Unfall mit Sachschaden
Kreiselkunst massiv beschädigt

Münster-Gievenbeck -

Ein Autofahrer hat am Samstag die Skulptur auf dem Kreisel am Gievenbecker Weg schwer beschädigt. Ob der Kopf aus Stahlrohr repariert werden kann, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.

Freitag, 21.10.2016, 00:10 Uhr

Begutachteten die zerstörte Skulptur und die weiteren Schäden am Kreisel (v.l.): Mechthild und Alfons Neuhaus, Thomas Lilge und Elisabeth Westrup.
Begutachteten die zerstörte Skulptur und die weiteren Schäden am Kreisel (v.l.): Mechthild und Alfons Neuhaus, Thomas Lilge und Elisabeth Westrup. Foto: cht

Rätselraten am Kreisel am Gievenbecker Weg nahe dem Technologiezentrum: Wie kam es zu der massiven Beschädigung der Skulpturengruppe „Kompass“ im Mittelrondell?

„Zuerst bin ich von Vandalismus ausgegangen“, sagt Elisabeth Westrup. Am Morgen sei sie mit dem Auto dort entlanggefahren und habe bemerkt, dass mit der Kreiselkunst etwas nicht stimme. Am Nachmittag traf sich die frühere Bezirksbürgermeisterin dann mit weiteren Vertretern der Bezirksvertretung, um den Schaden genauer in Augenschein zu nehmen.

Dabei stellte sich für Mechthild und Alfons Neuhaus sowie Thomas Lilge schnell heraus, per Hand kann der „Kopf“ aus Stahlrohr nicht verbogen worden sein. „Hier muss jemand mit dem Auto drübergefahren sein“, so die einhellige Meinung. Tatsächlich weist die „umgelegte“ Skulptur massive Kratzer auf und rundherum liegen Kunststoffteile, vermutlich vom Wagen des Verursachers. Zudem sind Reifenspuren auf zwei Seiten des Kreiselhügels zu erkennen, aus Richtung Austermannstraße, von wo der Verursacher vermutlich kam und gegenüber in Richtung Busso-Preus-Straße. „Der muss ein ziemliches Tempo drauf gehabt haben“, ist sich Alfons Neuhaus sicher. „Und ganz sicher auch erhebliche Schäden am Fahrzeug haben.“ Die Gievenbecker gehen davon aus, dass jemand im Dunkeln die Kurve durch den Kreisel nicht bekam und regelrecht darüber hinweg schoss.

„Ich habe das voller Bedauern gesehen. Ich finde die Anordnung sehr schön“, sagt Elisabeth Westrup. Sie erinnert sich noch an den langwierigen Entscheidungsprozess zur Gestaltung des Kreisels, bis sich die Bezirksvertretung West auf die Installation der beiden zusammengehörigen Skulpturengruppen der Künstlerin Christine Böse einigte. Die Schattenrisse aus Stahlblech zieren seit 2012 die beiden benachbarten Kreisel am Gievenbecker Weg und Horstmaarer Landweg.

„Traurig, dass es nun hier liegt“, bedauert auch Mechthild Neuhaus die Beschädigung. Das Ordnungsamt sei bereits informiert, und auch über eine Anzeige bei der Polizei wegen Sachbeschädigung werde nun nachgedacht, erklärten die Mitglieder der Bezirksvertretung vor Ort.

Eine Nachfrage unserer Redaktion bei der Polizei Münster ergab schließlich, dass die Kreiselkunst tatsächlich von einem Autofahrer beschädigt wurde, allerdings bereits am Samstag. Weitere Angaben konnte die Polizei nicht machen, außer dass der Unfallverursacher selbst die Beamten verständigt hatte, der Sachverhalt vor Ort aufgenommen worden war und der Fahrzeughalter mit einem Bußgeld verwarnt wurde. Damit sei für die Polizei die Sache erledigt. Sollte die Stadt Münster als Eigentümerin Schadensersatz fordern, müsse sie diesen beim Unfallverursacher und dessen Versicherung geltend machen, so eine Polizeisprecherin.

„Ob Forderungen von Seiten der Stadt bestehen, werden wir prüfen“, erklärte Stefanie Remmers, Leiterin der Bezirksverwaltung West auf Nachfrage. „Wir haben Kontakt zu der Künstlerin aufgenommen. Sie und eine Spezialfirma werden in den nächsten Tagen sehen, ob der Kopf repariert werden kann oder neu angefertigt werden muss“, erklärt Stefanie Remmers.

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