Denkmalgeschütztes Gebäude wechselt den Besitzer
UKM kauft das Offizierskasino

Münster-Gievenbeck -

Das ehemalige Offizierskasino der Oxford-Kaserne an der Roxeler Straße wird künftig als Seminar- und Gästehaus umgebaut. Das Uni-Klinikum Münster (UKM) kaufte die Immobilie nun von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

Freitag, 26.08.2016, 00:08 Uhr

Das ehemalige Offizierskasino gehört nun dem UKM und wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr zu einem Gäste- und Seminarhaus umgebaut.
Das ehemalige Offizierskasino gehört nun dem UKM und wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr zu einem Gäste- und Seminarhaus umgebaut. Foto: kbö

Auf diese schmucke Immobilie hat das Uni-Klinikum schon seit geraumer Zeit ein Auge geworfen. Jetzt gehört das ehemalige Offizierskasino der Oxford-Kaserne zum Bestand des UKM. Wie Unternehmenssprecherin Anja Wengenroth wissen ließ, hat das Uni-Klinikum das Gebäude von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft: „Die Verträge wurden in dieser Woche unterzeichnet.“ Das frühere Kasino soll zu einer Art Seminar- und Gästehaus umgebaut werden. Baubeginn: Voraussichtlich schon in diesem Jahr.

Auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern entstehen bis zur ersten Jahreshälfte 2018 sieben Seminarräume und insgesamt 20 Appartements. Darin sollen laut UKM-Angaben Gäste der medizinischen Fakultät und der Uni-Klinik untergebracht werden. Eine interne Personalbefragung im vergangenen Jahr habe eine bestehende Raumproblematik bestätigt. „Wir brauchen mehr Platz und eigene Unterbringungsmöglichkeiten für unsere Gäste. Dass wir das Offizierskasino kaufen konnten, ist ein Glücksfall für uns“, freut sich der kaufmännische Direktor des UKM, Dr. Christoph Hoppenheit.

Seit dem Abzug der Briten war die Zukunft des früheren Offizierskasinos ungewiss. Neben dem UKM hatte auch die Stadt Münster durchaus Interesse an der Immobilie geäußert. Fest stand laut Bima-Informationen, dass die Bundesanstalt das Gebäude vorzugsweise einer Nutzung „der öffentlichen Hand“ überlassen wollte. So zumindest formulierte es Norbert Stahl, Leiter gewerbliche Liegenschaften NRW bei der Bima.

Obgleich die Stadt Münster durchaus eine Kaufoption hatte, wollte sie dem UKM nicht im Wege stehen, wie Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier gegenüber unserer Zeitung sagte: „Wenn das UKM perspektivisch Interesse an der Nutzung des ehemaligen Kasinos für universitäre Zwecke hat, lässt die Stadt ihm den Vortritt.“ Davon machte das UKM nun gerne Gebrauch.

Bereits Anfang dieses Jahres bestätigte eine UKM-Sprecherin das Interesse des Unternehmens an der Immobilie an der Roxeler Straße. So seien beispielsweise nicht nur die Räume nach einem entsprechenden Umbau ideal zu nutzen. Auch die Nähe zum Klinikum spreche für den Standort.

Da das Haus denkmalgeschützt ist, wird es auch nach den entsprechenden Vorgaben und in enger Absprache mit den zuständigen Ämtern umgebaut. So soll auch der schwarz-weiße Boden aus Jura Marmor ebenso erhalten bleiben wie der Kamin im ehemaligen Tanzsaal. „Auch diese Besonderheiten werden natürlich berücksichtigt“, sagte am Freitag Anja Wengenroth

Doch was passiert mit den derzeitigen Nutzern des früheren Kasinos? Bekanntlich leben dort seit Ende des vergangenen Jahres neun sogenannte „Hauswächter. Das sind Personen, die mit dem Unternehmen „Camelot“ eine Vereinbarung haben. „Camelot“ lässt nach Absprache mit den jeweiligen Besitzern international ungenutzte Immobilien von Menschen bewohnen, die dort sehr günstig leben – und im Gegenzug dafür die Pflege und den Schutz gewährleisten. „Wir versuchen, für die entsprechenden Personen eine Nachfolgelösung zu finden“, so Karsten Linde. Er verantwortet die Geschäftsentwicklung von „Camelot“ in Deutschland von Düsseldorf aus.

Die Mieter wüssten laut Linde, dass sie die von ihnen bewohnte Immobilie bei Bedarf auch kurzfristig wieder freiziehen müssten. „Wir sind aber bemüht, die Mieter nicht auf der Straße stehen zu lassen.“ Auch in Münster sähe er diesbezüglich gute Chancen.

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