„Initiative Oxford Autofrei“
Autos sollen draußen bleiben

Münster-Gievenbeck -

Das Oxford-Quartier ohne Autos? Diese Idee hat nun eine Initiative, die ihre Vorstellungen in die Planungen für das ehemalige britische Kasernengelände einbringen möchte.

Montag, 07.08.2017, 18:08 Uhr

Sie wollen ein Oxford-Quartier ohne Autos (v.l.): Theo Wember, Cornelia Mästle und Holger Schulz.
Sie wollen ein Oxford-Quartier ohne Autos (v.l.): Theo Wember, Cornelia Mästle und Holger Schulz. Foto: Siegmund Natschke

„Wir wollen nicht zurück in die Steinzeit“, stellt Holger Schulz , einer der Aktiven, klar: „Aber wir wollen die Weichen stellen für einen Verkehr, wie er unserer Meinung mach in 20 Jahren aussehen wird.“ Und wo könne man das besser, als an einem Standort, der neu entwickelt werde?

In der Tat, es sind große Dimensionen, die zwischen Arnheimweg und Diekmannstraße geplant werden. Der Entwurf „Team OXF“ um den Berliner Architekten Francis Kréré sieht nach dem neuesten Stand 1200 Wohneinheiten auf 26 Hektar vor. Rund 3000 neue Einwohner gäbe es dann auf dem Gelände des Oxford-Quartiers.

Die „Initiative Oxford Autofrei“ setzt sich nun dafür ein, dieses Gebiet „weitestgehend autofrei“ zu halten, erläutert Theo Wember direkt an der Kreuzung Arnheimweg/Gievenbecker Reihe. Nur das Be- und Entladen solle erlaubt sein.

Ausnahmen gäbe es nach diesen Vorstellungen etwa für behinderte Menschen, sonst gelte aber: „Wer 400 Meter gehen kann, der soll auch 400 Meter gehen.“ Für die Autos soll es mehrere Parkhäuser am Rande des Quartiers geben.

Kurzzeitverkehr entstehe vor der Haustür, ergänzt Cornelia Mästle. Wenn das Auto direkt vor dem Haus stehe, dann fahre man damit auch zum Bäcker. Das müsse nicht sein, meint die „Initiative Oxford Autofrei“ und verweist auf ganz praktische Erfahrungen, wie etwa in der Modellsiedlung von Freiburg-Vauban, in der ein ähnliches Konzept – aber mit Sammelgaragen und Straßenbahn – schon umgesetzt worden sei.

„Wir waren zweimal dort“, so Wember, der ohnehin glaubt, dass der Straßenverkehr sich grundsätzlich auch in Münster ändern werde: „Wir werden Elektromobilität haben“, meint er, auch würden die Autos in Zukunft autonom fahren.

Doch: „Die Straßen werden jetzt dennoch geplant“, so Schulz. Um den vielen neuen Menschen im Stadtteil gerecht zu werden, müsste jedoch auch der öffentliche Nahverkehr verbessert werden, zusätzlich solle es etwa eine „Fahrrad-Schnellstraße“ oder den viel diskutierten „zweiten Promenadenring“ geben.

Alles Utopie? Nein. Die Aktiven der „Initiative Oxford Autofrei“ waren schon in der Stadtverwaltung vorstellig und haben ihre Ideen erläutert. Im Rahmen der Auslegung des Bebauungsplanes zum Oxford-Quartier werde die Initiative auch eine Eingabe einreichen, so Theo Wember. Schulz glaubt: „Der Bebauungsplan wird noch geändert, warum nicht in Richtung unserer Vorstellungen?“

Die Initiative selbst, die bisher eine überschaubare Aktivenzahl hat, sucht noch nach weiteren Mitstreitern. Das nächste Treffen findet am 8. September im Umwelthaus Münster, Zumsandestraße 15, statt. Beginn ist um 19 Uhr.

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