Rat stimmt Dauer-Lösung zu
Kita kommt in die Kaserne – und bleibt

Münster-Gievenbeck -

Das ging schnell: Gerade erst hat der Stadtrat grünes Licht für eine Kindertagesstätte in der Oxford-Kaserne gegeben, da macht sich das Jugendamt schon auf die Suche nach einem Träger.

Donnerstag, 10.04.2014, 20:04 Uhr

Im einstigen Schulgebäude der britischen Streitkräfte soll die Kita eingerichtet werden.
Im einstigen Schulgebäude der britischen Streitkräfte soll die Kita eingerichtet werden. Foto: mfk

Der soll „eine flexible Kindertagesbetreuung“ ermöglichen, sodass die Eltern Familie und Beruf unter einen Hut bringen können. Befristet ist die Trägerschaft nicht, denn der Rat hat sich der Forderung der Bezirksvertretung (BV) West nach einer dauerhaften Einrichtung angeschlossen, gegen den ursprünglichen Plan der Verwaltung.

Für die Kita soll das ehemalige Schulgebäude umgebaut werden. 32 unter Dreijährige und 68 über Dreijährige sollen dort künftig betreut werden. Die Stadtverwaltung ging in einer ersten Kostenschätzung von Umbaukosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro aus. Zu viel für eine nur übergangsweise Nutzung, wie sie die Verwaltung vorsah, urteilte einhellig die BV West: Sie stimmte zwar für die Kita, aber als dauerhafte Lösung. Dem schloss sich der Rat in seiner jüngsten Sitzung einhellig an.

Nicht durchsetzen konnte sich damit das Stadtplanungsamt, das für die Entwicklung der Oxford-Kaserne keine weiteren „Pflöcke einschlagen“ wollte, wie Andreas Kurz , zuständig für die Kasernen-Konversion, in der BV erklärt hatte.

„Jetzt hat es eine Vorfestlegung gegeben. Aber damit kann man leben“, kommentierte der Planungsamt-Mitarbeiter am Donnerstag die Ratsentscheidung. Immerhin liege das Gebäude am Rand der Kaserne . Seine Behörde werde nun die Büros, die in Kürze Konzepte für die Kaserne erarbeiten sollen, über den Kita-Beschluss informieren. Damit blieben noch ein bis zwei Kindergarten-Standorte übrig, die die Büros flexibel einplanen könnten.

Aus Sicht des Jugendamtes indes ist die Dauer-Lösung durchaus sinnvoll, da sie wirtschaftlicher sei, wie Mitarbeiter Frank Philipp deutlich gemacht hatte. Wobei die Frage der Befristung für ihn eine eher untergeordnete Rolle spielte: Hauptsache, die Kasernen-Kita kommt. Denn die Plätze, so Philipp, würden dringend benötigt, und eine alternative Fläche gebe es nicht.

Doch dieses Argument hat bereits Kritik hervorgerufen: So merkte ein aufmerksamer Bürger an, dass ein großes und noch unbebautes Grundstück an der Gronowskistraße seit Jahren als Vorhaltefläche für eine Kita vorgesehen sei. Das weiß auch Philipp. Aber der Neubau dort dauere länger als der Umbau des Kasernen-Gebäudes. „Die Oxford-Kaserne war vorgesehen, um möglichst schnell Plätze zu schaffen“, erklärt der Jugendamt-Mitarbeiter. Außerdem sei die Umbau-Variante günstiger, und der Standort entspreche eher dem Bedarf, da es im nördlichen Teil des Auenviertels bereits mehrere Kitas gebe.

Wann die Anmeldephase für die Kita, die zum Herbst in Betrieb gehen soll, startet, konnte das Jugendamt noch nicht mitteilen. Erst müsse ein Träger gefunden werden, erklärte eine Sprecherin.

Ebenso steht noch nicht fest, wann mit dem Umbau begonnen wird. Dazu führe das Amt für Immobilienmanagement derzeit noch Gespräche, erklärte der stellvertretender Amtsleiter Jörg Michel. Ein externer Architekt sei bereits beauftragt, um das Vorhaben zu begleiten. Der eigentliche Baubeschluss soll über eine Dringlichkeitsentscheidung erfolgen, damit die Kita auch bald öffnen kann.

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