Gievenbecker Zentrum
Schandflecken sollen verschwinden

Münster-Gievenbeck -

Zahlreiche Stellen im Gievenbecker Ortskern wirken nicht gerade einladend. Die neu formierte „Initiative Ortskern Gievenbeck“ will nun anpacken und Schandflecken beseitigen.

Freitag, 02.12.2016, 00:12 Uhr

Diese beiden Stromkästen gehören nicht gerade zu den Schmuckstücken im Gievenbecker Zentrum.
Diese beiden Stromkästen gehören nicht gerade zu den Schmuckstücken im Gievenbecker Zentrum. Foto: kbö

Sie sind alles andere als ein Hingucker im Gievenbecker Zentrum: Grau, verwittert und teilweise auch mit zerfledderten Plakaten beklebt – so präsentieren sich die beiden Stromkästen zwischen Arnheimweg und Sparkassen-Parkplatz. Nicht die einzige Stelle, die von vielen als „ Schandfleck “ wahrgenommen wird.

Im Stadtteil sieht man daher dringenden Handlungsbedarf, neben der seit langem geforderten großen und infrastrukturellen Umgestaltung des Zentrums rund um die Michael-Kirche, auch im Kleinen Hand anzulegen. Eine Aufgabe, der sich die neu formierte „Initiative Ortskern Gievenbeck“ verschrieben hat.

Bereits seit einigen Jahren ist die städtebauliche Gesamtkonzeption im Gievenbecker Zentrum in der politischen Diskussion. Nicht zuletzt die zu erwartende Öffnung der Oxford-Kaserne auch in Richtung Ortsmitte wird große Veränderungen für den Stadtteil mitbringen. In diesem Zusammenhang gab es im Zuge der Beteiligungsmaßnahmen verschiedene Workshops, bei denen Interessierte ihre Wünsche und Vorstellungen äußern konnten.

Dabei kamen verschiedene Kritikpunkte ans Licht, wie etwa vorhandene Angsträume (schlecht ausgeleuchtete Passage am Wunderkasten), die mangelhafte optische Attraktivität der wesentlichen „Eingänge“ in den Ortskern oder die angesprochenen Schaltkästen. Der wiederholten Anregung von Mechthild Neuhaus von der Gievenbecker Ortsunion in Richtung Werbegemeinschaft, eventuell eine Art Interessengemeinschaft zur Gestaltung des Ortskerns zu initiieren, folgten einige Mitglieder der Kaufmannschaft. Man organisierte einen Workshop, an dem sich nicht nur örtliche Gewerbetreibende beteiligten, sondern auch Immobilienbesitzer.

„Das Ziel war und ist es ja, dass man gewisse Dinge selbst hinbekommt, da alle in gewisser Weise Verantwortung tragen, was beispielsweise die Gestaltung der Gebäude betrifft“, so Ulf Imort, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. „Wir wollen eine kleine Wohlfühl-Oase schaffen.“

Der Workshop unter der Moderation von Elke Frauns (Büro Frauns Kommunikation, Planung, Marketing) hatte zunächst eine Bestandsaufnahme zum Ziel. „Dort kamen natürlich auch die neuralgischen Punkte zur Sprache“, sagt Verena Marx , zweite Vorsitzende der Werbegemeinschaft.

Die protokollierten Erkenntnisse aus diesem Workshop waren nun Grundlage eines zweiten Treffens der „Initiative Ortskern Gievenbeck“. Erneut ging es laut Verena Marx darum, „das Erscheinungsbild des Ortskerns deutlich zu verbessern“. Dieses Ziel soll nun in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften verfolgt werden. Diese Arbeitsgruppen laufen unter diversen Titeln wie beispielsweise „Licht und Beleuchtung“, „Möblierung“, „Bäume und Blumen“ „Gassen“ oder etwa „Schaltschränke“.

Das Vorgehen der jeweiligen Gruppen beschreibt Verena Marx am Beispiel der Schaltschränke im Ortskern: „Diese müssen zunächst erfasst werden – und es gibt viel mehr, als man vermuten könnte.“ Dann müssten die Besitzverhältnisse geklärt werden: „Es gibt drei Eigentümer, denen die Stromkästen gehören.“ Mit denen müssten Gestaltungsverträge geschlossen werden. „Und zwar über jeden einzelnen Kasten.“

Die spätere Gestaltung gelte es auch zu planen. Marx: „Es muss geklärt werden, wie die Schränke später aussehen müssen. Auch da muss nach Absprache ein breiter Konsens gefunden werden.“ All das seien Dinge, die man absprechen müsse. „Da gibt es entsprechend eine Menge zu tun.“

Gleiches gelte für die Passage am Wunderkasten. Die Umgestaltung dieses Angstraums müsse konzeptionell erarbeitet und letztlich auch mit den Eigentümern des Hauses abgesprochen werden. Marx: „Man kann nicht einfach sagen, wie machen mal. Denn: Die Eigentümer gerade in diesem Haus müssten eine Veränderung mittragen und letztlich auch bezahlen.“ Sie müssten also von dem Sinn der Maßnahme überzeugt werden.

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