Evangelische Lukas-Gemeinde will Mittelpunkt in ehemalige Kaserne verlagern
Kirchenzentrum im Oxford-Quartier

Münster-Gievenbeck -

Die evangelische Lukas-Kirchengemeinde hat Großes vor: Sie möchte ein neues Kirchenzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne errichten.

Dienstag, 01.07.2014, 21:00 Uhr
Die Lukas-Kirche wird erhalten bleiben, Gemeinde- und Pfarrhaus am Coesfelder Kreuz dagegen nicht, wenn die Lukas-Gemeinde ihre Pläne für ein neues Kirchenzentrum in der ehemaligen Oxford-Kaserne umsetzen kann. Darüber informierten (v.l.)
Die Lukas-Kirche wird erhalten bleiben, Gemeinde- und Pfarrhaus am Coesfelder Kreuz dagegen nicht, wenn die Lukas-Gemeinde ihre Pläne für ein neues Kirchenzentrum in der ehemaligen Oxford-Kaserne umsetzen kann. Darüber informierten (v.l.) Foto: mfk

„Das ist jetzt unsere Chance, um uns für die Zukunft aufzustellen“, erklärt Pfarrer Stephan M. Stötzel . Er betont allerdings ebenso wie Pfarrerin Kathrin Neuhaus-Dechow, Öffentlichkeitsreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Münster , dass das Vorhaben bisher nur eine Überlegung sei. Allerdings eine, die in den Gemeindegremien bereits gereift ist. Grünes Licht habe jüngst auch der Kreissynodalvorstand gegeben.

„Die Evangelische Kirche rechnet bis 2030 mit einem deutlichen Rückgang der Kirchensteuermittel“, erläutert Neuhaus-Dechow den Hintergrund. Deshalb habe Superintendentin Meike Friedrich die 25 Gemeinden des Kirchenkreises aufgerufen, sich zu überlegen, wie sie sich für die Zukunft aufstellen könnten.

Diese Hausaufgaben hat die Lukas-Gemeinde gemacht. Die Ideensuche gipfelte in dem Plan für das neue Kirchenzentrum , auf den sich das Presbyterium und der Bau- und Finanzausschuss bei einer gemeinsamen Sitzung verständigt hätten, berichtet Pfarrer Dr. Dirk Dütemeyer .

Aus vielerlei Gründen, wie die beiden Gemeindepfarrer erläutern: Am wichtigsten sei, dass heute rund 5500 der 7800 Gemeindeglieder in Gievenbeck lebten. „Die Kirche gehört ins Dorf“, zitiert Dütemeyer einen alten Spruch – und die Lukas-Kirche befinde sich inzwischen eher in einer Randlage. In der ehemaligen Oxford-Kaserne biete sich die einmalige Chance, die Gemeindearbeit wieder stärker ins Zentrum zu rücken. Als „Glücksfall“ bezeichnet Stötzel, dass dort ein rund 27 Hektar großes Areal freigeworden ist, für das eine Mitte gesucht werde. „Die könnten wir bieten.“

Hinzu komme, dass die Lukas-Gemeinde auch finanziell gut aufgestellt sei: Durch rund 3000 Gemeindeglieder sei eine Pfarrstelle aus den zugewiesenen Kirchensteuermitteln refinanziert, sodass bei zwei Pfarrern für rund 7800 Gemeindeglieder Geld übrig bleibe. Und mittelfristig werde die Gemeinde weiter wachsen, sagt Dütemeyer voraus: „Wir werden in vier bis fünf Jahren über 8000 springen.“

Gleichwohl seien sich die Gemeindegremien einig gewesen, dass 2030 zwei Standorte mit Gemeindehäusern nicht zukunftsträchtig seien, betont Dütemeyer. Zumal beim Gemeinde- und Pfarrhaus am Coesfelder Kreuz ein erheblicher Investitionsbedarf bestehe. Sollten die Oxford-Pläne umgesetzt werden können, will die Gemeinde diesen Komplex samt Grundstück veräußern. Erhalten und weiterhin genutzt werden solle die Lukas-Kirche, betonen die Pfarrer. Die Zukunft des Lukas-Zentrums am Rüschhausweg sei offen.

Positive Reaktionen habe die Lukas-Gemeinde bereits erhalten – nicht nur von der Superintendentin, sondern auch von Oberbürgermeister Markus Lewe und dem Stadtplanungsamt, welche die Gemeinde vor rund sechs Wochen einbezog. „Sie stehen dem Ganzen sehr positiv gegenüber“, berichtet Stötzel. So positiv, dass die Verwaltung eine Fläche im Bereich der Panzerwaschanlage in Aussicht gestellt und die fünf Planungsbüros informiert habe, die an Konzepten für das Kasernenareal arbeiteten, so Dütemeyer. Er ist sich sicher, dass die Idee in den Entwürfen auftaucht, die am heutigen Mittwoch um 18.30 Uhr in der Peter-Demling-Ballspielhalle im Sportpark Gievenbeck vorgestellt werden.

Gleichwohl wissen die Pfarrer, dass der Weg noch weit und die Umsetzung unsicher ist. Das weitere Vorgehen wolle die Gemeinde möglichst transparent gestalten, betont Stötzel. Den Auftakt machte am Dienstagabend eine Informationsveranstaltung für die Gemeindeglieder, zu der auch Politiker eingeladen waren.

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