ensemble Münster seine nunmehr vierte deutsche Erstaufführung. Der Vorhang für die Premiere des dreistündigen Musicals im Saal der Waldorfschule öffnet sich am Sonntag (21. Oktober) um 17 Uhr. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir die Rechte für die deutsche Erstaufführung bekommen haben“, erzählt Ensemble-Sprecherin Diana Borbach. Und fügt freudestrahlend hinzu, dass die Komponistin Jill Santoriello für die Aufführung des Musicals am 2. November eigens aus den USA anreisen werde. 150 Mitwirkende, davon allein 60 Musiker, auf, vor und hinter der Bühne stemmen das mittlerweile elfte Projekt des Ensembles unter der künstlerischen Gesamtleitung von Ingo Budweg . Wieder realisierten die tatkräftigen Mitstreiter alles in Eigenregie – von der ersten Idee bis zur Umsetzung, Kulissen und Kostüme inklusive. Im Mittelpunkt steht eine große Liebesgeschichte, die zur Zeit der französischen Revolution mit wechselnden Schauplätzen in Paris und London spielt und in einer Tragödie endet. Zwei Männer – Ehemann Charles Darnay, gespielt von Ricardo Santos, und der stille Sydney Carton, dargestellt von Stephan Rinschen – buhlen um die Gunst von Lucie Manette, gespielt von Sarah Blauwitz. „Es ist anspruchsvoller Stoff, mit großen schauspielerischen, musikalischen und bühnentechnischen Herausforderungen“, unterstreicht Diana Borbach. Nicht nur wechselten die Szenen im Eiltempo von Paris nach London und in ungekehrter Richtung, auch verlangten die komplexen, eher an Klassik denn an Pop erinnernden Kompositionen den Musikern einiges ab. Originellstes Requisit sei die eigens nach historischem Vorbild gebaute Guillotine – es gibt nämlich mehrere Enthauptungen. „In einer Szene sogar im Minutentakt“, wie Diana Borbach erzählt. „Die Musik reißt mit, man leidet und man lacht mit den Akteuren!“ Weitere Aufführungen sind am 24., 26. und 27. Oktober um 19.30 Uhr, am 28. Oktober um 17 Uhr, am 31. Oktober um 19.30 Uhr, am 1. November um 17 Uhr, am 2. und 3. November um 19.30 Uhr, am 4. November um 17 Uhr, am 9. November um 19.30 Uhr und am 11. November um 17 Uhr.

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