Aufführung in der Waldorfschule
Schlichte Kulisse bietet viel Raum für Inhalte

Münster-Gievenbeck -

Es ist ein Theaterstück, das in vielerlei Hinsicht beeindruckt: Das Dreikönigsspiel der Waldorfschule zeigt die Geschichte rund um die Ankunft und Wirkung Christi auf der Erde in einer einzigartigen Art und Weise.

Dienstag, 12.01.2016, 00:01 Uhr

Aufgeführt wird das Dreikönigsspiel stets von Lehrern und Eltern der Waldorfschulen in Münster und Everswinkel.
Aufgeführt wird das Dreikönigsspiel stets von Lehrern und Eltern der Waldorfschulen in Münster und Everswinkel. Foto: fre

Es ist ein Theaterstück, das in vielerlei Hinsicht beeindruckt: Das Dreikönigsspiel der Waldorfschule zeigt die Geschichte rund um die Ankunft und Wirkung Christi auf der Erde in einer einzigartigen Art und Weise. In diesem Jahr brachte die münsterische Dreikönigskumpanei mit einigen Veränderungen in der Musik und sogar einigen ganz neuen Kompositionen frischen Wind in die altertümliche Tradition, der die Zuschauer während der Aufführung begeisterte.

Musiklehrerin Elke Schönfeld-Terhaar und ihre Tochter Ina hatten die 14 A-Capella-Gesänge durch neue Stimmen ergänzt, die für einen vollen und warmen Klang sorgten. Doch nicht nur der Musik lauschte das Publikum gespannt. Bereits bei der Begrüßung sorgte Spielleiter Christian Brauer für eine erwartungsvolle Stille im Saal. „Schauen Sie sich gegenseitig an. Was können Sie im Antlitz Ihres Nachbarn sehen? Ist es Gemüthaftigkeit? Wie oft trifft ihr Gegenüber im Alltag eine Entscheidung von Herzenskräften aus?“

Schließlich seien es genau diese beiden Eigenschaften, die nötig seien, um das volkstümliche Mysterienspiel voll und ganz zu verstehen. „Die Worte sollen helfen und die Geschichte tragen. Sie erklingen sehr rhythmisch in Reimen und sind deswegen nicht nur schwierig zu verstehen, sondern noch schwieriger zu sprechen. Das ist zwar eine Hürde für die kindlich fantasievolle Aufnahme der Inhalte, aber etwas ganz Besonderes“, erklärte Brauer.

Seit November probte der Kreis der 17 Schauspieler, bestehend aus Lehrern und Eltern der Waldorfschulen in Münster und Everswinkel, für je zwei Aufführungen in beiden Schulen. Der Auftakt fand im Festsaal der münsterischen Schule statt. „Neben den beiden Helfern Musik und Wort spielt auch das Licht eine wichtige Rolle“, so Brauer. „Denn unsere Kulisse ist sehr schlicht und das Licht hat die Aufgabe, den Raum der Mysterienstätte zu bilden.“

Dank der tollen Inszenierung erhielten die Zuschauer letztlich einen völlig neuen Einblick in die traditionelle Geschichte aus dem 19. Jahrhundert, die gemeinsam mit dem Paradeis-Spiel und dem Christgeburt-Spiel zu den drei „Oberuferer Weihnachtsspielen“ gehört und alljährlich in allen Waldorfschulen aufgeführt wird. In Münster war es schon die 16. Aufführung.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3734154?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F4848036%2F4848048%2F
Nachrichten-Ticker