Das Interview
„Denken schon in Richtung Verein“

Münster-Gievenbeck -

Der Ausfall der Gievenbecker Sommersause kam für viele überraschend – ebenso wie der Beschluss der Werbegemeinschaft, dass die „Initiative Ortskern Gievenbeck“ (IOG) künftig nicht mehr als Teil der Werbegemeinschaft agiert.

Mittwoch, 28.02.2018, 17:02 Uhr

Dr. Alfons Rensing ist einer der drei Sprecher der „Initiative Ortskern Gievenbeck“.
Dr. Alfons Rensing ist einer der drei Sprecher der „Initiative Ortskern Gievenbeck“. Foto: kbö

Was die IOG darüber denkt und was das für deren Zukunft bedeutet, das erörterte unser Redakteur Kay Böckling mit Dr. Alfons Rensing, einer der drei Initiativ-Sprecher.

Herr Rensing, wie haben Sie von der Entscheidung der Werbegemeinschaft erfahren?

Rensing: Ich habe es von Verena Marx, die auch im Leitungsteam der IOG arbeitet, erfahren. Sie hat an der Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft teilgenommen. Dort ist dieser Beschluss als Faktum festgestellt worden.

Wenn Sie sagen „als Faktum festgestellt“, bedeutet es, dass diese Entscheidung für Sie überraschend kam. . .

Rensing: Dass es als Beschluss festgestellt wurde, war für mich schon überraschend. Die Thematik als solche war es nicht. Im Dezember gab es diesbezüglich einige Gespräche, in denen wir mit der Werbegemeinschaft mögliche Strukturen durchdiskutiert haben. Seitens des Vorstands der Werbegemeinschaft war aber schon die Tendenz zu erkennen, dass es auf eine Trennung hinausläuft.

Das klingt ein wenig danach, dass Sie sich einen anderen Weg – sprich den Verbleib der IOG in der Kaufmannschaft – gewünscht hätten. . .

Rensing: Wir favorisierten eine Lösung, in der wir weiter als Untergruppierung der Werbegemeinschaft auftreten, allerdings auch mit einem abgegrenzten Etat. Unser Hintergedanke: Dass wir nicht zwei verschiedene Gruppierungen oder Vereine im Stadtteil haben, die eigentlich ein gemeinsames Ziel haben, dann aber vielleicht konträr zueinander arbeiten. Das wollten wir vermeiden. Wir waren im Dezember allerdings auch so verblieben, dass noch nichts feststand, sondern dass sowohl die Werbegemeinschaft wie auch wir über die jeweilig anderen Argumente nachdenken.

Sie sprechen von gemeinsamen Zielen, wo sehen Sie ihre Schnittmenge?

Rensing: Natürlich ist klar, dass die Werbegemeinschaft über den Ortskern hinausgeht. Daher gibt es auch innerhalb der Werbegemeinschaft nicht immer die gleichen Interessen, wie in einer IOG. Aber: Wenn es beispielsweise um die Neugestaltung des Ortskerns geht, dann werden die Interessen aller berührt – auch die der Geschäftsleute vor Ort.

Wo sehen Sie nun die Zukunft der IOG?

Rensing: Jetzt sind im Grunde genommen ja Fakten geschaffen worden. Ich denke, wir werden uns nun innerhalb der Initiative Gedanken machen, wie wir uns organisieren, welche Strukturen wir haben können. Wir werden das abstimmen unter steuerlichen und rechtlichen Gesichtspunkten.

Um effektiv arbeiten zu können, bedarf es aber einer geregelten Organisationsform. . .

Rensing: Das ist richtig. Wir benötigen eine feste Struktur, das ist völlig klar. Wenn wir etwas bewirken wollen, benötigen wir auch etwas Kapital. Das bedeutet, dass wir auch auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und Fördermittel für bestimmte Projekte angewiesen sind. Um das alles zu erreichen, schwebt uns eine Art Vereinsstruktur vor.

Das klingt so, als hätten Sie sich schon im Vorfeld zu der Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft mit dieser Thematik beschäftigt. . .

Rensing: Das ist in der Diskussion schon einmal überlegt worden. Wir haben uns auch schon darüber informiert, welche Kriterien erfüllt werden müssen, um steuerliche Vergünstigungen zu bekommen. Die Überlegungen waren aber noch nicht sehr weit gediehen.

Es gab ja seitens der Stadt schon unterstützende Leistungen, wie das Aufstellen größerer Müllbehälter. Haben Sie auch künftig Aussicht auf ähnliche Aktionen? Oder anders: Bekommt man die Hilfe nur als Verein oder auch als lose Interessengemeinschaft?

Rensing: Ich denke, dass man auch als lose Interessengemeinschaft Wünsche äußern und vorbringen kann. Es ist ja auch so, dass wir mit unseren Ideen und Umsetzungen auch gehört werden. Wir hatten beispielsweise jüngst ein Gespräch mit der Stadt, bei dem es um die Marktgestaltung im Ortskern ging. Solange die IOG nach außen hin auch präsent ist, etwas tut und die Bevölkerung erkennt, dass da etwas passiert, haben wir auch als „loser Verein“ – wenn man es mal so bezeichnen will – eine gewisse Bedeutung.

Aber als eingetragener Verein genießt man diverse Vorteile. . .

Rensing: Das stimmt. Wenn es zum Beispiel um Anträge geht, sollte man schon in Richtung Verein denken.

Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus?

Rensing: Unser Sprecherteam wird sich urlaubsbedingt erst in ein paar Wochen zusammensetzen und beraten können. Aber ich halte es für enorm wichtig, dass auch die Kaufleute in die IOG eingebunden sind. Es muss eine Vernetzung stattfinden. Denn im Ortskern gibt es kein Thema, das nicht auch beide Seiten berührt. Es gab aber schon entsprechende Signale.

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