Professionelle Schädlingsbekämpfung im Studentenheim am Gescherweg
Raus mit den Bettwanzen!

Münster-Gievenbeck -

Um Bettwanzen aus dem Wohnheim am Gescherweg zu halten, will das Studentenwerk die Bewohner via Schreiben auf Gefahrenquellen aufmerksam machen. Zugleich soll eine Fachfirma beauftragt werden, um die gesamte Anlage auf einen Befall mit den kleinen Blutsaugern zu kontrollieren.

Mittwoch, 27.11.2013, 10:11 Uhr

In einem der Häuser des Studentenwohnheims am Gescherweg klagten Bewohner über Bettwanzen. Sieben Fälle bestätigte Achim Wiese, kommissarischer Leiter des Studentenwerks.
In einem der Häuser des Studentenwohnheims am Gescherweg klagten Bewohner über Bettwanzen. Sieben Fälle bestätigte Achim Wiese, kommissarischer Leiter des Studentenwerks. Foto: Oliver Werner

Wanzen im Studentenwohnheim? Nein, davon habe sie noch nichts gehört, sagt die Betreiberin des Kiosks an der Ecke zum Gescherweg . Dabei gehen Studierende bei ihr ein und aus. Bis zu einer jungen Frau, die vor der Tür der Sozialberatung auf dem Studentenwerk-Areal wartet, hat sich dagegen schon herumgesprochen, dass sich in einigen Wohnungen Bettwanzen breit gemacht hatten. Aber in welchem der großen grauen Gebäude, das wisse sie nicht, sagt sie.

Der Wohnkomplex ist auch nicht gerade klein. 720 Appartements unterhalte das Studentenwerk am Gescherweg 72-84, sagt dessen kommissarischer Geschäftsführer Achim Wiese . Gerüchten, dass dort nicht nur in den bestätigten sieben Fällen (WN, 23.11.), sondern in 60 Studentenbuden Bettwanzen gefunden worden seien, erteilt Wiese eine klare Absage. „Wir hatten insgesamt im Jahr 2013 in allen Wohnheimen nur 60 Schädlingsbekämpfungs-Einsätze“, betont er – und das nicht nur wegen Wanzen, sondern auch Ameisen und anderen ungebetenen WG-Genossen.

Damit stehe das Studentenwerk Münster im Vergleich recht gut da, meint der kommissarische Chef. Er habe vergangene Woche erst Kollegen auf einer Geschäftsführer-Tagung auf Bettwanzen angesprochen. Wieses Resümee: „Das ist relativ normales Phänomen, dass solche Tierchen mal vorkommen. Wir sind noch wenig mit solchen Problemen behaftet, wenn ich den Kollegen glauben schenken darf.“ Das liege nicht zuletzt an Mitarbeitern vor Ort, den Hausmeistern oder Reinigungskräften. „Wir kümmern uns um unsere Wohnheime. Dadurch bekommen wir das schnell mit.“

Verhindern jedoch lasse sich ein Befall kaum, sagt Wiese. Das hätten ihm Experten von Schädlingsbekämpfungsfirmen erklärt. Der Befall einer Wohnung liege nicht etwa an mangelnder Hygiene, unterstreicht der Studentenwerk-Leiter. „Die Tierchen werden eingeschleppt.“

Eine Riesengefahr sei beispielsweise, wenn Möbel oder Matratzen vom Sperrmüll hereingeholt werden. Aber selbst in CD-Hüllen, einem Laptop oder auch der Wäsche könnten sich die wenige Millimeter großen Wanzen verstecken. Oder auch ihre noch viel kleineren Eier. Einmal im Haus, biete ein so altes Gebäude wie am Gescherweg den Parasiten natürlich viele Spalten und Ritzen, in denen sie tagsüber verschwinden könnten. Neue Fälle seien ihm aber in den vergangenen Tagen nicht bekannt geworden.

Um die Wanzen aus dem Wohnheim zu halten, will das Studentenwerk nun zweigleisig fahren. Präventiv sollen die Bewohner via Schreiben auf Gefahrenquellen wie Sperrmüll-Möbel aufmerksam gemacht werden, kündigt Wiese an. Zugleich soll eine Fachfirma beauftragt werden, um nicht nur ein betroffenes Appartement im Einzelfall von den kleinen Blutsaugern zu befreien, wie schon bisher. Die Schädlingsbekämpfer sollen die gesamte Anlage auf einen Befall hin kontrollieren – und zwar regelmäßig. Noch in dieser Woche solle entschieden werden, welches Unternehmen den Auftrag erhält, um ihn zeitnah umzusetzen. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht“, sagt Wiese. „Wir werden in ein Paar Wochen sicher wissen, ob die Tierchen komplett weg sind.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2064051?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F1758369%2F2572862%2F
Nachrichten-Ticker