„Ruhe ist das oberste Gebot“
Blick hinter die Kulissen bei der Aufführung im Waldorfsaal

Münster-Gievenbeck -

Überfüllte Regale, ein Zimmer voll mit Instrumentenkoffern, dicht bepackte Ständer mit Kostümen – vom edlen Kleid bis zum einfachen Lumpen – und dazwischen Statisten, die aufgeregt von Raum zu Raum laufen und die letzten Vorbereitungen treffen: In wenigen Minuten wird die Premiere des Stücks des Freien Musical-Ensembles beginnen.

Montag, 22.10.2012, 19:10 Uhr

„Ruhe ist das oberste Gebot“ : Blick hinter die Kulissen bei der Aufführung im Waldorfsaal
Umziehen und gleichzeitig neu schminken:  In der Maske hinter den Kulissen der Waldorfbühne ist während der Musical-Aufführung eine Menge los. Foto: fre

Neun Monate Probenzeit investierten die 150 Mitwirkenden in Charles Dickens „Eine Geschichte aus zwei Städten“. Doch um dem Publikum ein so großes Projekt souverän zu präsentieren, ist hinter den Kulissen mehr Aufwand nötig, als die meisten Zuschauer ahnen. „Spätestens, wenn das Orchester die Bühne betritt, beginnt im Hintergrund die Hektik. „Ruhe ist dann das oberste Gebot “, beschreibt Diana Lara Borbach , Pressesprecherin des Ensembles, das Geschehen kurz vor dem Auftritt. „Spätestens zwei Stunden vor Aufführungsbeginn treffen sich die Akteure, und von dem Zeitpunkt an hat jeder seinen ganz eigenen Ablauf“, erläutert sie. So gibt es Darsteller, die sich vor dem großen Auftritt eher für sich sammeln, während andere lieber in Gruppen zusammenkommne und sich gegenseitig Mut machen. Auffällig ist die Selbstständigkeit der Hobby-Darsteller. Schließlich ist jeder für einen Teil der Requisiten und sogar für das Anziehen der überwiegend selbstgenähten Kostüme und das Schminken, das zuvor in einem speziellen Maskenworkshop erprobt wurde, selbst zuständig. Lediglich die Hauptdarsteller dürfen den Service von Hannah Book und Natascha Weigang, aus der Maske auch schon vor der Show genießen. „Wir sind genauso aufgeregt wie alle Anderen, denn es ist nicht leicht, jemanden in 30 Sekunden komplett umzuziehen“, geben die Beiden zu bedenken. Von Daniel Buth, der für Licht und Ton sorgt, ist ebenfalls Professionalität gefragt. „Dieses Jahr ist relativ ruhig für uns, da es weniger Wechsel gibt als sonst. Das macht das Stück allerdings nicht weniger anspruchsvoll“, erzählt er vor einem riesigen Plan und vielen verschiedenen Mikrofonen. Doch plötzlich wird es hinter den Kulissen unruhig. Das zuvor gedämpfte Flüstern nimmt zu, immer mehr Menschen tauchen auf den Fluren auf, Nervosität und Lampenfieber sind allgegenwärtig. Ein Bühnenwechsel steht bevor. Jetzt muss jeder wissen, was er zu tun hat, denn die Zeit bis zum nächsten Auftritt ist knapp. Zwei Minuten voller Hektik, Lampenfieber und perfekt geplantem Umbau, und die Ruhe kehrt in die Vorräume zurück – bis zum nächsten Szenenwechsel.

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