Kreativ-Projekt der Waldorfschule
Mosaikwand für das Bienenhaus

Münster-Gievenbeck -

Scherben bringen Glück – manchmal. Und manchmal macht es glücklich, Scherben zu produzieren. So wie Oskar, Uma, Linus, Yorick und die andern Kinder vom Mauerprojekt in der Waldorfschule. Sie gestalten gerade mit Feuereifer eine Wand im „Bienenhaus“, in dem 41 Kinder der Offenen Ganztagsschule (OGS) untergebracht sind.

Dienstag, 21.06.2016, 00:06 Uhr

Die Kinder werden von (v.l.) Karl Bodmann, OGS-Leiterin Andrea Stiller-Hagel und die stellvertretende OGS-Leiterin Rosemarie Bodmann bei ihrer kreativen Arbeit angeleitet.
Die Kinder werden von (v.l.) Karl Bodmann, OGS-Leiterin Andrea Stiller-Hagel und die stellvertretende OGS-Leiterin Rosemarie Bodmann bei ihrer kreativen Arbeit angeleitet. Foto: ann

Wenn zu Hause etwas zu Bruch geht, ist das kein Grund zur Freude – das weiß Oskar, der fünf Geschwister hat, genau. In der Waldorfschule dagegen darf er etwas „kaputt machen“. Er und die andern Kinder zerschlagen mit einem Hammer Fliesen und produzieren so die vielen kleinen Mosaiksteinchen, die dann sorgfältig, auf die nötige Passgenauigkeit ausgewählt, aneinander geklebt werden.

Die Oberaufsicht bei diesem Mosaik-Projekt führt ein Fachmann, der eine Tochter an der Schule hat: Karl Bodmann . Er ist Orchestermusiker, aber in seinem „ersten Leben“ hat er den Beruf des Fliesenlegers gelernt und ausgeübt, bevor er sich dem Musikstudium zuwandte. Er hatte die Wand vorbereitet, aufgeraut und mit weißem Fliesenkleber bestrichen, der die Unterlage für das Mosaik bildet.

Die Idee zu diesem Projekt hatte die Leiterin der OGS und Eurythmie-Lehrerin Andrea Stiller-Hagel . „Wir suchen möglichst breite Projekte, universelle Angebote mit künstlerischen Potenzial und auch handwerklichen Möglichkeiten, die den Kindern Lebenserfahrung vermitteln“, erklärt sie. „Hier haben die Kinder Spaß und gleichzeitig handwerken sie mit Herzblut. Und den Nutzen einer schön gestalteten und obendrein unempfindlichen Wand sehen sie natürlich auch.“

Dankbar sind alle Beteiligten für die großzügige Materialspende einer großen münsterischen Platten- und Fliesenfirma. Aber auch „private“ Scherben sind willkommen – eine Neubestimmung für die Bunzlauer Müslischale, nachdem sie zerbrochen ist.

„Zunächst konnte ich mir geschwungene Schüsselscherben an der Wand nicht recht vorstellen“, sagt Bodmann. „Aber inzwischen finde ich eine plastischere Wandstruktur viel interessanter“. Die Lehrerin hatte zu Anfang grobe Linien für das abstrakte Motiv vorgegeben. „Dann hat sich der Entwurf immer mehr verselbstständigt. Die Farben ergaben sich aus den geschenkten Fliesen, nur einpaar knallrote Kacheln haben wir hinzu gekauft.“

Den Eltern und der Öffentlichkeit wird die Mosaikwand zum Abschlussfest kurz vor den Sommerferien vorgestellt. Dann besteht das Bienenhaus übrigens zehn Jahre. Wie gut, dass es dort noch einige andere Wände gibt, die verschönert werden können.

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