Interview
Enorme Nachfrage nach Wohnraum

Münster-Gievenbeck -

Noch leben rund 40 Flüchtlinge in den acht ehemaligen Briten-Häusern am Arnheimweg. Doch sie müssen bald ausziehen. Die Wohn- und Stadtbau baut dort wie berichtet 65 Wohnungen. Wann geht es los und warum stellt das stätische Wohnungsunternehmen die Häuser nicht weiter als Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung?

Freitag, 16.10.2015, 22:10 Uhr

Die vorgesehene Bebauung am Arnheimweg stellten jetzt Prokurist Dieter Riepe (r.) sowie
Die vorgesehene Bebauung am Arnheimweg stellten jetzt Prokurist Dieter Riepe (r.) sowie Foto: kbö

Diese und weitere Fragen beantwortet Unternehmens-Prokurist Dieter Riepe im Gespräch mit Redakteur Kay Böckling .

Herr Riepe, seit wann ist die Wohn- und Stadtbau Eigentümerin der ehemaligen Briten-Häuser samt der dazugehörigen Grundstücke am Arnheimweg ?

Riepe: Wir haben die Immobilien mit den Grundstücken im September 2014 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft.

Mit welcher Intention hat die Wohn- und Stadtbau dort investiert?

Riepe: Wir haben diese Häuser erworben, um Grundstücke bereitstellen zu können für den Wohnungsbau. In Gievenbeck ist eine starke Nachfrage nach Wohnraum. Um hier dieser Nachfrage auch gerecht werden zu können, haben wir die Grundstücke erworben.

Welcher Art Wohnraum stellt die Wohn- und Stadtbau dort eigentlich zur Verfügung?

Riepe: Sowohl geförderte als auch frei finanzierte Wohnungen.

War es nicht zunächst politischer Wille, dort seniorengerechte Wohnungen anzubieten?

Riepe: Wir haben dort grundsätzlich auch Altenwohnungen vorgesehen. Diese Forderungen waren auch Bestandteil des Architekten-Wettbewerbs. Grundsätzlich sind alle Wohnungen barrierefrei und entsprechend auch altengerecht geplant. Aber wir wollen hier nicht nur eine einseitige Nutzung, sondern auch junge Familien ansprechen, sodass ein gesellschaftlicher Austausch und bei Bedarf auch die eine oder andere Nachbarschaftshilfe stattfinden kann.

Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche Häuser, die von Briten bewohnt wurden. Warum haben Sie am Arnheimweg investiert?

Riepe: Es war ein Prozess, der sich nach und nach entwickelt hat, da ja auch ein gewisser Konsens zwischen der Bima und der Stadt Münster hergestellt werden musste. Beim Arnheimweg handelte es sich um ein Grundstück, das relativ problemlos entwickelt werden konnte.

Ihr Unternehmen stellte der Stadt die Immobilien länger als zunächst geplant als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. Warum?

Riepe: Grundsätzlich liegen die Ursachen in der Projektentwicklung. Wir wollten sicherstellen, dass wir mit dem Realisierungswettbewerb auch eine optimale Gebäudeplanung bekommen. Der Architektenwettbewerb hat zu einem sehr guten Ergebnis und zu einer sehr guten Qualität geführt. Die Zeit des Freistands eignete sich dann natürlich ideal für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Bleiben wir bei dem Thema Flüchtlinge: Bei der jüngsten Bürgerversammlung zum Neubau der Unterkunft an der Gronowskistraße kam die Forderung auf, die Häuser am Arnheimweg für die Unterbringung Asylsuchender stehen zu lassen.

Riepe: Wir versuchen, die Stadt Münster bei der Unterbringungsproblematik nach Kräften zu unterstützen. Andererseits haben wir in Münster die Aufgabe der Wohnraumversorgung: Wir sind auch denjenigen Menschen verpflichtet, die hier in Münster Wohnraum suchen. Wir haben davon in Münster zu wenig. Die Wohn- und Stadtbau hat bei einem Bestand von 6000 Wohnungen aktuell 4000 Nachfragen. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist die zentrale Aufgabe unseres Unternehmens.

Was passiert mit den Flüchtlingen, die bald die Häuser verlassen müssen?

Riepe: Das ist die Aufgabe der Stadt Münster und wird entsprechend von der Verwaltung organisiert. Wir sind hier in enger Abstimmung.

Wann ist mit dem Baubeginn zu rechnen?

Wir wollen im Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen. Das bedeutet, dass wir die Häuser der Stadt Münster noch über die Jahresgrenze hinaus als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stellen könnten.

 

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