An der Bäder-Frage scheiden sich die Geister
Nord schwimmt gegen Süd

Münster-West -

Es gibt eine Reihe von Punkten, in denen sie sich einig sind. An der Bäder-Frage aber scheiden sich bei den frisch gewählten Gievenbecker Ratsvertretern die Geister.

Mittwoch, 28.05.2014, 22:05 Uhr

Bei Standort und Konzept für ein Bad unterscheiden sich die Positionen der neuen Ratsvertreter für Gievenbeck am deutlichsten: Richard-Michael Halberstadt (CDU) will ein privat finanziertes Bad an der Busso-Peus-Straße, Doris Feldmann (SPD) ein Familien- und Gesundheitsbad an der Oxford-Kaserne.
Bei Standort und Konzept für ein Bad unterscheiden sich die Positionen der neuen Ratsvertreter für Gievenbeck am deutlichsten: Richard-Michael Halberstadt (CDU) will ein privat finanziertes Bad an der Busso-Peus-Straße, Doris Feldmann (SPD) ein Familien- und Gesundheitsbad an der Oxford-Kaserne. Foto: mfk

Doris Feldmann ( SPD ), die als Neuling für Gievenbeck-Nord in den Rat einzieht, will nach wie vor das Familien- und Gesundheitsbad an der Roxeler Straße. Richard-Michael Halberstadt dagegen, CDU-Ratsherr für Gievenbeck-Süd, beharrt auf einem Bad an der Busso-Peus-Straße. Auch wenn ihn die Bäder-Debatte Stimmen gekostet haben mag, wie er spekuliert.

Dass ihn das Wähler-Votum nicht kaltlässt, ist Halberstadt auch Tage nach der Kommunalwahl anzuhören. Der Wahlabend im Rathaus entwickelte sich für ihn zu einer Hängepartie. „Es war ganz eng“, blickt Halberstadt zurück. Bis zum Schluss habe er gezittert. Mit einem knappen Ergebnis von 30,6 Prozent der Stimmen hat er am Ende gewonnen. Die SPD kam auf 30,5 Prozent. Dabei hatte die CDU 2009 noch 38,5 Prozent geholt, die SPD nur 21,6.

Doris Feldmann (SPD)

Doris Feldmann (SPD)

Nun rätselt der CDU-Ratsherr über die Gründe für den Verlust. „Ich weiß nicht, woran das liegt“, sagt Halberstadt. „An der bisherigen Politik kann es nicht gelegen haben.“ Denn die CDU habe „sehr gute Arbeit geleistet“. Er vermutet, dass die Europawahl zu dem Verlust beigetragen hat. Und die Bäder-Debatte.

„Das ist für mich aber kein Grund, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken“, blickt der Ratsherr auf das Wahlergebnis. Im Gegenteil: „Es gibt in den nächsten sechs Jahren große Herausforderungen.“ So müsse die Attraktivität des Zentrums von Alt-Gievenbeck gesteigert werden. Auch die Kita-Plätze und das schulische Ganztagsangebot müssten ausgebaut werden, eventuell sogar das Schulangebot insgesamt, blickt Halberstadt auf eine weitere Mammut-Aufgabe: die Konversion.

CDU: Richard-Michael Halberstadt 63), Industriebuchbinder i.R.

CDU: Richard-Michael Halberstadt 63), Industriebuchbinder i.R.

Und noch etwas will der CDU-Ratsherr anpacken: Gievenbeck fehle tatsächlich ein Bad, „da ist der Westen unterentwickelt“. Nur könne dies nicht die Stadt bezahlen. Für den Standort Busso-Peus-Straße führe die CDU bereits Gespräche mit einem Architekten, verrät Halberstadt. Eventuell könne zur Finanzierung neben einem privaten Investor auch die Uni ins Boot geholt werden. „Dann könnte man das stemmen.“

In vielen Punkten stimmt SPD-Ratsfrau Doris Feldmann mit Halberstadt überein, etwa beim Kita-Ausbau. Als dreifacher Mutter, aufgewachsen in einer sozialdemokratisch geprägten Bergarbeiter-Familie, liege ihr Chancengerechtigkeit und Teilhabe ebenso am Herzen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch durch eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung, sagt die Roxelerin.

Das Thema Mitwirkung sei ihr nicht neu. So habe sie sich zum Beispiel in der Landeselternschaft engagiert. Aber: „Die Politik ist für mich Neuland.“ Umso mehr freute es sie, dass sich die vielen Wahlkampftermine auszahlten und sie mit 30,3 Prozent der Stimmen das Direktmandat holte. Die CDU kam in Gievenbeck-Nord auf 29,3 Prozent. Das sah 2009 noch ganz anders aus: Damals errang die CDU 32,1 Prozent, die SPD nur 25.

Auch wenn sie spät zur Politik gekommen sei, Feldmann trat der SPD vor vier Jahren bei, freut sie sich darauf, diese nun mitgestalten zu können: Für Kita-Plätze, eine bessere Unterstützung der Tagesmütter und einen Ausbau des schulischen Ganztags will sie sich einsetzen. Und natürlich für das Familien- und Gesundheitsbad an der Roxeler Straße. Zwar müsse die Finanzierung geprüft und eventuell ein Investor oder die Stadtwerke ins Boot geholt werden. Aber: „Das ist keine Idee, die aus der Hüfte geschossen ist“, betont Feldmann. An der Umsetzung will sie tatkräftig mitwirken. „Wir haben jetzt sechs Jahre Zeit.“

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