Bezirksvertretung West stimmt Nutzung in Oxford-Kaserne zu – aber nicht übergangsweise
Politik will Kita auf Dauer

Münster-Gievenbeck -

Im Herbst soll die neue Kindertagesstätte in der Oxford-Kaserne in Betrieb gehen. Die Bezirksvertretung (BV) Münster-West gab am Donnerstagabend grünes Licht für das Vorhaben. Allerdings erst nach langer Debatte.

Freitag, 14.03.2014, 20:03 Uhr

Die ehemalige Primary School der britischen Streitkräfte soll für 1,2 Millionen Euro für die Kita-Nutzung umgebaut werden. Das sei zu viel für eine Interimslösung, meint die Bezirksvertretung.
Die ehemalige Primary School der britischen Streitkräfte soll für 1,2 Millionen Euro für die Kita-Nutzung umgebaut werden. Das sei zu viel für eine Interimslösung, meint die Bezirksvertretung. Foto: mfk

Die große Mehrheit der Bezirksvertreter will die Kita nicht als Übergangs-, sondern Dauer-Lösung. 100 Kinder sollen in der Kita in sechs Gruppen betreut werden, 32 unter und 68 über Dreijährige. Untergebracht werden soll sie im ehemaligen Schulgebäude. Das müsste dafür umgebaut werden – für geschätzt 1,2 Millionen Euro.

Hinzu kämen noch einmal rund 360 000 Euro für Inventar, Möblierung und Außenspielanlagen, die allerdings auch in einer anderen Kita weiterhin genutzt werden könnten, wie Frank Philipp vom Jugendamt deutlich machte. Denn vorgesehen ist von der Verwaltung, dass die Interimskita nur bis zur Fertigstellung einer dauerhaften Einrichtung im künftigen „Oxford-Quartier“ betrieben wird.

Ein Vorschlag, dem CDU und SPD eine klare Absage erteilten. Entweder eine kostengünstigere Übergangslösung – oder eine längerfristige Nutzung, gab CDU-Fraktionschef Bernd Krekeler das Ziel vor. „Wir bauen keine Kita für 1,2 Millionen für nur zwei Jahre“, sagte auch SPD-SPD-Fraktionschef Manfred Rösmann. Und Peter Wolfgarten (CDU) schlug einen alternativen Standort in Gievenbeck vor: „Wir würden gerne eine Kita haben wollen“, sagte er mit Blick auf den Bedarf, „aber nicht an der Stelle. Das ist rausgeschmissenes Geld.“

Unter Rechtfertigungsdruck sah sich unversehens Frank Philipp. Dass die Kita-Plätze nötig sind, daran ließ er keinen Zweifel. Das Anmeldeverfahren zeige schon jetzt eine Lücke, die fast der geplanten Kapazität entspreche. Philipp verwies auch darauf, dass noch weitere Flüchtlinge berücksichtigt werden müssten. Sein Fazit: „Wir brauchen diese Plätze jetzt. Wir haben keine anderen.“ Auch die Investition sei vergleichsweise günstig, meinte der Fachstellenleiter des Jugendamts: „Eine Kita für sechs Gruppen bauen Sie nicht für 1,5 Millionen Euro.“ Und eine alternative Fläche gebe es nicht.

Philipp konnte sogar die Argumente der Politiker nachvollziehen. Eine längere Nutzung der Kita wäre „wirtschaftlich gut“, bestätigte er – und ohne Weiteres möglich. „Eine Kita, die wir für vier, fünf Jahre nutzen können, ist kein Provisorium.“ Sie müsse allen Kita-Standards entsprechen.

Die Front, so stellte sich heraus, verlief nicht zwischen BV und Jugendamt, sondern BV und Planungsamt. „Es wäre aus unserer Sicht schade, wenn schon Pflöcke eingeschlagen werden“, erklärte dessen Mitarbeiter Andreas Kurz. Zumal im südlichen und westlichen Kasernenbereich bisher eher eine gewerbliche Nutzung angedacht sei. Planungsamts-Abteilungsleiter Gerd Franke gab auch zu bedenken, dass die Stadt noch gar nicht Eigentümerin des Gebäudes ist.

Diese Argumentation focht die Bezirksvertreter aber nicht an. Einstimmig beschlossen sie, alle Formulierungen, die auf eine vorübergehende Kita-Nutzung abzielen, aus den Beschlussvorschlägen zu streichen. Ob sich der Rat anschließt, wird sich am 2. April zeigen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2323360?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F2572838%2F2572844%2F
Gronauerin bei „Deutschland sucht den Superstar“
Daumendrücken ist angesagt: Die 17-jährige Gronauerin Joana Kesenci wird am Samstagabend beim Casting der RTL-Talentshow „Deutschland sucht den Superstar“ im TV zu sehen sein.
Nachrichten-Ticker