Der Künstler Adolph W. Knüppel feiert am Sonntag seinen 80. Geburtstag
Dem Frieden verschrieben

Münster-Gievenbeck -

Adolph W. Knüppel hat viele Spuren hinterlassen – weit über die Grenzen Münsters hinaus. Schließlich ist der Künstler aus Gievenbeck schon seit Jahrzehnten kreativ, widmete sich immer wieder neuen Themen, Stilen und Herausforderungen. Am Sonntag feiert er seinen 80. Geburtstag.

Samstag, 27.07.2013, 06:07 Uhr

Adolph W. Knüppels Werken sieht man häufig an, dass er lange Zeit als Architekt tätig war, etwa seinen Gebilden aus Draht und Blattgold. Aber auch mit vielen anderen Materialien hat er gearbeitet, zum Beispiel mit Stoffballen.
Adolph W. Knüppels Werken sieht man häufig an, dass er lange Zeit als Architekt tätig war, etwa seinen Gebilden aus Draht und Blattgold. Aber auch mit vielen anderen Materialien hat er gearbeitet, zum Beispiel mit Stoffballen. Foto: mfk

Mal muss man genau hinschauen, um seine Kunstwerke zu entdecken, zum Beispiel die „Goldspuren“ am Zwinger. An anderer Stelle sind seine Arbeiten kaum zu übersehen, wie die Skulptur zur Droste am Rüschhaus. Aber ganz gleich ob eher versteckt oder deutlich sichtbar: Adolph W. Knüppel hat viele Spuren hinterlassen – weit über die Grenzen Münsters hinaus. Schließlich ist der Künstler aus Gievenbeck schon seit Jahrzehnten kreativ, widmete sich immer wieder neuen Themen, Stilen und Herausforderungen. Inzwischen zieht er sich allerdings mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Denn am Sonntag feiert Adolph W. Knüppel seinen 80. Geburtstag.

Dass er am 28. Juli 1933 in Ehringen bei Kassel geboren wurde, im Jahr der Machtergreifung durch die Nazis, hat Knüppel geprägt. Ihm zum Beispiel den Vornamen Adolph aufgedrückt. „Es war damals üblich und selbstverständlich, dass ein neuer Mann für Deutschland Adolph heißen soll“, sagt Knüppel. Glücklich sei er mit diesem Namen später nicht gewesen.

Vor allem aber haben die Kriegsjahre, die er als Kind erlebte, Weichen für seine Zukunft gestellt – in doppelter Hinsicht. Einerseits haben sie seine Kreativität gefördert: Der Vater war im Krieg, die Mutter musste alleine fünf Kinder ernähren, Geld für Spielzeug gab es nicht. Also musste sich der Junge alles selbst anfertigen. Andererseits haben die Schrecken des Krieges ihn abgeschreckt: Der Wunsch nach Frieden zieht sich wie ein roter Faden durch viele von Knüppels Arbeiten, insbesondere in späteren Jahren. „Ich will nicht Kanonen im Museum sehen, sondern Friedenssymbole“, sagt der Künstler heute.

Zunächst aber macht er nach der Schule eine Malerlehre, studiert an der Werkkunstschule Kassel, kommt dort mit den unterschiedlichsten Techniken und Materialien in Berührung. Er war Meisterschüler und für den Maler Josef Albers gar ein „Enkelschüler“, schrieb dieser.

Unter die Fittiche eines ebenfalls renommierten Mannes kommt Knüppel nach dem Studium: 1960 fängt er beim Architekten Prof. Harald Deilmann in Münster an – als Architekt. Was ihm an Fachwissen fehlt, erlernt er als Autodidakt.

Bis zu seinem 50. Lebensjahr wird Knüppel als Architekt arbeiten, nicht nur bei Deilmann, bei dem er aber an seinem größten Projekt mitwirkte, der John-F.-Kennedy-Schule in Berlin. Und wo er vor allem seine spätere Ehefrau kennenlernte, die 1961 ebenfalls als Architektin bei Deilmann anfing und sehr viel später bei der Stadtverwaltung die Entwürfe für die bundesweit erste Radstation erarbeiten wird. In puncto Bautätigkeit waren die 60er-Jahre „eine sehr dynamische Zeit“, erinnert sich Hildegard Knüppel. Vielleicht dauerte es deshalb bis 1965 bis zur Heirat.

Zwei erwachsene Kinder haben Adolph und Hildegard Knüppel. Und vier Enkel, das jüngste wurde erst vor drei Wochen geboren. Den Sohn zog es nach Hamburg, wo er die „Elkline“ kreierte. Die Tochter, Physiotherapeutin von Beruf, in der Freizeit ebenfalls kreativ, lebt in Heidelberg. „Leider sind beide weit weg“, findet Hildegard Knüppel. Zum Geburtstag am Sonntag werden sie aber kommen, mitsamt der Enkel. „Dann ist hier richtig was los.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1811150?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F1758369%2F1879982%2F
Großfeuer bei Schweinezüchter: 2.500 Tiere tot
Zwei Feuerwehrmänner laufen an dem brennenden Stall eines Schweinezüchters vorbei.
Nachrichten-Ticker