Schützenverein Gievenbeck gibt Festschrift zum 150-jährigen Bestehen heraus
Gutes Versteck für die Königskette

Münster-Gievenbeck -

Bauern aus Gievenbeck gründeten 1864 eine Schützengesellschaft. 1978 wurde sie umbenannt in Schützenverein Gievenbeck. In diesem Jahr feiert die Gemeinschaft ihr 150-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumsschützenfest von Freitag (13. Juni) bis Montag (16. Juni).Der Schützenverein Gievenbeck lädt am Samstag (14. Juni) ab 20 Uhr alle Bürger zum Jubiläumsfest im Festzelt am Nünningbusch ein. An diesem Abend werden nicht nur der Kaiser und der Holzschuhkönig proklamiert, Schriftführer Reinhard Menke verspricht noch eine ganz besondere Überraschung, die – wie er betont – „sich garantiert lohnt“. Am Sonntag (15. Juni) nach der 10-Uhr-Messe in der St.-Michael-Kirche marschieren die Schützen, begleitet vom berittenen Fanfarenzug Freckenhorst, zum Gelände des 1. FC Gievenbeck. Ab 12.15 Uhr treffen sich dort zahlreiche Gastvereine, die gemeinsam zum Festzelt marschieren. Auf dem Hof Bischoff Everding werden Grußworte, unter anderem von Oberbürgermeister Markus Lewe, gesprochen. Anschließend findet ein großer Fahnenschlag von den Sandruper Fahnenschlägern statt. Danach beginnt das Vogelschießen zur Ermittlung des Jubiläumskönigs.

Mittwoch, 11.06.2014, 22:06 Uhr

Bauern aus Gievenbeck gründeten 1864 eine Schützengesellschaft . 1978 wurde sie umbenannt in Schützenverein Gievenbeck. In diesem Jahr feiert die Gemeinschaft ihr 150-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumsschützenfest von Freitag (13. Juni) bis Montag (16. Juni).

Zu diesem Anlass haben einige Mitglieder eine umfangreiche Festschrift zusammengestellt, in der viele Details über die Historie der Gievenbecker Schützen, aber auch über den Stadtteil nachzulesen sind. Die älteste schriftliche Unterlage des Vereins ist in der Festschrift abgedruckt. Es handelt sich um eine Abrechnung des Schützenfestes zum 25-jährigen Bestehen des Vereins. 103 Mark Eintritt nahmen die Veranstalter damals ein. Die „freiwilligen Gaben“ betrugen 29 Mark. Fürs Zelt wurden damals 36 Mark fällig, ebenso viel kostete die Musik. Elf Mark bezahlten sie für das Leihen der Federhüte und Degen, und 15 Mark erhielt der Schützenkönig. Der 150. Geburtstag des Vereins wird sicher deutlich teurer.

1905 wurde die bis heute aktuelle Fahne für 315 Goldmark angeschafft. Zu lesen ist in der Chronik auch ein Bericht über das Schützenfest 1914, in dem ein besonders zäher Vogel den Schützen zu schaffen machte: „Der Meister, der das Tier angefertigt hat, wollte gewiss der Gesellschaft mal einen ordentlichen Streich spielen, was ihm leider auch gelungen ist. Der Körper des Vogels war mit Maschendraht umgeben, so dass es fast unmöglich war, denselben herunterzuholen.“ Zwei Mal sei der Patronenvorrat zu Ende gegangen, Nachschub habe aus der Stadt geholt werden müssen.

1934 fand zum ersten Mal das Hubertusreiten statt. „Bis heute pflegen wir diese Tradition“, berichtete der Schriftführer des Vereins, Reinhard Menke . 1934 gab es noch verschiedene Klassen: Warmblut, Kaltblut und Kreuzungen. „Heute ist es egal, wer was für ein Pferd reitet“, versicherte Franz-Josef Röwekamp vom Festschriftteam. Da gehe es nur um dem Spaß.

Über den Zweiten Weltkrieg rettete der Verein seine Königskette „ölgetränkt in Wachstücher gewickelt“ im First der Scheune des Königs von 1939, Wilhelm Spliethoff. 1948 gab es erst wieder das nächste Schützenfest, bei dem geschlossenes Marschieren ausdrücklich verboten war.

In der Chronik finden sich noch zahlreiche weitere Begebenheiten und viele Bilder. Der Leser erfährt, dass es bis 1989 Tradition war, dass der Adjutant zu Pferde zur erwählten Königin geritten ist, um deren Einverständnis einzuholen. Heute wird wahrscheinlich nur noch mit dem Handy nachgefragt.

260 Mitglieder hat der Schützenverein Gievenbeck aktuell. Eine Zahl die seit vielen Jahren weitgehend konstant ist. Vor allem über die Jungschützen kämen neue Mitglieder in den Verein, berichtet Menke. Freuen würde sich die Gemeinschaft auch, wenn sich noch mehr Männer aus dem Neubaugebiet anschließen würden.

„Wir sind ein Verein mit wenig Verpflichtungen“, betont Röwekamp. „König zu werden kann sich jeder leisten.“ Bis heute ist die Mitgliedschaft ausschließlich Männern vorbehalten. Dennoch seien Frauen nicht ausgeschlossen und bei allen Veranstaltungen willkommen.

Eine weitere Besonderheit der Gievenbecker Schützen ist, dass es vier Vorsitzende gibt. Zurzeit sind das Bernd Mesenbrock, E ngelbert Annegarn, Ortwin Menke und Stephan Altefrohne. Damit, so Menke, werde die gesamte Arbeit auf viele Schultern verteilt, und es fänden sich leichter Personen, die bereit seien, im Leitungsteam mitzuarbeiten.

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Die Festschrift ist in Gievenbeck im Schreibwarengeschäft Naber und in der Sparkasse, in Nienberge bei der Volksbank, in der Fleischerei Hidding und bei der Firma Kortenbrede erhältlich.

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Der Schützenverein Gievenbeck lädt am Samstag (14. Juni) ab 20 Uhr alle Bürger zum Jubiläumsfest im Festzelt am Nünningbusch ein. An diesem Abend werden nicht nur der Kaiser und der Holzschuhkönig proklamiert, Schriftführer Reinhard Menke verspricht noch eine ganz besondere Überraschung, die – wie er betont – „sich garantiert lohnt“. Am Sonntag (15. Juni) nach der 10-Uhr-Messe in der St.-Michael-Kirche marschieren die Schützen, begleitet vom berittenen Fanfarenzug Freckenhorst, zum Gelände des 1. FC Gievenbeck. Ab 12.15 Uhr treffen sich dort zahlreiche Gastvereine, die gemeinsam zum Festzelt marschieren. Auf dem Hof Bischoff Everding werden Grußworte, unter anderem von Oberbürgermeister Markus Lewe, gesprochen. Anschließend findet ein großer Fahnenschlag von den Sandruper Fahnenschlägern statt. Danach beginnt das Vogelschießen zur Ermittlung des Jubiläumskönigs.

Der Vorstand des Schützenvereins Gievenbeck weist darauf hin, dass es während des Festumzugs am Sonntag in der Zeit von 11 bis 14 Uhr zu kurzzeitigen Behinderungen auf der Von-Esmarch-Straße, dem Enschedeweg und der Hensenstraße kommen kann.

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