Waldorfschüler zeigen „Emil und die Detektive“
Viel Temperament auf der Bühne

Münster-Gievenbeck -

Es ist ein Klassiker, der den Akteuren einiges abverlangt: Die Sechstklässler der Waldorfschule nahmen sich jetzt Erich Kästners „Emil und die Detektive“ vor. Die anspruchsvolle Aufgabe meisterten die Schauspieler mit Bravour.

Dienstag, 09.02.2016, 00:02 Uhr

Turbulent, spannend und mit viel Spaß brachten die Schüler der Klasse sechs der Waldorfschule Erich Kästners Kinderbuchklassiker „Emil und die Detektive auf die Bühne“. Dabei wurde deutlich: Auch wenn das Stück 90 Jahre alt ist, hat es von seiner Aktualität nichts verloren. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt.
Turbulent, spannend und mit viel Spaß brachten die Schüler der Klasse sechs der Waldorfschule Erich Kästners Kinderbuchklassiker „Emil und die Detektive auf die Bühne“. Dabei wurde deutlich: Auch wenn das Stück 90 Jahre alt ist, hat es von seiner Aktualität nichts verloren. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt. Foto: was

Man muss wirklich auf der Hut sein, denn die Welt wird immer schlimmer. So titelt sogar schon das Extrablatt, und auch der eben ausgeraubte Emil Tischbein würde kaum widersprechen – hätte er nicht gute Freunde, die ihm aus der Klemme helfen. Zusammen mit seinen Detektiven steckt Emil auch noch den miesesten Schurken in die Tasche. Die Sechstklässler der Gievenbecker Waldorfschule brachten jetzt Erich Kästners Kinderbuchklassiker um „Emil und die Detektive“ auf die Bühne – mit einer Menge Temperament, Spaß und ganz viel Spannung.

Bald 90 Jahre hat das Stück mittlerweile auf dem Buckel. Doch wie das bei Kästner oft so ist: Die Motive haben zu allen Zeiten Konjunktur. „Es geht um Haltung“, sagt Andreas Abend­roth. „Darum, wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt sind.“

Zwei Wochen lang haben die 28 Schüler zusammen mit dem Theaterpädagogen geprobt, Rollen verteilt und sich die Texte erschlossen, Kulissen gebaut, Kostüme entworfen, die Live-Musik und die Geräusche passend zur Handlung eingeübt. Und das, obwohl so ein großes Theaterstück in der sechsten Klasse eigentlich gar nicht vorgesehen sei, sagt Susann Kegel, Lehrerin für Sprachgestaltung.

„Das ist eigentlich erst in der achten und dann noch einmal in der zwölften Klasse dran. Aber die Klasse sechs ist im Moment verwaist“, so Kegel. Der Klassenlehrer sei ausgefallen. Und da hätten sich Eltern und Schule gemeinsam entschlossen, das Theaterprojekt bereits jetzt in Angriff zu nehmen.

Lernen könne man eine ganze Menge von Emil und den Detektiven, sagt Abend­roth. Die Geschichte um die cleveren Freunde, die mit Köpfchen und Zusammenhalt den gemeinen Dieb und Bankräuber zur Strecke bringen, mache Mut, Konflikte gewaltlos und ohne fragwürdige Methoden zu lösen. „Zum

Beispiel wird der Junge, der den Dieb verprügeln will, von den anderen zurück gehalten. Und: „Jeder hat eigene Begabungen, jeder ist auf seine Weise nützlich“, so Abendroth. Und in Zeiten, in denen die Welt immer schlimmer werde, könne eines ganz sicher helfen: gegenseitiger Respekt.

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