Legdenweg
„Strandpromenade“ statt „Autobahn“

Münster-Gievenbeck -

Das Grünflächenamt hat im Park am Legdenweg einen neuen Weg angelegt. Zum Ärger der Anwohner: Mit Rollern und Inlinern ist der Park fast gar nicht mehr nutzbar.

Donnerstag, 13.04.2017, 19:04 Uhr

Daumen runter:  Kinder und Eltern am Legdenweg sind von den neuen Wegen gar nicht begeistert, weil Roller und Inlineskater einsinken.
Daumen runter:  Kinder und Eltern am Legdenweg sind von den neuen Wegen gar nicht begeistert, weil Roller und Inlineskater einsinken.

Der Park hinter dem Legdenweg war für die Kinder, die dort wohnen, eine „kleine Autobahn zur Wartburgschule“, sagt Günter Mond . Doch jetzt sehen die Wege wie eine „Strandpromenade“ aus, findet der Anwohner.

Die Asphaltwege wurden im Auftrag des Grünflächenamtes abgefräst und durch sogenannte „wassergebundenen Decken“ aus Schotter ersetzt, bestätigt eine Pressesprecherin der Stadt. Der Asphalt sei brüchig gewesen und habe Stolperstellen gebildet. Eine neue Decke sei notwendig gewesen.

Die Kinder rund um den Legdenweg finden die neuen Wege „total blöd“. Mit Rollern, Inlinern und Skateboards sind sie täglich durch den Park geflitzt. „Das geht jetzt nicht mehr“, beklagt ein Mädchen. Und die Skateanlage im Park ist nur noch aus einer Richtung über einen asphaltierten Weg zu erreichen. Die Pressesprecherin kann wenigstens etwas beruhigen: „So wie es jetzt aussieht, bleibt es dabei.“

Doch die Anwohner sind verärgert und verstehen den Grund für die Sanierung nicht. „Wir werden weder informiert, noch gefragt“, beklagt Günter Mond. Richard-Michael Halberstadt , CDU-Ratsherr für Gievenbeck, ist dem Hilferuf gefolgt. „Die Sicherheit der Kinder steht für mich an erster Stelle“, betont Halberstadt. Doch da die „Autobahn“ hinüber zur Wartburgschule jetzt nicht mehr richtig genutzt werden könne, sei die nicht mehr gewährleistet. Die Kinder müssen jetzt über die normale Straße zur Schule. Der Legdenweg ist eng, kurvig und unübersichtlich. Das sei viel zu gefährlich, meint Halberstadt.

Doch nicht nur für die Kinder, auch für Menschen mit Rollatoren oder für Rollstuhlfahrer ist der Belag derzeit nur schwer nutzbar. Die Räder sinken ein. „Der Untergrund wird noch nachgewalzt und wird dann fester sein“, beschreibt die Pressesprecherin das weitere Vorgehen. Man habe sich bewusst für den Belag entschieden, weil er „ökologische Vorteile“ mit sich bringe. „Es gibt weniger Verdichtung“, erklärt die Pressesprecherin. Zudem hätte eine neue Asphaltdecke fast das Dreifache gekostet.

Für die Anwohner ist das ein schwacher Trost. Die Kinder haben einen persönlichen Brief an die Verwaltung geschrieben und schon fast 70 Unterschriften gesammelt. Sie wünschen sich eine andere Lösung, damit sie wieder „rollern“ können.

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