Wartburg-Hauptschule wieder genutzt
Hauswächter im Klassenzimmer

Münster-Gievenbeck -

Das Leben ist zurückgekehrt in die ehemalige Wartburg-Hauptschule. Dort leben nun sogenannte „Hauswächter“. Die Stadt stellt dem Unternehmen „Camelot“ die Immobilie zur Verfügung und das Unternehmen sorgt für günstigen Wohnraum.

Freitag, 25.11.2016, 18:11 Uhr

Die grün-weißen Hinweis-Plakate machen auf die Nutzung der ehemaligen Wartburg-Hauptschule aufmerksam: „Bewacht durch Hauswächter“.
Die grün-weißen Hinweis-Plakate machen auf die Nutzung der ehemaligen Wartburg-Hauptschule aufmerksam: „Bewacht durch Hauswächter“. Foto: kbö

Bis vor Kurzem lebten noch Flüchtlinge in der ehemaligen Wartburg-Hauptschule. Die sinkenden Zahlen Asylsuchender machten eine weitere Nutzung als Notunterkunft des Landes nicht mehr notwendig. Die Flüchtlinge zogen aus. Doch der Leerstand dauerte nur kurz: Mittlerweile leben wieder Menschen in den Klassenräumen. Es sind sogenannte „Hauswächter“, die eine Vereinbarung mit dem Unternehmen „Camelot“ getroffen haben. Für einen vergleichsweise geringen Preis bietet dieses den Bewohnern günstigen Wohnraum .

Besitzerin der früheren Schule ist die Stadt Münster . Und die entschied sich, dem Unternehmen „Camelot“ die Immobilie zu überlassen. „Wir haben mit dem Prinzip der Hauswächter an anderen Standorten bereits sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Jürgen Kemper vom Amt für Immobilienmanagement.

Bereits vor der Nutzung der früheren Hauptschule als Landesunterkunft für Flüchtlinge hatte die Stadt eine Übereinkunft mit „Camelot“. Damals wurde lediglich die ehemalige Hausmeisterwohnung zu Wohnzwecken genutzt. „Andere Bereiche waren damals nicht bewohnbar“, erinnert sich Kemper. Jetzt aber, da die jeweiligen Leitungen wie beispielsweise die Wasserrohre wieder funktionstüchtig seien, sei alles in Ordnung.

Die Stadt, die „Camelot“ die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, hat durch die Vereinbarung laut Kemper diverse Vorteile. Unter anderem habe man die Erfahrung gemacht, dass Fälle von Vandalismus in bewohnten Immobilien deutlich weniger ausgeprägt seien, als in unbewohnten Einrichtungen dieser Größenordnung: Auch eine Wach- und Schließgesellschaft könne ein solches Objekt nicht komplett abdecken.

Das Unternehmen „Camelot“ bietet laut der eigenen Internet-Seite „preiswerten und abenteuerlichen Wohnraum“ an. Interessierte müssen monatlich einen Obolus in Höhe von 190 Euro zahlen. Neben dem Bewohnen der Immobilie gehört auch das Bewachen der leerstehenden Gebäude zu den Aufgaben.

„Die Tätigkeit als Hauswächter richtet sich an Studenten, Künstler und Beschäftigte jeglicher Art, die auf der Suche nach günstigem Wohnraum sind und sich nicht den Problematiken des Wohnungsmarktes aussetzen wollen“, schreibt das Unternehmen. Die Vereinbarung mit der Stadt Münster ist übrigens begrenzt – bis ein neuer Verwendungszweck für die Immobilie feststeht.

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