Evangelische Lukasgemeinde will ins Auenviertel ziehen
Kirchenzentrum im Oxford-Quartier

Münster-Gievenbeck -

Die evangelische Lukasgemeinde will vom Coesfelder Kreuz ins Auenviertel ziehen. Nur die Lukaskirche soll am ursprünglichen Standort erhalten bleiben. Das Gemeindehaus und das Pfarrhaus sollen mit den Grundstücken verkauft werden, sofern die Landeskirche Grünes Licht gibt. Auch die gemeindlichen Räume im Lukaszentrum werden aufgegeben.

Donnerstag, 02.07.2015, 22:01 Uhr
Sie stellten die Pläne für den Neubau eines Kirchenzentrums in der Oxford-Kaserne vor: Pfarrer Stephan Stötzel (l.) und Presbyter Peter Hellbrügge-Dierks.
Stellten die Pläne für den Neubau eines Kirchenzentrums in der Oxford-Kaserne vor: Pfarrer Stephan Stötzel (l.) und Presbyter Peter Hellbrügge-Dierks. Foto: kbö

Es ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Verwirklichung eines ausgesprochen ehrgeizigen Projekts: Auf dem Weg zu einem neuen Kirchenzentrum hat die evangelische Lukas-Kirchengemeinde nun eine entscheidende Hürde erfolgreich genommen. Der Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises Münster – also die Leitung des Kirchenkreises – sowie der Finanzausschuss und die Verwaltung befürworten einen entsprechenden Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne. Jetzt fehlt nur noch das „Okay“ von der Landeskirche mit Sitz in Bielefeld . „Wenn das vorliegt, können wir sofort loslegen mit den weiteren Planungen“, sagt Pfarrer Stephan Stötzel.

Vor dem Hintergrund der Frage, wie Kirchengemeinden in 20 oder 30 Jahren aufgestellt sein sollten, organisierte der Kirchenkreis einen sogenannten „Zukunftskongress“. Innerhalb dieses gemeinsamen Austauschs bewertete das Presbyterium der Lukas-Gemeinde auch die eigene Ausgangslage während einer kritischen Bestandsaufnahme. Das Ergebnis war ernüchternd: Die Lage der Kirche ist nicht optimal, zwei Gemeindehäuser (Coesfelder Kreuz und Lukas-Zen­trum) sind künftig unwirtschaftlich, in den Immobilien am Coesfelder Kreuz besteht extrem hoher Sanierungsbedarf.

„Es gab drei Wege, dieser Problematik zu begegnen“, so Pfarrer Stötzel. „Der kleine Weg war, alles zu renovieren.“ Die mittlere Lösung: Alles – bis auf die unter Denkmalschutz stehende Kirche – abzureißen und am aktuellen Standort neu bauen. Die sich bald öffnende ehemalige britische Kaserne bot schließlich den Raum, in ganz anderen Dimensionen zu denken und den „großen Weg“ ins Spiel zu bringen: der komplette Neubau eines Kirchenzentrums in der Oxford-Kaserne.

Dafür muss die Gemeinde einen siebenstelligen Betrag in die Hand nehmen. Geld, das man nach Aussage von Presbyter Peter Hellbrügge-Dierks aktuell durchaus zur Verfügung hat: „Die Tragfähigkeit ist deutlich vorhanden, da das Bauvorhaben nicht aus dem laufenden Ergebnis der Kirchengemeinde, sondern aus den Überschüssen des Lukas-Zen­trums finanziert werden kann.“ Will heißen: Der Erbpachtzins aus den Wohnungen des Lukas-Zentrums fließt ebenso in die künftige Finanzierung wie die derzeitigen Einnahmen von Mieten (Firmen und Unternehmen) sowie die zu erwartenden neuen Mieteinnahmen: „Bei einem Neubau des Kirchenzentrums werden die derzeit von uns genutzten Räume im Lukas-Zentrum nicht mehr benötigt und vermietet“, sagt Pfarrer Stötzel. Zusätzliche Einnahmen erwartet man durch die Vermarktung der Grundstücke samt Immobilien am Coesfelder Kreuz sowie aus Fördergeldern.

Nach den Vorstellungen des Presbyteriums soll mit dem Neubau ein „Zentrum für den gesamten Stadtteil“ entstehen, wie es Hellbrügge-Dierks formuliert. „Es muss sich nach außen hin für alle öffnen.“ Kirchliche Aktionen müssten sich dort ebenso etablieren können, wie etwa überkonfessionelle Beratungsangebote. Wichtig sei es auch, generationsübergreifend zu arbeiten. „In Kooperation und Koordination mit Vereinen, Verbänden und Organisationen im Stadtteil“, wie Hellbrügge-Dierks sagt. Auf die ökumenische Zusammenarbeit lege man auch viel Wert.

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