Bürger fahren ihren Weg
Kuriose Radsperre an Appelbreistiege

Münster-Gievenbeck -

„Das ist ja wohl ein Schildbürgerstreich“, sagt Margrit Rieger zu der neu aufgestellten Sperre an der Appelbreistiege. Mitten auf dem Rad- und Fußweg hat die Stadt die rot-weißen Metallbügel platziert. Das stört aber Niemanden, jeder radelt über den Rasen daran vorbei. „Ich halte mich für sehr linientreu“, sagt Margrit Rieger, „aber dort würde ich auch nebenher radeln.“

Donnerstag, 16.05.2013, 23:05 Uhr

Kein Schildbürgerstreich: Neben der Umlaufsperre an der Appelbreistiege will die Stadt noch Knieholme aufstellen, damit Radfahrer künftig nicht mehr mit zu hohem Tempo in den Kreisverkehr an der Von-Esmarch-Straße fahren.
Kein Schildbürgerstreich: Neben der Umlaufsperre an der Appelbreistiege will die Stadt noch Knieholme aufstellen, damit Radfahrer künftig nicht mehr mit zu hohem Tempo in den Kreisverkehr an der Von-Esmarch-Straße fahren. Foto: Margit Rieger

Norbert Vechtel, Abteilungsleiter im städtischen Ordnungsamt , gibt auf WN-Anfrage zu, dass das so sicher nicht optimal sei. „Die gesamte geplante Maßnahme in diesem Bereich ist aber noch nicht endgültig fertiggestellt.“ Eine Fahrt über das Grün solle künftig mit Knieholmen verhindert werden. „Diese halbhohen Sperren kennen Münsteraner unter anderem von der Promenade“, erläutert Vechtel. In der Woche nach Pfingsten werden diese zusätzlichen Barrieren aufgestellt.

Die Umlaufsperre sei nur ein Teil eines gesamten Maßnahmenpaketes, das der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich diene, erklärt der Leiter des Ordnungsamtes. Untersuchungen hätten gezeigt, dass vor allem jüngere und sportliche Radfahrer sehr schnell aus der Appelbreistiege kommen und dann ungebremst in den Kreisverkehr an der Von-Esmarch-Straße einfahren. Dadurch komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen und Bei­nahe-Unfällen. Die städtische Unfallkommission habe mehrere Vorschläge erarbeitet, von denen einige bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Unter anderem sollen sogenannte Haifischzähne, einer rauer Belag in den weißen Fahrbahnmarkierungen, die Autofahrer darauf hinweisen, dass sie den Vorrang der Radfahrer beachten müssen. Außerdem wurde der Radweg rot markiert.

Von der Umlaufsperre verspricht Norbert Vechtel sich, dass Radfahrer abgebremst werden und deutlich langsamer an den Kreisverkehr kommen. So hätten sie mehr Zeit, das Verkehrsgeschehen zu beobachten. Autofahrer könnten zudem die Radfahrer besser wahrnehmen.

Der Kreisel an der Von-Esmarch-Straße sei eine Stelle, an der eine Unfallhäufung festgestellt worden sei. Gründe dafür lägen nicht in der baulichen Gestaltung des Kreisverkehrs, betont Vechtel. Die extrem hohe Zahl der Verkehrsteilnehmer – sowohl von Rad- als auch Autofahrern – seien Ursache für die Probleme.

Damit sich die Rad- und Autofahrer besser wahrnehmen können, seien schon die Wegweiser auf der Innenfläche des Kreisels aufgestellt worden. „Damit haben wir schon eine deutliche Verbesserung der Situation und mehr Übersichtlichkeit erreicht“, Vechtel.

Wenn dann auch noch die aus der Appelbreistiege kommenden Radfahrer durch die Umlaufsperre langsamer fahren, dürfte der Kreisverkehr insgesamt sicherer werden.

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